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© Andreas Berheide/Shotshop.com
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Menschen suchen nach „Mehr“, nach Sinn und Halt

Jahresbericht 2025 der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum Paderborn gibt Einblicke in Arbeit / EFL begleitet Menschen in Krisensituationen

Ein „Jahresbericht“ enthält Berichte, informiert durch Fakten und Zahlen. Der Jahresbericht 2025 der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn überschreitet jedoch diese Berichts- und Informationsebene, denn Menschen – Frauen und Männer, Junge und Alte, Verwandte, Nachbarn und Fremde – stehen hinter diesen Zahlen. Es sind Menschen in Krisensituationen, Mitmenschen, die in ihrem Leben und in ihren Beziehungen nach einem „Mehr“, nach Sinn und Halt suchen. „Unser Jahresbericht 2025 spiegelt die gesellschaftliche und kirchliche Relevanz unserer Arbeit mit Paaren, Familien und Einzelpersonen in Krisen“, unterstreicht Eheberater und Theologe Niels Christensen. „Als EFL sind wir den Menschen in ihren Sorgen und Ängsten nahe und begleiten in Konflikt- und Krisensituationen, um gemeinsam neue Wege zu betreten“, erklärt der Leiter der EFL im Erzbistum Paderborn und der EFL-Beratungsstellen in Dortmund und Castrop-Rauxel.

„Offen zu sein für Menschen in Krisensituationen ist zentrales Anliegen der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn. Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt“, betont Niels Christensen stellvertretend für die 60 Mitarbeitenden, die im Erzbistum Paderborn in 21 Beratungsstellen – von Castrop-Rauxel bis Höxter und von Bad Oeynhausen bis Siegen – für Ratsuchende ansprechbar sind. Die professionelle Arbeit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn hat eine hohe gesellschaftliche Bedeutung und wirkt sich in zahlreichen Bereichen aus: „Schwierige und nicht zusammenwirkende Familiensysteme und Scheidungen führen nachweislich zu einer Belastung der Gesundheit, der Arbeitssituation, der Wohnungssituation, der finanziellen und sozialen Situation der Betroffenen“, erläutert Berater Niels Christensen.

Zahlen = Menschen

Die Nachfrage nach Beratung ist gestiegen: 3.777 Menschen wurden im Jahr 2025 innerhalb von 17.484 Stunden begleitet, im Jahr 2024 waren es 3.486 Menschen und 16.799 Stunden. Von den Mitarbeitenden der Beratungsstellen wurden 7.078 Einzelgespräche, 9.259 Paargespräche, 348 Gruppengespräche und 416 Familiengespräche geführt. Insgesamt 2.269 weibliche und 1.506 männliche sowie 3 diverse Personen nahmen 2025 das Beratungs- und Begleitungsangebot der EFL im Erzbistum Paderborn an.

Über die Kinderzahl der Beratungssuchenden gibt der Jahresbericht 2025 Auskunft: 876 Personen haben keine Kinder, 817 haben ein Kind, 1.419 zwei Kinder, 491 haben drei Kinder und 174 haben mehr als vier Kinder. 735 der Ratsuchenden waren ledig, 2.188 verheiratet, 259 getrennt, 339 geschieden, 97 verwitwet und 159 wieder verheiratet. 1.859 der Klienten waren römisch-katholisch, 939 evangelisch, 2 jüdisch, 81 muslimisch, 90 gehörten einer anderen, 685 gehörten keiner Religionsgemeinschaft an, bei 121 Menschen ist die Religionszugehörigkeit unbekannt.

Das Alter der Klientinnen und Klienten der EFL-Beratung im Erzbistum erstreckt sich von bis 18 Jahren bis über 60 Jahre: Zwei waren bis 18 Jahre, von 18 bis 27 Jahre waren 123 Menschen, 27 bis 30 Jahre 101 Personen, 31 bis 40 Jahre waren 774 Frauen und Männer, 41 bis 50 Jahre 1.100 Menschen, 51 bis 60 Jahre 806 Personen und 871 Klientinnen und Klienten waren über 60 Jahre. Die jeweils einstündigen Beratungen wurden in unterschiedlichen Settings durchgeführt: 16.156 Präsenzberatungen, 293 Mailberatungen, 423 Videoberatungen, 488 Telefonberatungen sowie 124 Chatberatungen.

Spielräume

Im 36 Seiten starken Jahresbericht 2025 stellen sich die Beratungsstellen mit ihrem Angebot und die dort tätigen Beraterinnen und Berater vor. Im Editorial und in drei Beiträgen werden exemplarisch verschiedene „Spielräume“ ausgeleuchtet, die auf die persönliche, gesellschaftliche und kirchliche Relevanz der EFL hinweisen. Im Editorial wird erläutert, wie die Kirche für Menschen zu einem verlässlichen Ort in Zeiten der Unsicherheit werden kann, indem sie Orte schafft, an denen das Leben der Menschen im Zentrum ist, aufmerksam zugehört und respektvoll begleitet wird. Der Beitrag „Mit Lust und Leichtigkeit“ geht darauf ein, wie neue Spielräume in der Sexualität durch Sicherheit und Verbundenheit erschlossen werden können. Im Artikel „Spielraum für die Zukunft“ berichten zwei Absolventinnen des Studiengangs Master of Counseling von ihrem Studium. Ausgehend von der Transformation der Pastoral im Rahmen des Bistumsprozesses im Erzbistum Paderborn informiert der Beitrag „Transformation: Ein Suchprozess“ von den vielen Transformationen im Leben der Menschen. Der Jahresbericht 2025 kann heruntergeladen werden als PDF-Datei.

Katholische Ehe,- Familien- und Lebensberatung

Die Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) ist eine Einrichtung des Erzbistums Paderborn, die in 21 Beratungsstellen im ganzen Erzbistum Rat suchenden Menschen nahe ist. Die EFL versteht sich als pastoraler Dienst der Kirche und bietet als psychologischer Fachdienst Unterstützung für alle Familienformen. Sie steht allen Menschen offen, die sich in einer persönlichen und familiären Krise befinden. Aus dieser Perspektive ergibt sich eine enge Vernetzung mit den vielfältigen Einrichtungen der Seelsorge und der Pastoral im Erzbistum Paderborn.

Die ersten Beratungsstellen wurden 1954 in Paderborn, 1957 in Dortmund, 1965 in Hagen, 1971 in Meschede und Hamm und 1972 in Siegen gegründet. Ein erster Weiterbildungskurs startete 1966. Seit 1974 beschäftigt das Erzbistum Paderborn speziell ausgebildete hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Beratungsaufgabe, die zuvor von Pfarrern und Ehrenamtlichen getragen wurde. Das Erzbistum Paderborn finanziert mehr als zwei Drittel der Kosten, das Land NRW unterstützt die Beratungsarbeit ebenso wie einige Kommunen.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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