Das Mahnmal für Betroffene sexualisierter Gewalt im Erzbistum Paderborn ist ab sofort öffentlich zugänglich. Unter dem Titel „memory – AUFDECKEN + ERINNERN“ wurde das interaktive Kunstwerk des Münchner Künstlers Christoph Brech am Montag, 2. März 2026, zunächst Betroffenen sowie Pressevertreterinnen und -vertretern vorgestellt. In einer anschließenden öffentlichen Gedenkstunde hatten Interessierte Gelegenheit, das Mahnmal erstmals auf sich wirken zu lassen. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz betonte, der Hohe Dom zu Paderborn sei ein Ort des Glaubens und der Geschichte – ein Ort der Identifikation für die Kirche von Paderborn. Dass das Mahnmal für Betroffene sexualisierter Gewalt hier seinen Platz gefunden habe, sei gut so. Der Erzbischof konkretisierte: „Nicht irgendwo, sondern hier – in der Mitte des Erzbistums.“ Mit dem Mahnmal setzt das Erzbistum Paderborn gemeinsam mit dem Metropolitankapitel und der Betroffenenvertretung ein sichtbares Zeichen der Erinnerung und Mahnung.
Ein Tisch mit 25 quadratischen, drehbaren Feldern: Das Mahnmal, mit dem Titel „memory – AUFDECKEN + ERINNERN“ ist an das gleichnamige Spiel Memory angelehnt. Während die oberen Seiten der Felder identisch aussehen, offenbaren die Rückseiten Texte, Bilder, Fotos und Collagen, die von Betroffenen gestaltet wurden. Wer ein Feld umdreht, bringt individuelle Perspektiven ans Licht. „Diese Felder sind austauschbar – die Erinnerungen, die dargestellt sind, sind daher nicht begrenzt. Sie können jederzeit ergänzt werden. Gerade diese Eigenschaft ist entscheidend, da sich die Aufarbeitung in einem andauernden Prozess befindet“, erläuterte der Künstler Christoph Brech.