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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Gemeinsam beten, singen, hören und feiern als Freunde Jesu

Ökumenischer Vespergottesdienst in St. Martin in Bad Lippspringe macht Gemeinschaft verschiedener Konfessionen erfahrbar und sichtbar

Wenn beim traditionsreichen Ökumenischen Vespergottesdienst katholische, evangelische, orthodoxe und neuapostolische Christinnen und Christen miteinander auf das Wort Gottes hören, singen, beten, danken und bitten, dann wird die große Gemeinschaft verschiedener Kirchen und Konfessionen im Erzbistum Paderborn konkret erfahrbar und sichtbar. Seit der Feier des 1.200-jährigen Jubiläums des Erzbistums Paderborn im Jahr 1999 findet der Ökumenische Vespergottesdienst jährlich statt. Diese jahrzehntelang „gelebte und lebendige Ökumene“ wurde am Sonntagabend, 10. Mai 2026, zum ersten Mal in der katholischen Pfarrkirche St. Martin in Bad Lippspringe gefeiert.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Ein Bild „gelebter und lebendiger Ökumene“ war der Ökumenische Vespergottesdienst am Sonntag, 10. Mai 2026, in der Pfarrkirche St. Martin in Bad Lippspringe: Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen feierten miteinander Gottesdienst.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand dem Gottesdienst verschiedener christlicher Konfessionen vor. Die Predigt hielt die neue Theologische Vizepräsidentin der Evangelischen Kirche von Westfalen, Susanne Falcke. „Ich habe euch Freunde genannt“ (Joh 15,15) war Leitwort des ökumenischen Gottesdienstes. Mit diesem Wort wird Bezug genommen auf die sogenannte Freundschaftsikone „Christus und der Abt Menas“, die seit der Renovierung der Martinskirche im historischen Portal unter dem Turm angebracht ist.

Freundlichkeit und Sympathie füreinander

Christliche Freundschaft wachse aus der Nähe zu Christus und zeige sich darin, „dass wir einander nicht fremd bleiben, auch nicht über Grenzen hinweg“, bekräftige Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am Beginn des Gottesdienstes. Es komme darauf an, gut, freundlich, offen sowie mit einer großen Weite und Sympathie miteinander umzugehen und einander verbunden zu sein. „Wir sind als Christinnen und Christen nicht einfach Nachbarn verschiedener Konfessionen. Wir sind Schwestern und Brüder. Wir dürfen einander Freunde nennen, weil Christus uns zuerst in seine Freundschaft hineingenommen hat“, betonte der Paderborner Erzbischof ausgehend vom Leitwort des Ökumenischen Vespergottesdienstes „Ich habe euch Freunde genannt“. Miteinander, in ökumenischer Verbundenheit „als Freundinnen und Freunde Jesu Christi, mit Freundlichkeit und Sympathie füreinander, als Schwestern und Brüder in der einen Taufe, als Menschen, die der Geist Gottes immer tiefer in die Einheit führen wird“ zu beten, zu singen, zu hören und zu feiern sei ein kostbares Zeichen gelebter und lebendiger Ökumene.

Freundschaft – Lebensgeschenk

Die neue Theologische Vizepräsidentin der Evangelischen Kirche von Westfalen, Susanne Falcke, bekräftigte in ihrer Predigt, die Nähe zu Jesus mache Menschen zu Freunden Jesu. Es sei eine Freundschaft, zu der Jesus einlade, die von ihm gesetzt werde und die er ermögliche. Diese Freundschaft zu Jesus sei eine „Wahlverwandtschaft“, es gebe keine familiären Zwangläufigkeiten oder vertragliche Setzungen, entfaltete die Theologin. Sie sei zu verstehen als besonderes „Lebensgeschenk“, als „Freundschaft fürs Leben“, eine Freundschaft, die uns durch das Leben begleitet.

Von der Freundschaft erzählen!

„Und diese Freundschaft, in die Jesus uns hineinruft, einen jeden, eine jede von uns, macht ja wiederum etwas mit unserem Miteinander: Dadurch werden wir nicht alle sogleich miteinander zu Freundinnen und Freunden, aber seine Freundschaft zu uns bringt – hoffentlich! – diesen freundschaftlich-pfingstlichen Geist in unser Miteinander“, appellierte die Theologische Vizepräsidentin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Christinnen und Christen seien genau genommen Fremde, die miteinander zugleich im Geist dieser Freundschaft mit Jesus verbunden sind, durch ihn und in ihm, betonte Susanne Falcke in ihrer Predigt.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Zahlreiche Christinnen und Christen feierten den Ökumenischen Vespergottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin in Bad Lippspringe mit. Vorne, v.l.n.r.: Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Erzbistum Paderborn), Mor Philoxenus Mattias Nayis (Erzdiözese der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland), Metropolit Anba Damian (Metropolit von Norddeutschland der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschland), Theologische Vizepräsidentin Susanne Falcke (Evangelische Kirche von Westfalen).

Dieses Zugleich von Freundschaft und Fremdheit, von Nähe und Distanz, sei ernst zu nehmen und zu beherzigen. Zum Abschluss ihrer Predigt rief die Theologische Vizepräsidentin der EKvW dazu auf, von der Freundschaft und großen Treue Jesu Zeugnis abzulegen: „Lasst uns erzählen, untereinander, und wo immer wir gefragt sind, bitte ohne die Ambivalenzen unseres Lebens und auch unseres Glaubens dabei auszusparen. Lasst uns von der Freundschaft erzählen, auch von ihren Brüchen, auch von ihren ‚Auf und Abs‘, aber auch von dieser großen Treue, die sich darin zeigt. ‚Ich habe euch Freunde genannt‘ – was für eine schöne ‚Benennung‘, welch wunderbarer ‚Ehrentitel‘, was für eine gute Ansage für unser Leben und Sein im Hier und Jetzt.“

Mitwirkende

Seit 1999, als das Erzbistum Paderborn sein 1200-jähriges Jubiläum beging, findet jährlich der Ökumenische Vespergottesdienst in einer katholischen oder evangelischen Kirche statt. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stand in diesem Jahr dem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Martin Bad Lippspringe als Offiziant vor. Susanne Falcke, Theologische Vizepräsidentin der Evangelischen Kirche von Westfalen, hielt in Vertretung von Präses Dr. Adelheid Ruck-Schröder die Predigt. Als Liturgen wirkten zudem Mor Philoxenus Mattias Nayis (Erzdiözese der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland), Metropolit Anba Damian (Metropolit von Norddeutschland der Koptisch-Orthodoxen Kirche Deutschland) und Präses Michael Keil als Vorsitzender der Landessynode der Lippischen Landeskirche mit. Superintendent Volker Neuhoff vom Evangelischen Kirchenkreis Paderborn, Pfarrer Georg Kersting als Leiter des Pastoralen Raumes an Egge und Lippe, Pfarrer Gunnar Grahl als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Paderborn feierten den Gottesdienst ebenso mit. Außerdem waren liturgisch beteiligt Andre Klein von der Neuapostolischen Gemeinde Paderborn, Gerd Freund von der Katholischen Pfarrei St. Martin Bad Lippspringe sowie Ilka Recklies-Bodewig von der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Lippspringe.

Neben weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche konnte Erzbischof Dr. Bentz auch Pfarrer Ilarion Nicolae Gheorghiu (Rumänisch-Orthodoxe Kirche) und Erzpriester Dimitrios Tsompras (Griechisch-Orthodoxe Kirche) als Gäste begrüßen. Als Vertreter des öffentlichen Lebens nahmen der Bürgermeister der Stadt Bad Lippspringe, Ulrich Lange, sowie der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Schlangen, Hannes Schoodt am Gottesdienst teil.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von Kirchenmusiker Erik Strohmeier an der Orgel, dem Posaunenchor der Evangelischen Gemeinde Bad Lippspringe, und der Schola-Gemeinschaft Altenbeken, Neuenbeken, Schlangen.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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