Das Bekenntnis von Nizäa war kein Selbstläufer
In seiner Predigt erinnerte der Erzbischof daran, wie sich Menschen damals vor 1.700 Jahren zusammengesetzt hatten, um zu bekennen, was Christinnen und Christen von Anfang an geglaubt hätten: Jesus Christus ist „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“. Es sei kein Selbstläufer gewesen, dass das Bekenntnis von Nizäa formuliert werden konnte, so Erzbischof Dr. Bentz weiter, sondern ein gemeinsames hartes, theologisches Ringen. Schon damals sei Synodalität der Weg zur Erkenntnis gewesen, im gemeinsamen aufeinander Hören, Fragen, sich inspirieren lassen.
In Nizäa hätten das präzise, klare griechische Denken und die Offenbarung des Evangeliums zusammengefunden, führte Erzbischof Dr. Bentz weiter aus. Mit Hilfe der Offenbarung hätten griechische Philosophen sagen können, dass das Wesen der Wirklichkeit kein „abstraktes Prinzip über uns“, sondern dass die Wahrheit die „Liebe unter uns“ sei. Und mit Hilfe des griechischen Denkens habe die Kirche eine Sprache gefunden, um das Geheimnis so auszudrücken, dass es auch die klügsten Köpfe der Welt verinnerlichen konnten. „So entstand damals das große Credo, das wir bis heute beten.“