Dicke Jacken, rote Wangen, erwartungsvolle Gesichter. Sie sind bereit für eine andere Weihnacht. Für die franziskanische Weihnacht.
Wie viele kommen? Das weiß niemand vorher. Jede und jeder kann sich anschließen, jede und jeder ist eingeladen, mitzugehen. Heiligabend pur. Franziskanisch. Dem Stern folgen, wie einst die Sterndeuter aus dem Osten, die heute als Heilige drei Könige bekannt sind. Zur Krippe wandern, singend, betend, lauschend. Was Pfarrer Walter Junk vor vielen Jahren im Ort ins Leben rief, das tragen Mechtild, Yvonne und Relinde mit ihren Familien weiter. Zum 24. Mal werden sich Menschen an diesem Nachmittag auf den Weg zum Kreuzberg machen, zum Plateau des Röbbeken. Bis zu 80 sind es inzwischen.
Es geht dabei nicht um die erhabene Kulisse der Krippe. Nicht um Glanz und Gloria. Sondern um die schlichte, beinahe verstörende Tatsache, dass Gott als hilfloses Kind in die Welt kommt. Sich ausliefert. Sich in die Hände der Menschen gibt. Arm, nackt, verletzlich. Und gerade darin zutiefst göttlich. Diese Sicht auf Weihnachten geht auch auf Franz von Assisi zurück. Sein Wirken hat schon den 2025 verstorbenen Papst mit dem gleichen Namen fasziniert. Und es steht auch im Mittelpunkt der 800-Jahr-Feierlichkeiten zu Franziskus, die 2026 ihren Abschluss finden. Pilgerreisen, Feiern, vor allem in Assisi.