Fünf Strophen hat das Hallenberger Osterlied. Sie erzählen von Jesu Leid am Kreuz, der Passion, den unvorstellbaren Schmerzen. Dann die letzte Zeile: „So ist mein Seel´ gewissert, sie kommt in deine Händ.“ Das ist das Zeichen. Ein ohrenbetäubender Lärm setzt ein. Große hölzerne Ratschen, eine Handsirene, Hämmer, die auf Sägeblätter und Metallplatten schlagen. Selbstgebaute Krachinstrumente erfüllen die dunkle Nacht mit ohrenbetäubendem Lärm. Später ordnet die Trommel des Burschenvereins die Instrumente. Schlägt sie, klingen die metallenen Instrumente. Schweigt sie, werden die schweren Holzratschen geschwungen.
Osternacht ist schwere Arbeit
Die Hallenberger Osternacht ist eine Tradition, deren Gepräge aus vorchristlicher Zeit stammt. Ihr Ursprung ist heidnisches Brauchtum: Der Lärm sollte Dämonen vertreiben und Unheil abwenden. In der Zeit des Barocks erfuhr dieses Brauchtum in Hallenberg durch verschiedene Symboliken eine Christianisierung. Aus dieser Zeit stammt auch das zitierte Lied.