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„Balve ist mein zweites Zuhause geworden“

Pfarrer Dr. Cosmas Alule aus Uganda macht Urlaubsvertretung im Pastoralverbund Balve-Hönnetal

„Auf eine Kaffeelänge mit …“ Dr. Cosmas Alule, Pfarrer aus Uganda und Urlaubsvertretung im Pastoralverbund Balve-Hönnetal

Innerhalb unserer Reihe „Auf eine Kaffeelänge mit …“ treffen wir uns wöchentlich mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Einzige Bedingung der Zusammenkunft: Das Meeting endet, sobald der Kaffeebecher geleert ist. Diesmal haben wir uns mit Pfarrer Dr. Cosmas Alule aus Uganda getroffen, der seit 23 Jahren Urlaubsvertretung im Pastoralverbund Balve-Hönnetal macht.

Erster Kontakt mit Pfarrer Theo Kramer

„Seit 1998 bin ich in jedem Jahr im Juli und August fünf bis sechs Wochen hier in Balve“, blickt Dr. Cosmas Alule mit großer Freude auf die vielen Jahre zurück: „Ich fühle mich wohl, es ist mein zweites Zuhause geworden. Die Menschen sind immer freundlich und aufgeschlossen.“ Dabei führte ihn der Weg ein wenig zufällig ins Hönnetal. Während des Studiums in Frankfurt am Main bewarb sich Alule beim Erzbistum Paderborn, Urlaubsvertretungen übernehmen zu wollen. „Bis dahin bin ich im Bistum Augsburg eingesprungen“, freute sich Cosmas Alule dann, als der damalige Balver Pfarrer Theo Kramer zu ihm Kontakt aufnahm und ihn sogar in der Hessen-Metropole besuchte.

Zu Beginn, so erinnert sich Alule, sei sein Urlaubs-Wohnort Garbeck noch eine selbstständige Gemeinde gewesen. „Jetzt ist alles zu einem großen Pastoralverbund Balve-Hönnetal gewachsen. Diese ganzen Entwicklungen konnte ich den Jahren miterleben.“ Garbeck ist ihm doch besonders ans Herz gewachsen, weil er dort auch in landschaftlich schöner Umgebung wohnt. „Die Berge sind hier höher. Die Wälder und Wiesen sind ganz anders.“ In Uganda seien es eher kleinere Hügel und die Vegetation tropisch mit Savanne. Es wachsen Baumarten wie Mahagoni und Eukalyptus.

„Bei uns feiert man mit dem ganzen Körper“

Beeindruckt haben Cosmas Alule von Beginn an die Gottesdienstfeiern in Balve. Und dann habe es gleich drei Heilige Messen am Wochenende in einer Kirche gegeben. „Allerdings unterscheiden sich die Gottesdienste von denen in Uganda sehr. Vor allem nimmt man sich bei uns mehr Zeit“, sagt er und ergänzt: „Bei uns dauen die Messfeiern länger, weil wir eine andere Vorstellung von Zeit haben. Wir haben nicht so viel Zeitdruck. Der Gottesdienst ist für viele Gläubige bei uns auch die einzige Gelegenheit in der Woche, sich mit anderen zu treffen und zu feiern.“ Fröhlichkeit, Singen und Tanzen seien typisch. „Bei uns feiert man mit dem ganzen Körper.“

Langjähriger Leiter des Priesterseminars in Uganda

Auch in Balve habe er diese Form der Gottesdienstfeier ausprobiert und durchaus positive Reaktionen darauf erhalten. Überhaupt sei das Miteinander außergewöhnlich gut. Zum Weltjugendtag 2005 seien acht junge Leute aus seiner Heimatgemeinde in Uganda Gäste in Balve gewesen. „Da haben wir den Gottesdienst nach afrikanischem Vorbild gefeiert. Das war nicht nur sehr schön, sondern kam auch gut an.“

217 Priesteramtskandidaten

Der katholische Glaube könne in Uganda gut gelebt werden, bestätigt Dr. Cosmas Alule, der auf eigenen Wunsch Pfarrer in einer ländlichen Gemeinde ist. Davor leitete er  13 Jahre das Priesterseminar der Diözese. Eigentlich dürfe man den fünfjährigen Vertrag nur einmal verlängern, doch die Suche nach einem Nachfolger habe sich verzögert. „Wir hatten keine Nachwuchsprobleme, mussten sogar Bewerber ablehnen“, so Alule, der aus der Statistik anführt: „2007 gab es 126 Priesteramtskandidaten. In dem Jahr als ich als Rektor aufgehört habe, waren es sogar 217 junge Männer.“ Über den Besuch des  Paderborner Weihbischofs Matthias König hat sich Alule 2018 besonders gefreut. Der Weihbischof habe die Arbeit des Priesterseminars viel unterstützt.

Hintergrund

Dr. Cosmas Alule stammt aus der Diözese Alrua, im Nord-Westen von Uganda. Bischof des Bistums ist Sabino Ocan Odoki. 13 Jahre leitete Alule als Rektor das Priesterseminar in Gulu. Seit 2019 ist er Pfarrer der St. Lukas Gemeinde in Uganda. Studiert und promoviert hat der 60-Jährige an der in jesuitischer Trägerschaft stehenden Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt von 1995 bis 2000.

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