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Missstände beim Pfändungsschutzkonto

Die Caritas im Erzbistum Paderborn macht im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung (15. bis 19. Juni) auf existenzielle Probleme von vielen verschuldeten Menschen aufmerksam.

Auf anhaltende Missstände beim Pfändungsschutzkonto macht der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung aufmerksam, die vom 15. bis 19. Juni stattfindet. Das bringe viele verschuldete Menschen in existenzielle Probleme, kritisiert Larissa Jakobsmeyer, Referentin für Schuldnerberatung. Der Caritasverband vertritt 16 Schuldnerberatungsstellen im Gebiet des Erzbistums Paderborn.

Fachveranstaltung in Minden

In Deutschland kommt es jeden Monat zu mehreren hunderttausend Kontopfändungen. Für viele Betroffene ist das sogenannte Pfändungsschutzkonto (P-Konto) bei der Bank die einzige Möglichkeit, ihr Existenzminimum zu sichern. Ein gesetzlich festgelegter monatlicher Freibetrag auf dem Konto soll gewährleisten, dass trotz Pfändung weiterhin Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder Medikamente zur Verfügung steht.

Doch die Realität sieht häufig anders aus: Konten werden verspätet umgewandelt, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt oder Guthaben blockiert. Ratsuchende berichten von unnötigen Hürden und unklaren Abläufen. Die Frage „Wie komme ich an mein Geld?“ gehört inzwischen zum Alltag in der Schuldnerberatung.

„Das P-Konto ist ein zentrales Schutzinstrument. Doch viele Betroffene erleben, dass sie trotz gesetzlicher Regelungen nicht rechtzeitig an ihr Geld kommen“, erklärt Larissa Jakobsmeyer vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn. „Gerade in finanziellen Notlagen führt das zu existenziellen Problemen. Menschen in akuten Krisensituationen benötigen schnelle, unbürokratische und verlässliche Unterstützung. In der Praxis sind jedoch häufig unklare Zuständigkeiten, fehlende Informationen und eine an entscheidenden Stellen unpräzise Rechtslage zu beobachten.“

Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn fordert deshalb entschlossenes Handeln der Politik, um den Pfändungsschutz wirksam durchzusetzen. Er stellt sich damit hinter eine Forderung der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV), die in der Aktionswoche Schuldnerberatung unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ auf anhaltende Missstände aufmerksam macht. Nötig seien klare Standards für Banken, barrierefreie und geschulte Ansprechstellen sowie konsequente Sanktionen bei Verstößen, sagt Jakobsmeyer.

Um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Schuldnerberatung wie etwa Missstände beim P-Konto geht es bei einer Fachveranstaltung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Minden am Donnerstag, 18. Juni, 15 Uhr, Königstraße 13 in Minden. Kontakt: SkF Minden, Tel. 0571 828 99 71, EMail:info@skfminden.de.

Info: Schuldnerberatung

Insgesamt 16 Schuldnerberatungsstellen im Erzbistum Paderborn befinden sich in katholischer Trägerschaft, entweder bei örtlichen Caritasverbänden oder Fachverbänden der Caritas wie dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) oder Männer (SKM) oder dem Katholischen Sozialdienst (KSD). 14 Beratungsstellen leisten auch Verbraucherinsolvenzberatung. Die Beratungsstellen befinden sich in Bielefeld, Brilon, Büren, Detmold, Dortmund, Hamm, Herford, Hörde, Iserlohn, Minden, Olpe, Paderborn, Rheda-Wiedenbrück, Siegen, Soest und Werl.

Mehr Infos: www.caritas-paderborn.de/beraten-helfen/armut-schulden/schuldnerberatung

Hintergrund: Aktionswoche Schuldnerberatung

Veranstaltet wird die Aktionswoche von der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatungsstellen der Verbände (AG SBV). Diese vertritt etwa 1.400 gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen in Deutschland, in Trägerschaft der Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände oder der Kommunen bzw. als Mitglied in einem der Verbände (Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Verbraucherzentralen).

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