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© Sabrina Voss / Erzbistum Paderborn
© Sabrina Voss / Erzbistum Paderborn

Ein Bindeglied zu den Menschen im Erzbistum

Schwester Ulrike Brand CBMV, Vorstandsmitglied der Paderborner Ordenskonferenz, zum neuen Statut des Diözesanpastoralrates

Ab September 2025 wird der Diözesanpastoralrat (DPR) im Erzbistum Paderborn durch ein neues Statut synodaler aufgestellt: Er wird zum Beratungsorgan des Paderborner Erzbischofs, mit dem dieser grundlegende Entscheidungen für die Erzdiözese berät und mittels einer gemeinsamen Entscheidung beschließt. Bis zu sechs Einzelpersonen aus dem Erzbistum können in den neuen DPR berufen werden. Interessierte können sich für diese sechs Plätze ab sofort bis zum 30. September über ein digitales Verfahren bewerben. Wie sehen aktuell amtierende Mitglieder des Gremiums diese Entwicklung? Darüber haben wir mit Schwester Ulrike Brand CBMV (Augustiner Chorfrauen) gesprochen, die seit über zehn Jahren für die Paderborner Ordenskonferenz Mitglied im Diözesanpastoralrat ist.

Redaktion

Welche Erfahrungen haben Sie bisher im Diözesanpastoralrat gemacht?

Schwester Ulrike Brand

Die Erfahrungen waren eigentlich immer und durchweg positiv. Ich habe dieses Gremium von Anfang an als ein eher sehr offenes Gremium erlebt und den inzwischen emeritierten Erzbischof Hans-Josef Becker als einen hörenden Menschen. Man merkte, dass er das, was im Rat besprochen wurde, mit in seine späteren Entscheidungen einbezogen hat. Das fand ich sehr gut. Hinzu kommt, dass durch die Gesamtheit der Mitglieder die Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet wurden – mit einer positiv-kritischen Einstellung, die manchmal ein wichtiges Korrektiv war.  Das ist ja auch die Aufgabe eines Beratungsgremiums für den Erzbischof.

Redaktion

Jetzt gibt es ein neues Statut und einen neuen Rat. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Veränderungen?

Schwester Ulrike

Die Zielsetzung oder auch die Aufgabe des Diözesanpastoralrats erweitert sich noch einmal deutlich, weil das Gremium nun DAS Beratungsgremium des Erzbischofs wird und auch Beschlüsse mit fasst. Das war bislang nicht der Fall. Das ist wichtig im Sinne von Synodalität: dass mit den Beratungen nicht Schluss ist, wenn alle ihre Meinung gesagt haben.  Wichtig ist auch, dass sich die Zusammensetzung des DPR noch einmal erweitert, wodurch das gesamte Erzbistum noch stärker im Blick sein wird. Und, wenn Beschlüsse gefasst werden, müssen natürlich auch Leitungspersonen aus dem Generalvikariat vertreten sein, erst dann kann man tragfähige Beschlüsse fassen.

Redaktion

Der Diözesanpastoralrat hat dadurch auch mehr Verantwortung. Wo sehen Sie die größte Verantwortung?

Schwester Ulrike

Da denke ich vor allem an den Transformationsprozess. Da sind so viele Stellschrauben zu setzen… Für die Mitglieder, die jetzt neu dazukommen, ist das einerseits schwierig, andererseits aber auch reizvoll, weil die Möglichkeit besteht, an einer entscheidenden Phase in der Entwicklung des Erzbistums mitzuwirken, mitzudenken. Man muss sich dieser Verantwortung aber auch bewusst sein und sich ihr stellen.

Man merkte, dass er das, was im Rat besprochen wurde, mit in seine späteren Entscheidungen einbezogen hat. Das fand ich sehr gut. Hinzu kommt, dass durch die Gesamtheit der Mitglieder die Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet wurden – mit einer positiv-kritischen Einstellung, die manchmal ein wichtiges Korrektiv war.

Schwester Ulrike Brand
Redaktion

Welche Erwartungen oder auch Hoffnungen verbinden Sie mit dem neuen Rat?

Schwester Ulrike

Zunächst einmal bin ich gespannt, wer bleibt und wer neu dazukommt. Ich hoffe auf eine gute Mischung: dass es einerseits eine gewisse Kontinuität gibt, andererseits aber auch neue Gesichter, neue Köpfe, neue Persönlichkeiten, die mitdenken und ihre Erfahrungen mit einbringen.

Redaktion

Welche Rolle wird der Diözesanpastoral künftig im Erzbistum spielen?

Schwester Ulrike

Ich glaube, mit Blick auf die Transformation wird es eine wichtige Aufgabe der Mitglieder sein, das, was im Rat besprochen und beschlossen wird, dann auch weiterzugeben in die Fläche. Damit das nicht im Inner Circle bleibt, sondern dass wir wirklich auch die Gemeinden und Gläubigen mitnehmen in diese Transformation hinein. So dass wir nicht nur Beratungsgremium sind, sondern auch vielleicht ein Bindeglied. Manches, was im Zusammenhang mit der Transformation vor Ort geschieht, ist auch mit Ängsten besetzt. Und Angst ist ja bekanntlich ein ganz schlechter Ratgeber. Auch deswegen glaube ich, dass es unsere Aufgabe ist, zu vermitteln und vielleicht die ein oder andere Angst zu nehmen.

Redaktion

Wie sähe diese Rolle als Bindeglied für Sie persönlich aus?

Schwester Ulrike

Ich bin ja im Vorstand der Paderborner Ordenskonferenzen und könnte mir vorstellen, dass wir die Themen aus dem Diözesanpastoralrat auch in den Sitzungen des Vorstands besprechen und gemeinsam überlegen, was wir weitergeben an die Ordensgemeinschaften. Ich kann mir außerdem vorstellen, bei der jährlichen Delegiertenversammlung der Ordenskonferenz einen Bericht zu geben.

Ich denke schon, dass unsere neue Arbeitsform, wie sie im Statut geregelt wird, eine Weiterentwicklung dessen ist, was Synodalität meint. Und ich glaube, dass wir da im Erzbistum Paderborn tatsächlich schon ziemlich weit sind.

Schwester Ulrike Brand
Redaktion

Sie haben eben schon das Stichwort Synodalität genannt. Sehen Sie in der neuen Form des Rates Verbindungslinien zum Synodalen Weg oder auch zum weltweiten synodalen Prozess, der ja auch unter Papst Leo XIV. weitergehen wird?

Schwester Ulrike

Ich denke schon, dass unsere neue Arbeitsform, wie sie im Statut geregelt wird, eine Weiterentwicklung dessen ist, was Synodalität meint. Und ich glaube, dass wir da im Erzbistum Paderborn tatsächlich schon ziemlich weit sind. Wir sind da auf einem sehr guten Weg, der ja auch von unserem neuen Erzbischof ausdrücklich gewollt ist. Er hat eine sehr gute, offene und gemeinschaftliche Atmosphäre in den Sitzungen geschaffen. Das ist schon bemerkenswert.

Redaktion

Das Statut sieht bis zu sechs neue Mitglieder vor, die sich um einen Platz im Diözesanpastoralrat bewerben können. Wie würden Sie potentielle Bewerberinnen und Bewerber ermutigen?

Schwester Ulrike

Ich denke, Sie können sich wirklich darauf freuen, ein lebendiges Kirchengremium zu erleben und auch eine ganz andere Sicht auf die Kirche zu bekommen. Und Sie dürfen sich darauf freuen, dass Sie Verantwortung tragen dürfen, können und sollen.

Redaktion

Haben Sie eine Wunschvorstellung, wie der neue Diözesanpastoralrat im Idealfall aussehen soll?

Schwester Ulrike

Meine Wunschvorstellung ist, dass unterschiedliche Menschen und damit sehr vielfältige Gedanken zusammenkommen. Und dass auf dem Weg zu einer Entscheidungsfindung die Mitglieder den Mut haben, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und „out of the box“ zu denken. Ich glaube, dann werden die Ergebnisse richtig gut. Deswegen finde ich es auch ganz wichtig, dass junge Leute in den Rat kommen werden. Junge Leute sind die Zukunft der Kirche und die müssen ihre Anliegen vertreten können. Und wenn die jungen Leute im Erzbistum merken, dass sie im Diözesanpastoralrat vertreten werden, dann kann das für sie Motivation und Ansporn sein, sich weiterhin für Kirche zu engagieren.  Wichtig ist mir auch zu sagen: Was der Diözesanpastoralrat tut, ist nicht nur rein administrativ. Es geht um die Frage, wie wir in unserer Zeit glauben und den Glauben in unserer Zeit lebendig halten können.

Welche Erwartungen Jan Hilkenbach, Diözesanvorsitzender des BDKJ und Vorsitzender des Diözesankomitees, an das neue Statut des Diözesanpastoralrates knüpft, erfahren Sie hier.

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