Einsatz, Kraft, Geduld und Vertrauen
Mechthild Wohter, Geistliche Leiterin der kfd des Diözesanverbandes Paderborn, und Weihbischof Josef Holtkotte nutzten ihre Dialogpredigt, um in den Austausch zu kommen über all jene drängenden Anliegen, die nach Einsatz, Kraft, Geduld und Vertrauen verlangen, ähnlich, wie es im Gleichnis vom Sauerteig erzählt werde. Es sei nicht nur mühsame Arbeit, sondern auch Hoffnung, von der das Gleichnis erzählt, sagte Weihbischof Holtkotte: „Wir wissen auch, dass eine gute biblische Geschichte und schöne Erfahrungen und ein Tag wie heute, nicht alle Probleme lösen. Katastrophen, Nöte, Kriege gibt es genug. Hungernde und verzweifelte, arme und missbrauchte Menschen gibt es zu viele. Deswegen brauchen wir Kraft, wir brauchen Menschen, die mit Gottes Augen in die Welt hineinschauen.“ Es gelte, jeden Menschen ernst zu nehmen und jedem seine Würde zu lassen. „Auch einzelne Menschen mit dieser Haltung, mit dieser Einstellung, können viel verändern. Durch ihr Handeln, durch ihr Sprechen. Das ist ein Sauerteig von Kraft und Hoffnung und Mut, der antreibt, der lebendig macht, der in Bewegung setzt. Das brauchen wir in unserer Zeit“, erklärt Weihbischof Josef Holtkotte.
Veränderungsprozesse anstoßen
Mechthild Wohter zeigte sich überzeugt, dass nicht nur der Sauerteig ein Bild für das Himmelreich und damit für die Welt Gottes sei: „Die Frau, die Bäckerin, setzt ihre Kraft ein und investiert Zeit. Ihre Energie, ihre Gedanken und Wünsche, vielleicht auch ihre Sorgen, fließen in den Knetvorgang ein. Sie führt Sauerteig und Mehl zusammen und stößt den Veränderungsprozess an.“ Am Ende vertraue sie darauf, dass der Sauerteig wirke, so wie sie es getan habe. „So ist das mit dem Himmelreich, so ist das in der Welt Gottes: Eine Kraft mit Veränderungspotential wirkt und sprengt Grenzen“, ergänzt Wohter.
Das Bild der Bäckerin verdeutliche, dass der Glaube das Leben intensiver mache und Sinn gebe, ergänzte der Weihbischof: „Die Bäckerin macht deutlich: Handeln und glauben, hören und tun, das gehört immer zusammen. Es geht um Gott in der Welt und es geht um den Menschen, der mit Gott auf dem Weg ist. Das alles lässt uns auch Geduld haben und: Vertrauen ins Morgen“.