„Die Berliner Konferenz tagte vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 auf Einladung von Reichskanzler Otto von Bismarck. Das Ergebnis der Konferenz war ein historisches Abkommen über die Grundprinzipien der Aufteilung und Kolonisierung des afrikanischen Kontinents. Unter einem fadenscheinigen humanitären Deckmantel ging es um wirtschaftliche und geopolitische Interessen, um Frieden zwischen den europäischen Großmächten und Wohlstand in Europa. Die Berliner Konferenz leitete den Prozess der verstärkten europäischen Kolonisierung Afrikas ein und legitimierte die Aufteilung des Kontinents“, so die Kommission.
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax kritisiert, dass weder die Konferenz noch ihre Folgen, unter denen die afrikanischen Gesellschaften bis heute leiden, einen angemessenen Platz im deutschen und europäischen öffentlichen Gedächtnis haben. Besonders sichtbar wird dies am Umgang oder besser Nicht-Umgang mit dem Ort des Geschehens der Wilhelmstraße 92 in Berlin. Die Kommission fordert, dass dieser Ort in einen europäisch-afrikanischen Ort des Gedenkens, der Begegnung und der kritischen Reflexion umgestaltet wird.