Gesten sind ein wichtiger, unverzichtbarer Teil unserer menschlichen Kommunikation. Sie spiegeln Emotionen, stiften Beziehungen, markieren Machtverhältnisse, haben symbolische oder spirituelle Bedeutungen. Ab dem 18. Oktober 2025 zeigt das Diözesanmuseum Paderborn ausgewählte Exponate seiner Sammlung unter dem Titel: DIE HÄNDE ZUM HIMMEL. Gruß – Geste – Gebet. Zu sehen sind Skulpturen, Gemälde und Grafiken, Buch- und Schatzkunst.
Zur Eröffnung der Ausstellung Die Hände zum Himmel. Gruß – Geste – Gebet am Samstag, dem 18. Oktober 2025, um 14 Uhr begrüßt Direktor Holger Kempkens das Publikum, danach gibt Kuratorin Elisabeth Maas eine kurze Einführung in die Ausstellung. Es folgen in der Zeit von 14 bis 18 Uhr Führungen mit der Kuratorin, eine Familienführung und Angebote für Kinder. Der Eintritt am Eröffnungstag ist frei. Für alle Neugierigen ist das Museum bereits ab 10 Uhr geöffnet.
Die Neupräsentation ist in fünf Abteilungen gegliedert, und einige der gezeigten Sammlungsstücke waren noch nie im Diözesanmuseum zu sehen. Darunter ein seltener spätgotischer Kanzelkorb, eine Beweinung Christi des Kölner Malers Anton Woensam und eine Gottvater-Skulptur von Ernst Barlach. Die ausgestellten Werke stammen aus den vergangenen rund 1000 Jahren. Somit schlägt die Ausstellung einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter über die Neuzeit bis in die Gegenwart.
Verschiedenste Themenkomplexe im Fokus
Im Fokus stehen die kleinen und großen Gesten, die Skulpturen zu Überbringern von Nachrichten, zu Mahnern oder Personifikationen von Tugenden und Lastern machen. Auch auf Gemälden kommt den Gesten eine wichtige Rolle zu, nicht selten führen sie zum eigentlichen, zum tieferen inhaltlichen Kern des Dargestellten. Gestenreich verkünden Engel die Botschaft Gottes. Menschen mit gefalteten Händen suchen den Kontakt zum Göttlichen, andere verbergen in Trauer ihr Gesicht.
Marienskulpturen aus allen Epochen präsentieren das göttliche Kind auf ähnliche Weise als Erlöser der Welt. Ebenso verhält es sich mit der trauernden Maria, die als Pietà, den toten Gottessohn nach der Abnahme vom Kreuz auf ihrem Schloss hält. Ein beeindruckendes Beispiel für eine wirkungsvolle gestische Darstellung ist auch die Skulptur des Erzengels Gabriel, der seine Hand ausladend zum Himmel streckt, während er der jungen Maria verkündet, dass sie von Gott auserwählt wurde durch den Heiligen Geist einen Sohn zu empfangen und zur Welt zu bringen.
Die einzelnen Abteilungen der Sammlungspräsentation widmen sich Themenkomplexen wie „Zwischen Himmel und Erde“, „Auf dem himmlischen Thron“ oder „Tod, Trauer, Einsamkeit”. Die Darstellungen von Gruß, Geste und Gebet werden hier jeweils zu zentralen, verbindenden Elementen.