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© Photo Kozyr / Shutterstock.com
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Als Diakon eine Mission haben

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB weiht vier Seminaristen des Erzbistums Paderborn zu Diakonen

Vier Männern, die sich als Seminaristen des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn auf den Dienst als Priester vorbereiten, spendete Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker durch Handauflegung und Gebet in der Universitäts- und Marktkirche in Paderborn am Samstag, 12. September 2020, die Diakonenweihe. „Hier bin ich“ sagten zu Beginn des Gottesdienstes vor dem Weihbischof stehend laut und für alle vernehmbar die Weihekandidaten Jonathan Berschauer aus Wilnsdorf-Rödgen, Rolf Marcel Fischer aus Hagen, Stephan Kersting aus Westenholz und Florian Reddeker aus Hövelhof. Aufgrund der Corona-Pandemie war die ursprünglich im Mai geplante Weihe verschoben worden und es konnten auch jetzt lediglich geladene Gäste unmittelbar an der Weiheliturgie teilnehmen, allerdings konnte der Gottesdienst via Live-Stream mitgefeiert werden.

Durch Handauflegung und Gebet weihte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB vier Männer zu Diakonen. Am Ende der Weiheliturgie stellten sie sich zu einem Gruppenbild auf. V.l.n.r.: Subregens Matthias Klauke, Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Diakon Jonathan Berschauer, Diakon Rolf Marcel Fischer, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Diakon Florian Reddeker, Diakon Stephan Kersting. Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

„Gott möchte sein ‚Herzensanliegen‘ – ‚Ich liebe Dich und ich möchte eine Beziehung zu Dir haben!‘ – durch glaubende und glaubhafte Menschen zu anderen Menschen bringen und ihnen diese frohmachende Botschaft zusprechen“, betonte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB in seiner Predigt. Deshalb rufe Jesus Menschen in seine Nachfolge: „Sie, liebe Weihekandidaten, sind von Jesus berufen, um dieses ‚Herzensanliegen‘ den Menschen unserer Tage bekannt zu machen. Sie sind eingeladen, Beziehung zu Gott zu leben und sie anderen zu ermöglichen.“ Die Mission eines Diakons sei es, andere einzuladen, Gottes Wort zu hören, Jesus zu begegnen und sie auf diesem Weg zu begleiten.

Bei der „diakonalen Mission“ gehe es zudem darum, bei Menschen eine Suche nach einem „Mehr im Leben“ auszulösen, erinnerte Weihbischof Dominicus. Die Antwort auf dieses „Mehr“, auf diese Sehnsucht sei für Christen Gott. Um für Gott ein „effektiver Missionar und Diakon“ zu sein, komme es darauf an, die eigene Beziehung zu Gott zu pflegen und authentisch zu leben, mahnte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB die Weihekandidaten. „Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie in den kommenden Jahren dieser ‚diakonalen‘ Mission Gestalt geben und eine Gestalt dieser Mission sein können. Sie können und dürfen Ihre Mission leben, denn Sie dürfen darauf vertrauen, dass Gott Sie begleitet und Ihnen seinen missionarischen Geist schenkt“, sagte Weihbischof Dominicus zum Abschluss seiner Predigt.

Bereitschaft und Erwählung

Im feierlichen Gottesdienst wurden die vier Diakonatsweihekandidaten durch Diakon Michael Stiehler einzeln mit Namen aufgerufen, sie traten jeweils vor Weihbischof Dr. Domincus Meier OSB und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Dann bat der Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn, Domkapitular Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, den Bischof im Namen der Kirche, den Männern die Diakonenweihe zu spenden. Weihbischof Dominicus sagte: „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Diakonen“. Die Gottesdienstgemeinschaft antwortete mit „Dank sei Gott, dem Herrn.“.

Weiheversprechen

Nach der Predigt sangen die Weihekandidaten als Beginn der Weiheliturgie im Wechsel mit einem Kantor und der Schola den Heilig-Geist-Hymnus „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft …“ und rief damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann wurden die Weihekandidaten von Weihbischof Dominicus nach ihrer Bereitschaft zum diakonalen Dienst und zum Gehorsam gegenüber den Weisungen der Kirche befragt. Jeder Kandidat erklärte seine Bereitschaft, sich zum Diakon weihen zu lassen, in Gemeinschaft mit dem Bischof und den Priestern dem Volk Gottes zu dienen, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, das Stundengebet zu feiern, den Bedürftigen zu helfen und sein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu gestalten. Danach traten die Weihekandidaten einzeln vor Weihbischof Dominicus, knieten sich jeweils vor ihn, legten ihre Hände in seine Hände und versprachen dabei ihrem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. In der anschließenden Allerheiligenlitanei wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen, zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen dabei die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden.

Weihe

Durch Auflegen der Hände und sein Gebet spendete Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB danach die Diakonenweihe. Im anschließenden Weihegebet betete der Weihbischof: „Das Evangelium Christi durchdringe ihr Leben. Selbstlose Liebe sei ihnen eigen, unermüdliche Sorge für die Kranken und Armen. Mit Würde und Bescheidenheit sollen sie allen begegnen, lauter im Wesen und treu im geistlichen Dienste. In ihrem Wirken sollen Jesu Weisungen aufleuchten, das Beispiel ihres Lebens soll die Gemeinde auf den Weg der Nachfolge führen. So bezeugen sie wahrhaft den Glauben und bleiben bis ans Ende fest in Christus verwurzelt.“

Vier Männer empfingen in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche durch Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB die Diakonenweihe. Vor dem Empfang des Weihesakraments legen sie sich ausgestreckt auf den Boden. Foto: Besim Mazhiqi/ Erzbistum Paderborn

Auftrag

Die neuen Diakone erhielten dann aus den Händen ihrer Heimatpfarrer, Jonathan Berschauer von Pfarrer Uwe Wiesner (Wilnsdorf), Rolf Marcel Fischer von Pfarrer Dr. Norbert Bathen (Hagen) sowie Stephan Kersting und Florian Reddeker von Dechant Bernd Haase (Delbrück und Hövelhof), die Stola, die von ihnen als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Weihbischof Dominicus jedem einzelnen Diakon symbolisch das Evangelienbuch mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi. Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben, was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Weihbischof Dominicus mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß. Der sonst anschließende Friedensgruß der Konzelebranten sowie aller anwesenden Diakone mit den Neugeweihten als Zeichen der Gemeinschaft im Dienstamt entfiel aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen eine Corona-Infektion.

An die Weiheliturgie schloss sich die Eucharistiefeier an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten vier Diakone, Diakon Jonathan Berschauer und Diakon Stephan Kersting, den Altar und nahmen die Gaben für die Feier der Eucharistie in Empfang.

Mitwirkende und Gäste

Der feierliche Gottesdienst wurde geleitet von Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer als Vertreter des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn konzelebrierte. Musikalisch wurde der Gottesdienst mit der Diakonenweihe in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche gestaltet durch Marcel Eliasch an der Orgel, die Band der Charismatischen Erneuerung Bad Wünnenberg, die Vokalschola Judith Kramps, Lisa Finke, Steffen Dahl, Patrick Diermann sowie Kantor Mike Hottmann.

Gäste aus den Heimat- und Praktikumsgemeinden, Verwandte, Freunde, Bekannte und Wegbegleiter waren zur Feier der Diakonenweihe nach Paderborn gekommen. Der festliche Gottesdienst mit der Weihezeremonie wurde in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche gefeiert, um einen Bezug zum Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn und zur Theologischen Fakultät Paderborn herzustellen, eine Brücken zu schlagen zu den theologischen Ausbildungsstätten der Weihekandidaten. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten nur geladene Gäste am Gottesdienst unmittelbar teilnehmen, doch feierten weitere via Live-Stream mit.

Universitäts- und Marktkirche

Domkapitular Benedikt Fischer hatte als Pfarrer der Universitäts- und Marktkirche in Paderborn zu Beginn des Gottesdienstes Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, die Leitung des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn, die teilnehmenden Priester und Diakone und insbesondere die Weihekandidaten und deren Eltern und Weggefährten begrüßt. „Wir freuen uns sehr, dass sich vier junge Männer für den Dienst in der Kirche entschieden haben, dem Ruf Gottes antworten und dass viele Menschen die Weihekandidaten begleiten.“ Es sei wertvoll, dass sich die Weihekandidaten als Diakone und zukünftige Priester „voll in den Dienst nehmen lassen für die Verkündigung des Evangeliums in der Kirche“.

Dank

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer zum Abschluss des Gottesdienstes und nahm Bezug auf die Corona-bedingte Verlegung der Diakonenweihe, die eigentlich im Mai hätte stattfinden sollen. „Mit vier-monatiger Verspätung dürfen wir nun den neuen Diakonen gratulieren und Gottes Segen wünschen. Wir gratulieren auch den Familien der neuen Diakonen, sowie den Heimat- und Einsatz-Gemeinden.“ Der Regens sagte Dank für die Begleitung und Unterstützung der neuen Diakone auf deren Weg bis zum Tag ihrer Weihe und bat zugleich um das weitere Gebet der Gläubigen für deren Weg in die Zukunft.

Nach der Weiheliturgie und Messfeier fand im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn ein Empfang statt. Ein Vespergottesdienst in der Kirche des Erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Leoninum beschloss den besonderen Tag für die neuen Diakone.

Vier neue Diakone

Diakon Jonathan Berschauer aus der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Wilnsdorf-Rödgen wurde 1988 in Tübingen geboren. Sein Abitur machte Berschauer am Gymnasium Wilnsdorf. Danach leistete er Zivildienst im Bereich des Sozialen Dienstes im Alten- und Pflegeheim Marienheim in Siegen. Von 2009 bis 2015 absolvierte Berschauer das Studium der Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, das er als Diplom-Theologe abschloss. Von 2015 bis 2018 absolvierte Berschauer mit dem Masterstudiengang „Management und Führungskompetenz“ an der Katholischen Hochschule Freiburg in Freiburg im Breisgau und Stuttgart ein Zweitstudium, das er als „Master of Arts“ beendete. Während seines Zweitstudiums war er im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart in der Stabsstelle Entwicklung tätig. Bereits seit seinem Wiedereintritt ins Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn Anfang 2019 ist Berschauer im Pastoralen Raum Pastoralverbund Corvey, in der Pfarrei St. Nikolai Höxter tätig. Hier wird er auch als Diakon wirken.

Diakon Rolf Marcel Fischer aus der Pfarrei Liebfrauen in Hagen-Vorhalle wurde 1993 geboren. 2010 machte Fischer den Realschulabschluss in Herdecke, 2013 das Abitur in Hagen. Fischer studierte Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und am Newman-Institut in Uppsala in Schweden. Im Pastoralen Raum Anröchte-Rüthen absolvierte Fischer sein Schul- und Gemeindepraktikum. Auch als Diakon wird er in diesem Pastoralen Raum eingesetzt.

Diakon Stephan Kersting aus der Pfarrei St. Joseph in Westenholz wurde 1987 geboren, sein Abitur machte er 2007 am Gymnasium Nepomucenum in Rietberg. Anschließend absolvierte Kersting bis 2012 ein Lehramtsstudium an der Universität Paderborn mit den Fächern Geschichte, Englisch und Religion. Danach studierte er an der Theologischen Fakultät Paderborn und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Philosophie und Theologie. Das Schul- und Gemeindepraktikum absolvierte Kersting im Pastoralen Raum Am Revierparkt in Dortmund. Dort wird er auch als Diakon tätig sein.

Diakon Florian Reddeker aus der Pfarrei St. Johannes Nepomuk in Hövelhof wurde 1992 geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium Schloß Neuhaus machte Reddeker von 2011 bis 2012 einen Bundesfreiwilligendienst in der Katholischen Hochschulgemeinde in Paderborn. Danach studierte Reddeker zwei Semester an der Universität Bielefeld Rechtswissenschaft, von 2013 bis 2018 studierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Theologie. Im Januar 2019 trat er ins Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn ein. Sein Schul- und Gemeindepraktikum absolvierte Reddeker im Pastoralen Raum Am Phoenixsee in Dortmund. Hier wird er auch als Diakon tätig sein.

Stichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben umfassen die Bereiche Gottesdienst (leiturgia – Liturgie), Verkündigung (martyria – Zeugnis) und „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas), somit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist eine Stufe des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie ist den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen zivilen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.

Bei von einem Diakon geleiteten Gottesdiensten trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.

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