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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Ein „Gasthaus“, in dem Nächstenliebe konkret wird

Im ehemaligen „Pflaumenbaum“ in Paderborn entsteht eine Anlaufstelle für bedürftige Menschen

Die ehemalige Kneipe „Pflaumenbaum“ an der Heierstraße 18 in Paderborn wird bald zu einem „Gasthaus“ der anderen Art: Unter Schirmherrschaft des Paderborner Metropolitankapitels entsteht hier zum 1. November 2020 eine Anlaufstelle für obdachlose und bedürftige Menschen. Dadurch wird der Food Truck vor dem Haus der Dommusik, an dem seit April kostenlos warme Suppe ausgegeben wird, dauerhaft ersetzt. Der Food Truck als Initiative des Vereins „Unser Hochstift rückt zusammen“ wurde vom Metropolitankapitel von Beginn an unterstützt. Mit der Herrichtung der Räumlichkeiten an der Heierstraße, die dem Erzbistum Paderborn gehören, stellen alle Beteiligten diese Kooperation jetzt auf eine neue Stufe.

Vier Gruppen und deren Vertreter stehen für das „Gasthaus“: (v.l.n.r.) Andrea Bullmann (Unser Hochstift rückt zusammen), Dompropst Monsignore Joachim Göbel (Metropolitankapitel), Stefanie Friemuth (Malteser) und Karsten Hentschel (Caritasverband). Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Jede Person ist unser Gast“, „Hilfe zur Selbsthilfe“, „Kirche zum Anfassen und Erleben“, „Menschen für das Ehrenamt begeistern“ – das sind nur einige der Leitlinien, die das neue „Gasthaus“ prägen sollen. Das Metropolitankapitel stellt als Träger die Räumlichkeiten zur Verfügung, SKM (Katholischer Verein für soziale Dienste in Paderborn e. V.), Caritas-Paderborn und Malteser sowie der Verein „Unser Hochstift rückt zusammen“ betreiben das Haus als gleichwertige Partner. Die notwendigen baulichen Maßnahmen für die Entstehung des „Gasthauses“ werden aus Mitteln des Erzbischöflichen Stuhls finanziert.

Eine Idee erhält ein Zuhause

„Aus einer großartigen Initiative ist in kürzester Zeit eine feste Anlaufstelle geworden. Das neue ‚Gasthaus‘ hat das Potenzial, zu einer echten Institution und zu einem Ort gelebter christlicher Nächstenliebe zu werden“, zeigt sich Dompropst Monsignore Joachim Göbel begeistert. „Das ist ein tolles Beispiel dafür, dass sich in der Corona-Krise auch viel Gutes entwickelt hat. Wir sind stolz, dass wir dieser Initiative jetzt ein ‚Zuhause‘ geben können.“

Der Corona-Shutdown traf obdachlose und bedürftige Menschen besonders hart: Die Tafeln waren geschlossen und in den leerer werdenden Innenstädten ging die Spendenunterstützung für bedürftige Menschen zurück. Auf private Initiative entstand der gemeinnützige Verein „Unser Hochstift rückt zusammen“. Gemeinsam konnte seit Beginn der Corona-Krise mehreren zehntausend Menschen durch den Food Truck geholfen werden. Von anfangs 150 Portionen Mahlzeiten pro Woche ist die Ausgabe mittlerweile auf fast 1.000 Portionen an drei Tagen angestiegen – das Angebot ist mittlerweile als „PaderMahlZeit“ etabliert.

Corona-gemäße Planung

Ab November werden die Gäste im neuen „Gasthaus“ an der Heierstraße bedarfsgerecht mit warmen Mahlzeiten, Tee, Kaffee und Gebäck versorgt. Gekocht wird das Essen in einer bestehenden Großküche. Die zubereiteten Speisen werden in Wärmebehältern ins „Gasthaus“ transportiert und dort durch geschultes, auch nach dem Infektionsschutzgesetz belehrtes Personal ausgegeben.

Räumlich wurde ebenfalls unter Corona-Gesichtspunkten geplant: Einbahnstraßensystem, Essensausgabe mit Schutzscheibe, Trennung von Küchenbereich und Geschirrrückgabe. In der Mitte und an den Fenstern können die Gäste Platz nehmen – so ist sowohl genug Raum zum gastlichen Essen als auch für die Essensausgabe. Selbstverständlich werden die Räume barrierefrei mit einer Rampe ausgestattet.

Ehrenamtliche Unterstützer willkommen

Die Verantwortlichen möchten ehrenamtliche Unterstützer mit ins Boot holen – so sollen die Identifikation mit dem „Gasthaus“ und dessen sozial-gesellschaftliche Akzeptanz erhöht werden. „Die bisherige Resonanz auf unseren Food Truck hat aber jetzt schon deutlich gezeigt, wie sehr die Menschen hinter unserer Initiative stehen“, ist Sandra Filter von „Unser Hochstift rückt zusammen“ optimistisch. Die „PaderMahlZeit“ soll weiterhin durch Sach- oder Geld-Spenden sowie durch Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder „Unser Hochstift rückt zusammen“ finanziert werden.

Wenn ab November Leben einzieht in das neue „Gasthaus“, sollen auch die Gäste selbst Aufgaben übernehmen. Neben der „PaderMahlZeit“, die derzeit dienstags, donnerstags und sonntags ausgegeben wird, können sich die Initiatoren weitere Veranstaltungen vorstellen: Von Osteressen und Veranstaltungen zu Libori oder Weihnachten bis hin zu Gesundheitstagen, Erste-Hilfe-Kursen, Seniorentreffen, Beratungen oder Fachvorträgen ist Vieles möglich.

Unterstützung durch Spenden

Jeder, der die Initiative privat unterstützen möchte, kann dies über das folgende Spendenkonto tun:

DE90 4765 0130 1010 1462 39
Sparkasse Paderborn-Detmold
Unser Hochstift rückt zusammen e.V.

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