In Deutschland kommt es jeden Monat zu mehreren hunderttausend Kontopfändungen. Für viele Betroffene ist das sogenannte Pfändungsschutzkonto (P-Konto) bei der Bank die einzige Möglichkeit, ihr Existenzminimum zu sichern. Ein gesetzlich festgelegter monatlicher Freibetrag auf dem Konto soll gewährleisten, dass trotz Pfändung weiterhin Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder Medikamente zur Verfügung steht.
Doch die Realität sieht häufig anders aus: Konten werden verspätet umgewandelt, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt oder Guthaben blockiert. Ratsuchende berichten von unnötigen Hürden und unklaren Abläufen. Die Frage „Wie komme ich an mein Geld?“ gehört inzwischen zum Alltag in der Schuldnerberatung.
„Das P-Konto ist ein zentrales Schutzinstrument. Doch viele Betroffene erleben, dass sie trotz gesetzlicher Regelungen nicht rechtzeitig an ihr Geld kommen“, erklärt Larissa Jakobsmeyer vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn. „Gerade in finanziellen Notlagen führt das zu existenziellen Problemen. Menschen in akuten Krisensituationen benötigen schnelle, unbürokratische und verlässliche Unterstützung. In der Praxis sind jedoch häufig unklare Zuständigkeiten, fehlende Informationen und eine an entscheidenden Stellen unpräzise Rechtslage zu beobachten.“
Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn fordert deshalb entschlossenes Handeln der Politik, um den Pfändungsschutz wirksam durchzusetzen. Er stellt sich damit hinter eine Forderung der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV), die in der Aktionswoche Schuldnerberatung unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ auf anhaltende Missstände aufmerksam macht. Nötig seien klare Standards für Banken, barrierefreie und geschulte Ansprechstellen sowie konsequente Sanktionen bei Verstößen, sagt Jakobsmeyer.