Ulrich Klauke als Mitglied im Mission im Erzbistum Paderborn e. V. stellte alle vier Förderprojekte kurz vor und beschrieb dabei insbesondere das Projekt der Franziskanerinnen aus Salzkotten:
Behinderung nicht verstecken müssen
Die Wohneinrichtung „Hidrup Baru“ in Indonesien besteht seit 2009 und wird von den Franziskanerinnen FCJM Pematangsiantar geleitet. 20 Kinder und junge Erwachsene mit körperlicher oder geistiger Behinderung leben hier und erfahren, dass sie sich mit ihrer Behinderung nicht verstecken müssen. Ein Team aus Schwestern und Mitarbeitenden ist rund um die Uhr da. Die jungen Menschen erhalten individuelle Therapien und notwendige medizinische Behandlungen, bis sie wieder selbstständiger sind und in ihre Familien zurückkehren können. Schulpflichtige Kinder besuchen die angrenzende Schule. Da staatliche Unterstützung fehlt, ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen – etwa für Wasser, Medikamente und Therapiebedarf. Die Einrichtung erhält 15.000 Euro vom Erzbistum Paderborn.
Schöpfungsbewusstes Leben
15.000 Euro gehen auch an die Brasilienhilfe AVICRES. Das Projekt wurde 1991 vom deutschen Pastoraltheologen Johannes Niggemeier bei Rio de Janeiro gegründet. Heute begleitet AVICRES an mehreren Standorten mit unterschiedlichen Schwerpunkten rund 350 bis 400 Kinder und Jugendliche. Ein Schwerpunkt sind die Integrale Ökologie und Agro-Ökologische Bildung: In den Gärten der AVICRES-Standorte und in der Landwirtschaft „Pequeno Lavrador“ lernen Kinder und Jugendliche den achtsamen Umgang mit der Natur und mit der Produktion von Lebensmitteln – diese dienen der Selbstversorgung und werden auf Märkten verkauft. Drei Agronomen und eine Agropädagogin fördern die jungen Menschen in einem nachhaltigen, schöpfungsbewussten Leben.
Verantwortung übernehmen für solidarische Gemeinschaft
Auch die Arbeit der Comboni-Missionare der Tali Mission im Südsudan erhält 15.000 Euro an Förderung. Die Missionare stärken Menschen in einer abgelegenen Region, damit diese eigenverantwortlich leben können. Das Missionszentrum bietet als einziger Ort Aus- und Fortbildung. In kleinen christlichen Gemeinschaften werden Leitungskräfte ausgebildet, um Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam gute Lebensbedingungen zu schaffen. Aus dem Glauben heraus entstehen unter anderem Hilfsangebote für Kranke und Bedürftige. Mit einer Hühner- und Schweinefarm fördern die Missionare nachhaltiges Wirtschaften und soziale Verantwortung. Durch Bildungs- und Einkommensprojekte, besonders für Frauen und Jugendliche, wächst nach und nach eine solidarische Gemeinschaft, die auch die Schwächsten mitträgt.
Hilfe nach verheerendem Erdbeben
Mit 30.000 Euro wird den Menschen in Myanmar geholfen. Das schwere Erdbeben, das im März 2025 Teile von Myanmar und Thailand erschütterte, kostete über 3.700 Menschen das Leben. Tausende wurden verletzt oder stehen vor dem Nichts. Viele Menschen schlafen nach dem Verlust ihres Zuhauses unter freiem Himmel. Krankenhäuser sind zerstört, die ist medizinische Versorgung eingeschränkt. Durch verunreinigtes Wasser droht die Verbreitung von tödlichen Krankheiten wie Cholera. Die Partnerorganisationen von Misereor sind vor Ort und helfen den Betroffenen. Doch der anhaltende Bürgerkrieg erschwert die Arbeit: Umso wichtiger ist es, die in Myanmar ansässigen Organisationen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.