Der liebe Gott schimpft
Potz Blitz, Gott schimpft. Als Kind klang das nach Omma und Donnerangst. Heute klingt es nach Ahrtal, Starkregen und Inseln, die im Meer versinken. Manche Gewitter ziehen nicht vorbei.
Potz Blitz, Gott schimpft. Als Kind klang das nach Omma und Donnerangst. Heute klingt es nach Ahrtal, Starkregen und Inseln, die im Meer versinken. Manche Gewitter ziehen nicht vorbei.
Ein Gebet kann sitzen wie ein alter Mantel. Man zieht es über, wenn sonst nichts mehr wärmt. Doch ein Satz im Vaterunser kratzt gewaltig. Führt Gott wirklich in Versuchung – oder hält er gerade dann die Spur, wenn wir sie verlieren?
Tacheles klingt nach Küchentisch und Krawall. Nach Sätzen, die nicht mehr höflich ausweichen. Wenn Lügen laut werden, reicht frommes Schweigen nicht. Dann braucht es Klartext mit Rückgrat.
„Transformation“ klingt ungewohnt in Kirchenfluren. Dabei ist Wandlung eine urkatholische Sache. Nur diesmal geht es nicht um die Heilige Messe. Es geht um weniger Leute, größere Wege und offene Fragen. Und um Nähe, die nicht verschwinden darf.
Gott in Ossendorf, sonntags um neun. Auf dem Bild: alter Mann, Rauschebart, Papstkrone. Ziemlich eindeutig, ziemlich katholisch. Nur sieht Gott für viele längst nicht so aus. Und genau da fängt das Nachdenken an.
„Na, die waren aber unerlöst.“ Klingt fies, trifft aber manchmal den Morgen. Griesgrämige Gesichter, müde Herzen. Erlösung ist im Christentum keine Sonntagsdeko. Sie will heute anfangen, mitten im Bodenpersonal.
Ein persönlicher Pfingstaufruf, christliche Werte in einer kriegerischen und korrupten Welt weiterhin ernsthaft zu vertreten und wenigstens zu versuchen, auch danach zu leben.