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© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

30 Jahre „Gast-Haus statt Bank“ in Dortmund

Feier im Mallinckrodt-Gymnasium würdigt „gelebte Solidarität“ und ökumenisches Engagement

Mit einem Festakt im Mallinckrodt-Gymnasium hat die ökumenische Wohnungsloseninitiative „Gast-Haus statt Bank“ am Mittwochabend (14. Januar 2026) ihr 30-jähriges Bestehen mit großer Beteiligung der Dortmunder Stadtgesellschaft gefeiert. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und der Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) würdigten die Arbeit des Gast-Hauses, ebenso wie der Paderborner Dompropst Monsignore Joachim Göbel, der ein Grußwort von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz verlas.

Warme Mahlzeiten und Hilfen

Seit drei Jahrzehnten steht das Gast-Haus in Dortmund an jedem Tag im Jahr Menschen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite – mit warmen Mahlzeiten, medizinischer Versorgung, Beratung, Seelsorge und vor allem mit einem offenen Ohr.

Die Jubiläumsfeier begann mit einem ökumenischen Gottesdienst, der von Schulpfarrerin Sigrun König und Schulseelsorger Tobias Ebert sowie von Schülerinnen und Schülern des Mallinckrodt-Gymnasiums gestaltet wurde. Schulleiter Christoph Weishaupt begrüßte die Gäste.

Gruß von Erzbischof Dr. Bentz

In seinem von Dompropst Monsignore Joachim Göbel verlesenen Grußwort würdigte der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz das Gast-Haus als einen Ort „gelebter Solidarität, konkreter Hilfe und ökumenischen Zeugnisses mitten in der Stadtgesellschaft“. Dass bei der Jubiläumsfeier zahlreiche Verantwortungsträger aus Politik, Kirche und Gesellschaft zusammenkamen, zeige, so Bentz: „Das, was das Gast-Haus seit drei Jahrzehnten leistet, ist kein Randthema. Es gehört ins Zentrum unserer gemeinsamen Verantwortung – als Gesellschaft und als Kirchen.“

Dompropst Göbel hatte die Initiative bereits in seiner Zeit am Mallinckrodt-Gymnasium von Beginn an begleitet und die bis heute bestehenden regelmäßigen Kontakte der Schule zum Gast-Haus mitbegründet. Erzbischof Dr. Bentz lobte das Engagement aller Beteiligten ausdrücklich: „Kirche gewinnt Glaubwürdigkeit genau dort, wo sie hinschaut. Und wo sie nicht danach fragt, ob sich Engagement rechnet, sondern ob es gebraucht wird.“ Gerade in einer Zeit, in der Debatten härter würden und Ausgrenzung zunehme, sei dieses Zeugnis „nicht nur schön – es ist notwendig für die Gesamtgesellschaft. Es ist ein Gegenbild zur Kälte. Ein Bild der Nähe.“

Seinen Dank verband der Erzbischof mit einer konkreten Geste: Dompropst Göbel überreichte im Namen von Erzbischof Dr. Bentz einen Scheck „als kleines Zeichen der Anerkennung und als Ermutigung, diesen Weg weiterzugehen“.

Festrede von Ministerpräsident Hendrik Wüst

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, dessen Neujahrsansprache für 2023 bereits in der Wohnungslosen-Initiative „Gast-Haus statt Bank“ in Dortmund aufgezeichnet wurde, kam gerne an diesen Ort zurück. Er würdigte das Gast-Haus als unverzichtbaren Bestandteil der sozialen Infrastruktur Dortmunds und als Beispiel dafür, wie Zivilgesellschaft, Kirche und Politik gemeinsam Verantwortung übernehmen können. Das Gast-Haus sei ein Ort der Fürsorge, der Wärme und vor allem der Würde. „Wohnungslosigkeit ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft“, betonte Hendrik Wüst. Er dankte besonders den mehr als 360 Ehrenamtlichen, die sich im Gast-Haus engagieren: „Wo immer Menschen etwas zusammen für andere tun, tun sie auch etwas für die Demokratie.“

Der ökumenische Gottesdienst zu Beginn der Jubiläumsfeier wurde von Schülerinnen und Schülern des Mallinckrodt-Gymnasiums musikalisch und inhaltlich mitgestaltet. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn © Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
Der ökumenische Gottesdienst zu Beginn der Jubiläumsfeier wurde von Schülerinnen und Schülern des Mallinckrodt-Gymnasiums musikalisch und inhaltlich mitgestaltet. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Von der Idee zur festen Institution

Gegründet wurde das Gast-Haus im April 1995 aus einer ökumenischen Initiative heraus. Engagierte Christinnen und Christen der katholischen und evangelischen Kirche wollten der wachsenden Armut und Wohnungslosigkeit in Dortmund nicht länger tatenlos zusehen. Was als niedrigschwellige Anlaufstelle begann, entwickelte sich rasch zu einer festen Institution. Aktuell gibt das Gast-Haus etwa 140.000 Mahlzeiten im Jahr aus. Im Laufe der Jahre wuchs das Angebot kontinuierlich: Neben warmen Mahlzeiten kamen medizinische Sprechstunden, Sozialberatung, seelsorgliche Begleitung, Duschmöglichkeiten und Kleiderausgaben hinzu. Getragen wird das Haus von einem engen Zusammenspiel aus hauptamtlichen Mitarbeitenden, den zahlreichen Ehrenamtlichen sowie vielen Förderern. Heute wird das Gast-Haus unter anderem von der Vorsitzenden Birgit Pöting-Godehardt und Geschäftsführerin Katrin Lauterborn verantwortet.

Ein Beitrag von:
Redakteur

Michael Bodin

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