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© Erzbistum Paderborn
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„Christus in der Kelter“

Paderborner Metropolitankapitel erhält Kabinettsscheibe des Glasmalers Nikolaus Bette

Der deutsche Glasmaler Nikolaus Bette hat bereits in den 1980er Jahren seine Spuren im Hohen Dom zu Paderborn hinterlassen: An den Seitenwänden des Langhauses erzählen seine Malereien die Geschichte des pilgernden Gottesvolkes. Ein besonderes Motiv, das bisher nicht im Paderborner Dom zu sehen war, ist das von „Christus in der Kelter“, auch bekannt als „Jesus in der Weinpresse“.

Peter Vennebusch, Neffe des Glasmalers, überreichte Dompropst Joachim Göbel stellvertretend für das Paderborner Metropolitankapitel jetzt eine Kabinettsscheibe, die sein Onkel gefertigt hatte und die bisher in Familienbesitz war. Das Glasgemälde, das etwa DIN A3-Größe hat, zeigt das Bildmotiv „Christus in der Kelter“, das aus Sicht frühchristlicher Exegeten als Vorhersage des Leidens Christi galt. Wie Trauben in der Kelter zu Wein werden, wird das vergossene Blut Christi als Quelle des Heils für die Menschen verstanden – eine Versinnbildlichung der Eucharistie. Wesentliche Grundlagen des Bildmotivs sind die Textstellen „Ich trat die Kelter allein“ im Alten Testament und „Ich bin der wahre Weinstock“ aus dem Johannesevangelium. Das Motiv gehört gemeinhin zu den bedeutendsten Bildmotiven der christlichen Kunst.

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Das Glasgemälde, das etwa DIN A3-Größe hat, zeigt das Bildmotiv „Christus in der Kelter“, das aus Sicht frühchristlicher Exegeten als Vorhersage des Leidens Christi galt. Wie Trauben in der Kelter zu Wein werden, wird das vergossene Blut Christi als Quelle des Heils für die Menschen verstanden – eine Versinnbildlichung der Eucharistie.

Die Kabinettsscheibe sei ursprünglich ein Geschenk an seine Mutter gewesen, berichtete Peter Vennebusch. Nach ihrem Tod habe das Glasgemälde, das er 2019 im Glasmalerei-Studio Peters in Paderborn restaurieren und aufbereiten ließ, sein Treppenhaus geziert. Nun jedoch soll die eindrucksvolle Kabinettsscheibe einen würdigen Platz im Paderborner Dom erhalten und Besucherinnen und Besuchern der Bischofskirche Freude bereiten. Über den genauen Aufstellungsort berät das Metropolitankapitel aktuell noch.

Sein künstlerisches Leben hat mein Onkel den Kirchenfenstern gewidmet.

Peter Vennebusch, Neffe von Glasmaler Nikolaus Bette

Künstlerische Auseinandersetzung

„Mit der Religion und speziell mit dem Katholizismus hat sich mein Onkel Nikolaus Bette stark auseinandergesetzt“, schilderte Peter Vennebusch und erklärte weiter: „Seine Werke spiegeln diese Auseinandersetzung wider. Das, was die Kirche durch das Evangelium ausdrücken will, hat er in seinen Glasmalereien verarbeitet.“
Die Herangehensweise Bettes entspreche dabei dem wesentlichen Zweck, den Kirchenfenster seit jeher erfüllen, ergänzte Dompropst Monsignore Joachim Göbel: „Die Fenster einer Kirche bildeten schon immer theologische Botschaften ab. Menschen, die nicht lesen konnten, erhielten auf diese Weise Zugang zu den Geschichten der Bibel.“ Auch heute kämen Kirchenfenstern eine didaktische Rolle zu. „Nicht alle Menschen, die den Dom besuchen, sind mit den Geschichten der Bibel vertraut. Gerade bei Domführungen erzählen die Malereien in den Kirchenfenstern diese Geschichten dann kurzweilig.“

Aufwändiger Entstehungsprozess

Vielfach unterschätzt werde die Zeit, die Glasmaler wie sein Onkel für die Entstehung eines solchen Fensters aufbringen müssen, machte Peter Vennebusch deutlich. Zunächst werde der Entwurf im Maßstab 1:100 gezeichnet, später dann in 1:10, dann schließlich in 1:1. Ein Prozess, für den der Glasmaler stets mit Leidenschaft brannte, berichtete sein Neffe: „Sein künstlerisches Leben hat mein Onkel den Kirchenfenstern gewidmet. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er je etwas anderes gemacht hat. Noch heute ist er der Kirche stark verbunden.“

Nikolaus Bette (*1934) ist ein deutscher Glasmaler aus Bottrop. Nach seiner Ausbildung, unter anderem beim Künstler Oskar Kokoschka, spezialisierte er sich auf sakrale Kunst. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die zwischen 1982 und 1988 entstandenen Fenster im Langhaus des Paderborner Doms, die als Hauptwerk seines Schaffens gelten.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Isabella Maria Struck
Referentin Team Presse

Isabella Maria Struck

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