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Aufrecht durchs Leben Sechs Impulse aus den Psalmen

Wie halte ich durch, wenn das Leben schwer wird? Wenn Tränen fließen, wenn ich bloßgestellt werde, wenn die Gewalt kein Ende nimmt? In sechs Morgenandachten zeigte Prof. Dr. Egbert Ballhorn diese Woche im Deutschlandfunk, wie die Psalmen Worte für das Unsagbare finden – und wie sie dabei helfen, neue Kraft zu schöpfen. Für den nächsten Schritt. Für einen aufrechten Gang. Und für den Glauben, dass Gott mitgeht.

Tränen

Weinen kann befreiend sein – und ein stiller Ruf nach Trost. In der Bibel sind Tränen keine Schwäche, sondern Ausdruck tiefer Bewegung und Hoffnung. Die Psalmen sprechen vom Schmerz, vom Mitgefühl und von Gott, der keine Träne vergisst. Und sie erzählen von der Hoffnung, dass eines Tages alle Tränen abgewischt werden.

Resilienz

Resilienz ist mehr als Härte – sie ist die Kraft, sich nicht brechen zu lassen. Die Psalmen zeigen, wie Worte helfen können, Belastendes zu benennen und neue Stärke zu finden. Wer betet, bleibt nicht stumm, sondern richtet sich auf: „Du erhebst mein Haupt.“ So wächst Widerstandskraft – nicht nur aus uns selbst.

Gute Wege

Manche Wege sind kurz – und doch unvergesslich. Ein Vater reicht seinem Sohn die Hand, Jahrzehnte nachdem er selbst ihn geführt hat. Vertrauen, das trägt. Auch die Psalmen sprechen vom Unterwegssein mit Gott: Schritt für Schritt, oft ohne Weitblick – aber mit dem Licht für den nächsten Schritt.

Sie haben mich nicht überwältigt!

Gewalt verletzt – körperlich und seelisch. Doch wer überlebt, ohne daran zu zerbrechen, zeigt wahre Stärke. Die Psalmen geben Worten Raum, wo Sprachlosigkeit droht. „Sie haben mich bedrängt – doch sie haben mich nicht überwältigt.“ Eine biblische Mutkraft, die Hoffnung und Heilung verheißt.

Bloßgestellt

Bloßgestellt zu werden verletzt tief – damals wie heute. Die Psalmen geben der Erfahrung von Scham und Ausgrenzung Raum und erzählen zugleich von Würde, die nicht verloren geht. Auch Jesus teilt dieses Schicksal. Doch Gott ist einer, der nicht entblößt, sondern bekleidet – mit Achtung, Freude und neuer Würde.

Aufrecht

Aufrecht stehen – manchmal ist das schon ein Zeichen von Hoffnung. Die Psalmen geben Menschen, die gebeugt und klein gemacht werden, ihre Würde zurück. Sie laden ein, Unrecht zu benennen, für andere einzustehen – und selbst aufgerichtet zu werden. Ein Impuls für die Fastenzeit.

Ein Beitrag von:
Autor

Dr. Egbert Ballhorn

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