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© BalkansCat / Shutterstock.com
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Die Frage am Marktstand

Vor 1700 Jahren war die Frage nach Jesu Wesen ein öffentliches Streitthema – heute schweigen viele über Religion. Weihbischof König erinnert im WDR Hörfunk an das Konzil von Nizäa und daran, warum es auch heute entscheidend ist, ob Jesus Gottes Sohn ist – oder eben nur ein guter Lehrer.

Hier können Sie den Beitrag, von Weihbischof Matthias König gesprochen, hören:

Können Sie sich das vorstellen, liebe Hörerinnen und Hörer? Sie gehen auf den Markt und werden am Gemüsestand gefragt: „Ist Jesus Christus denn nun Gottes Sohn oder ist er nur ein vergöttlichter Mensch?“

Heute kann man über fast alles reden und streiten. Nur: Religion gehört eher in die Tabuzone. Es hat tatsächlich Zeiten gegeben, da war der Glaube mit seinen Inhalten Marktgespräch. Überall wurde die Frage diskutiert, ob Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch ist – oder eben nicht. Ein Priester namens Arius hatte Letzteres Anfang des 4. Jahrhunderts behauptet und damit die junge Christenheit gespalten. Die Frage wurde heftig erörtert. Es wurde gestritten, ja sogar gekämpft.

Daran erinnert ein Jubiläum, das es in diesem Jahr unter den Christen zu feiern gilt: vor 1700 Jahren kam eine große Kirchenversammlung zusammen in dem kleinen kleinasiatischen Städtchen Nizäa, nahe Istanbul gelegen. Kaiser Konstantin, der mächtige Herrscher des Römischen Reiches, hatte dazu alle Bischöfe seines Herrschaftsbereiches zusammengerufen. Es ging genau um diese grundsätzliche Frage: Ist Jesus Christus wirklich Gottes Sohn oder ist er nur ein vergöttlichter Mensch?

Man mag heute fragen, warum solche alten Streitigkeiten uns heute noch interessieren müssen? Die Antwort ist: Damals wurden Weichen gestellt, die für die 2,4 Milliarden Christen auf dem Erdkreis bis heute wichtig und leitend sind: Jesus ist Gottes Sohn und wenn er es nicht wäre, wäre er bloß ein großer Lehrer. Aber davon gab es viele.

Unser Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat das vor einiger Zeit in einem Interview anschaulich gemacht:

Wenn Jesus nicht Gott ist, dann ist er ein großer Lehrer. Aber er kann mich nicht retten. Und wenn das Weltall nicht von einer Macht regiert wird, die Liebe ist und damit Person, dann bin ich nur dem blinden Los einer Lottomaschine ausgesetzt.

Darum erinnern alle Konfessionen an diesem besonderen Jahrestag, an das Konzil von Nizäa. Damals wurde die Gottes-sohnschaft Jesu als verbindliche Grundlage für den gemeinsamen Glauben festgelegt. Sie ist Teil des Credos, des Glaubensbekenntnisses, das Ost- und Westkirche, Katholiken und Protestanten eint.

Um noch einmal unseren Erzbischof in Paderborn zu zitieren: „Wenn Jesus nicht Gottes Sohn ist, dann ist er ein großer Lehrer, aber er kann mich nicht retten!“

Ich persönlich erlebe Jesus als Retter, als einen, der mich begleitet, auch in den kleinsten Dingen meines Lebens. Er gibt mir Kraft, wo ich keine Kraft habe. Er macht mir Mut, wo mich der Mut verlässt.

Ich bin dankbar, dass damals die versammelten Bischöfe diese großen Weichen gestellt haben, die mir diese Hoffnung lebendig erhält. Und immer und immer wieder kann ich im Herzen mich Jesus zuwenden und mit einem ganz kurzen Gebet mein Vertrauen zu ihm erneuern: Jesus, ich vertraue auf dich!

Einen vertrauensvollen Tag wünscht Ihnen Weihbischof Matthias König aus Paderborn

Mehr zum Konzil von Nizäa und seine Bedeutung erfahren Sie im Beitrag von Dr. Claudia Nieser:

 

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Weihbischof

Matthias König

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