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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Ein kleines Wetter-Wunder für den Frieden

Hunderte Menschen trotzten schlechtem Wetter bei 16. Kinderwallfahrt auf dem Paderborner Schützenplatz

„Wir erleben ein kleines Wunder: Ihr müsst tolle Menschen sein, dass der liebe Gott für euch jetzt doch die Sonne schickt“, sagte Weihbischof Matthias König heute, 31. Mai 2026, beim Gottesdienst auf dem Paderborner Schützenplatz. Hunderte Menschen, Kommunionkinder der Jahre 2025 und 2026 mit ihren Familien und Freunden, hatten sich dort heute unter dem Motto „Frieden, bitte!“ zur 16. Kinderwallfahrt im Erzbistum Paderborn getroffen – obwohl es den ganzen Vormittag zuvor teilweise sintflutartig geregnet, gedonnert und sogar geblitzt hatte. Eine Absage der Wallfahrt stand seitens des Erzbistums im Raum. Aber dann wurde verantwortungsbewusst geschaut, was gehen kann – und es ging dann ziemlich viel, auch wenn am Ende früher Schluss war als geplant.

Noch um 9.30 Uhr war nicht klar, ob die Kinderwallfahrt 2026 wirklich stattfinden kann: Das Wasser kam in Strömen vom Himmel, immer wieder donnerte es, auch Blitze waren zu sehen. Wo sonst um diese Zeit schon immer viele Kinder den Platz bevölkern, herrschte gähnende Leere. Dann die Entscheidung: Der Der Open-Air-Gottesdienst mit Weihbischof Matthias König wurde auf den überdachten Vorplatz der Maspern-Baude und zeitlich etwas nach hinten verlegt. Die Angebote unter den Bauden und in den Zelten konnten vor dem Gottesdienst schon genutzt werden.

Kleinere, aber atmosphärische Gemeinschaft

Zu dem Zeitpunkt waren nur wenige Mutige tatsächlich auf den Schützenplatz gekommen – so auch Rahel aus Lendringsen, die im vergangenen Jahr zur Kommunion gegangen ist. „Ich freue mich darauf, andere Kinder aus anderen Gemeinden hier zu treffen“, sagte sie. Und ihre Hoffnung sollte wider Erwarten erfüllt werden: Auch wenn es keine Tausende Menschen waren wie in den vergangenen Jahren, so war der Platz vor der Maspern-Baude doch voll – die Gottesdienstgemeinschaft war zwar deutlich kleiner, aber dennoch atmosphärisch. Egal, ob aus dem Pastoralen Raum Lübbecker Land oder aus dem Pastoralen Raum Marsberg: Es gab viele Mutige, die dem Wetter getrotzt hatten.

Ein achtköpfiges Team hat die Wallfahrt als großes Glaubensfest vorbereitet, viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tragen jedes Mal dazu bei, dass alles gut über die Bühne geht. Zum Gelingen des Gottesdienstes trugen diesmal Messdienerinnen und Messdiener aus dem Siegerland bei, für den guten musikalischen Ton sorgte bei der Eucharistiefeier Markus Heßbrügge aus Paderborn mit seiner Band. Diese spielte zwar auf der Nebenbühne mit Blick auf die leere Rasenfläche, wo sonst die Wallfahrtsgäste sitzen und mitsingen. Aber auch „um die Ecke“ hin zur Maspern-Baude begeisterten und bewegten die Lieder der Band die Feiergemeinde.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Wer Frieden macht, zieht Kreise

„Gott schenkt uns Liebe und Frieden in einer Welt, in der uns viele Nachrichten Angst machen“, sagte Weihbischof Matthias König in seiner Einführung. „Gott will uns diese Angst nehmen und zu Friedensboten machen.“ Auch in seiner Predigt nahm der Paderborner Weihbischof das Leitwort der Wallfahrt, „Frieden, bitte!“, in den Blick. „Wir Menschen machen andere viel zu oft klein oder Dinge kaputt, die eigentlich so schön sein könnten“, erklärte Weihbischof König. Viel schwieriger sei es, Frieden zu machen und sich wieder zu vertragen. „Eigentlich gibt es nichts Schöneres, als sich zu versöhnen“, zeigte sich der Paderborner Weihbischof überzeugt. Das könne man auch im Sakrament der Beichte erfahren: Gott vergebe und schenke einen neuen Anfang.

„In unserer Welt brauchen wir Leute, die sagen ‚Frieden, bitte!‘“, appellierte Weihbischof König. An so vielen Orten diese Erde herrsche Krieg. Christinnen und Christen müssten Boten des Friedens sein, forderte der Weihbischof zum Abschluss seiner Predigt. „Frieden fängt immer bei uns selbst an: Wir können bewusst durchatmen und auf Streit verzichten. Wenn ich Frieden halte, zieht das Kreise.“ Ein großes Friedens-Zeichen setzten die Wallfahrtsgäste dann auch mit vielen weißen Tonpapier-Friedenstauben für ein Gruppenfoto. Und nicht zuletzt schwebte auch eine große Erdkugel über dem Platz – denn diese Welt braucht Frieden.

Häsin Hedi im Einsatz

Eine tierische Besonderheit erwartete die Gäste noch vor Beginn des Gottesdienstes: Nach der Ankündigung durch Moderator Daniel S. Ribeiro aus der Abteilung Kommunikation des Erzbistums betrat unter großem Applaus Häsin Hedi die Bühne – die junge Hasen-Dame ist neben Pfau Hugo eines der beiden beliebten Handpuppen-Maskottchen des Erzbistums. Im schlagfertigen Dialog mit Daniel S. Ribeiro bestritt Hedi frech und charmant, geführt von ihrer Puppenspielerin Luisa Roentsch, die Einstimmung auf die Heilige Messe. „Wer von euch schwimmt denn zum Beispiel gern?“, wollte Hedi wissen. „Bei dem Regen heute hättet ihr ja fast herschwimmen können.“ Die Häsin und ihr Begleiter mischten sich im weiteren Verlauf auch munter unter die Gäste auf dem Platz.

Schon vor der Heiligen Messe erfuhren die Kinder auch, dass ihre Unterstützung in Form der Kollekte beim Gottesdienst anderen Kindern helfen kann – in diesem Jahr den Mädchen und Jungen im Caritas-Kinderdorf Grašu in Lettland: „Viele Kinder erleben zuhause schwere Zeiten. Die Eltern werden schwer krank oder haben große Probleme mit ihrem Leben, so dass sie sich nicht um ihre Kinder kümmern können“, erklärte David Gorny vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken. Rund 30 Mädchen und Jungen haben im Kinderdorf ein neues Zuhause gefunden. „Es gibt viel Platz zum Kind sein“, berichtete Gorny als Referent für Missionarische und Diakonische Pastoral und machte deutlich: „Das Kinderdorf Grašu kann aber nur existieren, wenn wir als große Gemeinschaft zusammenhalten und helfen. Danke, dass dieses Projekt Teil eurer Kinderwallfahrt sein darf“, freute sich David Gorny.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Volles Programm mit Spiel und Spaß

Nach dem Gottesdienst ging der Tag für die Mädchen und Jungen an Großspielgeräten und Aktionsständen erlebnisreich und mit gemeinsamem Spiel und Spaß weiter – alles wie gewohnt bei der Kinderwallfahrt, die das Erzbistum Paderborn bereits seit über 30 Jahren alle zwei Jahre durchführt. Die Kinder genossen Musik zum Beispiel von der Rockband Krawallo, bauten Bambus-Welten, jonglierten, balancierten und probten Kunststücke beim Mitmachzirkus Piccolino. Vor dem Greenscreen im Ferrari-Saal des Schützenhofs testete so mancher sein Schauspiel-Talent. Neben anderen Initiativen waren auch das Heinz-Nixdorf-Museumsforum oder der Verein „go4peace“mit einem Stand vertreten.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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