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Der Wunsch nach persönlichem Gottvertrauen

Bistumsweite Eröffnung der „Ewigen Anbetung“ im Hohen Dom zu Paderborn mit Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck
© Ronald Pfaff / Erzbistum Paderborn
Pressemeldung
27. November 2022
Paderborn

Der Wunsch nach persönlichem Gottvertrauen

Bistumsweite Eröffnung der „Ewigen Anbetung“ im Hohen Dom zu Paderborn mit Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck

Bei der bistumsweiten Eröffnung der „Ewigen Anbetung“ – traditionell am Vorabend des ersten Adventsonntags im Paderborner Dom – wünschte Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck allen Menschen für die Adventszeit „ein Werden und Wachsen in ihrem persönlichen Gottvertrauen“. Gottvertrauen habe zu tun mit dem liebenden Blick auf die Welt in all ihrer Not, die Gott in Liebe anschaue: „Ein Ausdruck, diesen liebenden Blick Gottes zu erwidern und das ganz persönlich, ist die Anbetung.“

Am Beginn des neuen Kirchenjahres startete mit der „Ewigen Anbetung“ im Hohen Dom zu Paderborn jene Gebetskette, die während eines Jahres von den Kirchengemeinden des Erzbistums weitergetragen wird. Beterinnen und Beter bringen in Kapellen und Kirchen vor dem ausgesetzten Allerheiligsten ihre Anliegen vor Gott. Sie wachen und beten aber auch im stellvertretenden Gebet für alle Menschen und für die ganze Schöpfung.

Sorgen und Ängste der Menschheit

Visionen, die vom Ende der Welt sprechen, machten Angst, sprach Dr. Bredeck die Sorgen der Menschheit an: „Wie in jedem Jahr beginnt auch der Advent 2022 in der Kirche mit der Erinnerung daran, dass es einmal ein Ende haben wird mit uns, den anderen, der Welt und mit all ihren Schönheiten.“ Das Evangelium des ersten Adventssonntags (Mt 24, 29-44) führe das Ende des Lebens in fantasievollen Bildern vor Augen. Bredeck: „Die Botschaft des Evangeliums ist: Nichts auf Erden ist so gewiss wie das Ende des Lebens.“ Die Bilder des Evangeliums seien zwar zeitgebunden, aber jede Generation habe ihre „eigenen Angstmacher“. Doch es bliebe die feste Zusage Jesu an die Menschen und an die Welt, dass er rette, heile, befreie, erlöse und auferwecke –„und zwar alles, was sich nach einem guten Ende sehne“. Der Glaube ließe das Leben sinnvoll erscheinen, wenn andere ihm seinen Sinn schon längst abgesprochen hätten.

„Herbstgedicht“ von Rainer Maria Rilke

Schon der Dichter Rainer Maria Rilke habe in seinem „Herbstgedicht“ diese Hoffnung geteilt: „Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit Verneinen der Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andere an: es ist in allen… Und doch ist einer, welcher dieses fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“

„Gebet für einen guten neuen Erzbischof“

Nach dem Festgottesdienst wurde auf dem Altar des Hohen Doms eine Monstranz mit dem Allerheiligsten, dem im gewandelten Brot gegenwärtigen Christus, gestellt. Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck lud die Gläubigen zur Mitandacht ein. Ein besonderes Anliegen war dabei auch das „Gebet für einen guten neuen Erzbischof“. Monsignore Bredeck betonte, dass in diesem Jahr der Sedisvakanz besonders der leere Bischofsstuhl in den Blick genommen werden solle: „Wir wollen für einen guten neuen Erzbischof in der Nachfolge von Erzbischof em. Hans-Josef Becker beten, den wir, so hoffen wir, im neuen Kirchenjahr bekommen werden“, so Bredeck.

Während der sich anschließenden Anbetung, die durch meditative Musik und Stille sowie durch die Illumination des Gotteshauses gestaltet war, konnten die Gläubigen vor dem Allerheiligsten verweilen oder eine Kerze entzünden. Danach wurde die Komplet, das Nachtgebet der Kirche, gebetet, auf das eine stille nächtliche Gebetswache bis zum Sonntagmorgen folgte. Nach den Sonntagsmessen wurde das Allerheiligste zu Betstunden erneut auf den Altar des Domes gestellt.  Betstunden der Geistlichen Gemeinschaften, der Pfarrei St.Liborius und für die Ordensleute schlossen sich an, bevor am Abend der feierliche Abschluss der Ewigen Anbetung im Hohen Dom mit Domkapitular Althaus stattfand.

Hintergrund: Ewige Anbetung

Über das ganze Kirchenjahr hinweg werden mit der „Ewigen Anbetung“ die Anliegen der Kirche, des Erzbistums Paderborn und der Gemeinden in einer Gebetskette in die Pfarreien und Klöster der Erzdiözese Paderborn getragen. Die „Ewige Anbetung“ geht im Erzbistum Paderborn auf Bischof Konrad Martin zurück, der sie zum ersten Advent 1857 einführte. In seinem damaligen Hirtenschreiben heißt es: „Vom ersten Advents-Sonntage an soll die ewige Anbetung ununterbrochen bei Tag und bei Nacht in unserer Diözese fortdauern, dergestalt, dass immer die eine Kirche oder Gemeinde die andere in der Anbetung des Allerheiligsten ablöse in der von Uns festgesetzten Reihenfolge und nach dem einer jeden Kirche und Gemeinde zugemessenen Zeitmaße.“

Ein Beitrag von:
Redakteur

Ronald Pfaff

 
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