Franziska Kalin sollte selbst entscheiden, welchen Weg im Glauben sie mal geht. Deswegen haben ihre Eltern sie nicht taufen lassen. Doch obwohl bei ihr zu Hause niemand religiös war, hatte Kalin schon als Kind einen Draht nach oben. Sie kann nicht erklären, warum das so ist, aber sie erzählt, dass sie immer schon zu Gott gebetet hat. Zum Beispiel dafür, dass ihre Oma wieder gesund wird.
„Wenn es der Oma dann besser ging“, sagt Kalin, „war für mich als Kind klar, dass Gott meiner Oma geholfen hat.“ Es war wie ein Erfolgserlebnis, dass ihr Gebet etwas bewirkt hat. Sie sagt: „Ich hatte das Gefühl, dass ich mich auf Gott verlassen kann.“
Neben Erfolgserlebnissen kommen schwierige Phasen. In der Pubertät, in der Partnerschaft, in der Familie. Kalin macht die Erfahrung, dass es nicht immer so leicht ist, wie sie es als Kind glaubte: Ich bete für etwas und Gott erhört das Gebet.
Das ist zum Beispiel so, als ihre Großeltern starben: vor fünf Jahren ihr Opa, vor zwei Jahren ihre Oma. Beide waren für sie wichtige Bezugspersonen, die in der Kindheit nebenan gewohnt haben.
Franziska Kalin sagt: „Da war mein Wunsch, dass Oma überlebt. Aber ihr Wunsch war, dass sie zu Opa geht. Da wurde ihr Wunsch erhört – und das ist auch in Ordnung so.“
In dieser Phase betet Kalin immer wieder: „Gott, gib mir die Kraft, das durchzustehen.“