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© Dr. Claudia Nieser / Erzbistum Paderborn
© Dr. Claudia Nieser / Erzbistum Paderborn

Das Konzil von Nizäa, eine Sternstunde der Menschheit

Aus Anlass des 1.700-jährigen Jubiläums des Konzils von Nizäa wurde am Libori-Montag im Hohen Dom eine ökumenische Andacht gefeiert

1.700 Jahre ist es nun her, seit die Kirche auf dem Konzil von Nizäa ein erstes Glaubensbekenntnis verabschiedete. Dieses Ereignis prägt auch das diesjährige Libori-Fest: Am Montag wurde im Hohen Dom eine besondere ökumenische Andacht aus Anlass des Nizäa-Jubiläums gefeiert, gemeinsam geleitet von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Bischof Emmanuel Sfiatkos aus Berlin von der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland. In Anlehnung an ein Zitat des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig bezeichnete Erzbischof Dr. Bentz das Konzil als „Sternstunde der Menschheit“.

Das Bekenntnis von Nizäa war kein Selbstläufer

In seiner Predigt erinnerte der Erzbischof daran, wie sich Menschen damals vor 1.700 Jahren zusammengesetzt hatten, um zu bekennen, was Christinnen und Christen von Anfang an geglaubt hätten: Jesus Christus ist „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“. Es sei kein Selbstläufer gewesen, dass das Bekenntnis von Nizäa formuliert werden konnte, so Erzbischof Dr. Bentz weiter, sondern ein gemeinsames hartes, theologisches Ringen. Schon damals sei Synodalität der Weg zur Erkenntnis gewesen, im gemeinsamen aufeinander Hören, Fragen, sich inspirieren lassen.

In Nizäa hätten das präzise, klare griechische Denken und die Offenbarung des Evangeliums zusammengefunden, führte Erzbischof Dr. Bentz weiter aus. Mit Hilfe der Offenbarung hätten griechische Philosophen sagen können, dass das Wesen der Wirklichkeit kein „abstraktes Prinzip über uns“, sondern dass die Wahrheit die „Liebe unter uns“ sei. Und mit Hilfe des griechischen Denkens habe die Kirche eine Sprache gefunden, um das Geheimnis so auszudrücken, dass es auch die klügsten Köpfe der Welt verinnerlichen konnten. „So entstand damals das große Credo, das wir bis heute beten.“

Erzbischof Dr. Bentz verwies auch darauf, dass die Wahrheit durch das Bekenntnis von Nizäa kein Besitz geworden sei. „Wir müssen nicht so tun, als hätten wir den Glauben mit diesen Worten perfekt im Griff“, sagte er. „Wir dürfen durchaus demütig sein und das unendliche Geheimnis Gottes als das nehmen, was es ist: im letzten unfassbar, unendlich.“

Dank für die Gastfreundschaft

Bischof Emmanuel Sfiatkos bedankte sich bei Erzbischof Bentz für die Gastfreundschaft und für das ökumenische Zeichen, das er mit der ökumenischen Andacht setze. Damit lege er Zeugnis ab für die große Hoffnung auf Einheit. Ein Dialog sei heute wichtiger denn je, denn die Welt brauche eine geeinte christliche Stimme. In diesem Sinne mahne das Jubiläum des Konzils von Nizäa zur Nächstenliebe und auch dazu, einander anzunehmen.

Große ökumenische Beteiligung

Das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn hatte die ökumenische Andacht am Nachmittag des Liborimontags vorbereitet. Während des Gottesdienstes war die eigens zum Jubiläum geschriebene Nizäa-Ikone im Altarraum des Domes aufgestellt. Zu den Mitwirkenden zählten auch Bischof Damian von der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Superintendent Volker Neuhoff von der Evangelischen Kirche Paderborn, Landessuperintendent Dietmar Arends von der Lippischen Landeskirche sowie Pater Dr. Augustinus Sander OSB vom Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen in Rom. Weiterhin nahmen teil: Erzbischof Mattias Nayis, amtierender Metropolit der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron von der griechisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Bernd Krämer von der neuapostolischen Kirche in Paderborn und Pierre Struck von der Paderkirche. Musikalisch gestalteten ein orthodoxer Chor und eine katholische Schola die Andacht mit.

Infos zum Konzil von Nizäa

Das Konzil von Nizäa fand im Jahr 325 statt. Es gilt als das erste Ökumenische Konzil in der Geschichte der Christenheit. Seine ökumenische Bedeutung liegt darin, dass sich bis heute alle Kirchen und Konfessionen auf dieses Konzil berufen. Erstmals wurde von diesem Konzil ein Glaubensbekenntnis verabschiedet, das bis heute die gemeinsame Bekenntnisgrundlage für alle Christinnen und Christen bildet. Es wurde – in seiner ökumenischen Fassung – während der Andacht im Paderborner Dom gemeinsam gebetet. Die zum Jubiläum gestaltete Nizäa-Ikone veranschaulicht, dass synodale Beratung von Anfang an ein Merkmal der christlichen Kirche war. Das 1.700-jährige Konzilsjubiläum wird in diesem Jahr von den christlichen Kirchen weltweit mit vielen Tagungen, Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen begangen.

Warum das Konzil von Nizäa auch heute noch Bedeutung hat

Vor ziemlich genau 1.700 Jahren, um den 20. Mai 325 nach Christus, fand das Konzil von Nizäa statt. Auch wenn es spekulativ ist: Hätte es nicht stattgefunden, hätten wir heute (vermutlich) einen ganz anderen Glauben. Auch für die Ökumene ist das Ereignis wichtig.

Plakat und Postkarte mit nizäno-konstantinopolitanischem Glaubensbekenntnis im Shop

Aus Anlass des 1.700jährigen Jubiläums des Konzils von Nizäa gibt es im 1000 gute Gründe-Shop ein Plakat und eine Postkarte, die ab sofort heruntergeladen und über den Copyshop bestellt werden können. Beide sind beschriftet mit dem nizäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis, dessen Grundlagen beim Konzil von Nizäa gelegt wurden.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Redaktion

Dr. Claudia Nieser

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