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© Antonio Nardelli / Shutterstock.com
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Das Jahr steht auf der Höhe

Mitten im Sommer lässt der Blick aufs Jahr 2025 innehalten: Schon Halbzeit – doch vieles wirkt aus dem Gleichgewicht. In seinem Morgenimpuls für den WDR erinnert Weihbischof Matthias König daran, was trägt: Gottes Zusage, unser Leben verlässlich zu begleiten.

Hier können Sie den Beitrag hören:

„Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht“ – so heißt es in einem Lied aus dem Gotteslob, das zum Mittsommer passt. Ich mag es, denn die Melodie geht sofort ins Herz:

Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut, Herr zwischen Blühen und Reifen und Ende und Beginn. Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.

(Gotteslob Nr. 465)

Zugleich erschrecke ich fast ein wenig:„Das Jahr steht auf der Höhe“ – heute ist tatsächlich bereits der 17. Juli! Über die Hälfte des Jahres ist bereits verstrichen. Dabei fühlt es sich für mich immer noch so an, als habe das Jahr gerade erst begonnen.

Ich kann mich noch erinnern, wie mir als Kind zum ersten Mal bewusst wurde, dass Zeit verrinnt. Wahrscheinlich noch im Grundschulalter ging mir blitzartig durch den Kopf: Jetzt ist bereits schon wieder eine Woche vergangen. Vorher hatte ich offenbar „zeitlos“ gelebt.

Dass die Zeit verrinnt, gehört zu den Herausforderungen des Alltags. Wir können die Zeit nicht festhalten. Manchmal zerrinnt sie uns zwischen den Fingern. Mehr als über die vergehende Zeit zu erschrecken, lässt mich ein Blick auf den Zustand dieser Welt sorgenvoll zurück. Gerade in diesem Jahr scheinen all die Probleme, Schwierigkeiten und Konflikte, die wir aus dem alten Jahr mitgebracht haben, auf die Spitze getrieben zu sein: All die Kriege in der Welt gehen weiter. Millionen sind auf der Flucht, hungern und leben im Elend. Die Weltgemeinschaft schaut oft hilflos zu – oder schaut längst weg. Nicht wenige ziehen sich zurück, schauen noch nicht mal mehr Nachrichten. Das Leben ist ja ohnehin schon kompliziert genug.

Was kann da Hoffnung geben? Was bringt unsere innere Waage in Balance?
Für mich ist es das Vertrauen auf einen Gott, dem nichts in unserem Alltag zu banal ist, als dass wir es ihm nicht hinhalten dürften. Ich vertraue auf einen Gott, der Anteil an unserem Leben nimmt. Das hat Er gezeigt, als sein eigener Sohn einer von uns Menschen geworden ist. Für mich ist Er derjenige, der all das wieder in die Waage bringt, was aus dem Gleichgewicht geraten ist – in der Welt und in meinem Leben. Mir helfen dazu Momente, in denen ich mich ganz auf Ihn einstelle. Besser noch: Ich trage es vor ihn, spreche es laut aus. Dabei erwarte ich gar nicht, dass sich alles in dem Moment so verändert, wie ich es erhoffe. Aber in dem ich es ihm hinhalte, wird mir die Last ein bisschen leichter.

Gute Worte helfen dabei, innerlich wieder in die Waage zu kommen. Worte, wie ich sie ich in der Heiligen Schrift finde. Für mich ist das ein Satz, wie ich ihn am Ende des Matthäus-Evangeliums finde: Da sagt Jesus zu seinen Jüngern:

Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt!

Mt 28,20

Ich brauche keine Angst zu haben – vor nichts und vor niemandem. Denn auch diese zweite Jahreshälfte, zu der sich die große Waage geneigt hat, ist begleitet.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Weihbischof

Matthias König

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