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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Überzeugende Maßnahmen

Kirchensteuerrat des Erzbistums tagt im UNESCO-Weltkulturerbe Corvey / siebeneinhalb Millionen Zuschuss vom Erzbistum Paderborn / Finanz-Gremium beschließt höhere Schlüsselzuweisungen für Kirchengemeinden

Der Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn besuchte am Samstag, 9. Mai 2026, mit der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey am Weserbogen bei Höxter das UNESCO-Weltkulturerbe Corvey. Das karolingische Westwerk und das unter dem heutigen Schloss und der Barockkirche liegende – nicht sichtbare – Bodendenkmal „Civitas Corvey“ sind seit 2014 als Erbe der Menschheit anerkannt. Die Frauen und Männer im Kirchensteuerrat informierten sich bei der jährlichen auswärtigen Sitzung vor Ort über die Umsetzung von Baumaßnahmen und Projekten, für die das Finanzgremium auf der Ebene der Erzdiözese finanzielle Mittel in Höhe von insgesamt siebeneinhalb Millionen Euro bewilligt hatte. Die Mitglieder des Kirchensteuerrates zeigten sich überzeugt von den vielfältigen Angeboten zugunsten der Besucherinnen und Besucher der Welterbestätte Corvey, beeindruckt auch von den technisch-multimedial-vermittelnden Möglichkeiten und konservatorisch-restauratorischen Herausforderungen. Bei seiner Sitzung thematisierte der Kirchensteuerrat die Leitblanken für den Haushalt 2027 des Erzbistums und legte den Punktewert für die Schlüsselzuweisungen der Kirchengemeinden auf 2,52 Euro für das Jahr 2027 fest und erhöhte so die Zuschüsse für die Kirchengemeinden um 2,3 Prozent im Vergleich zum aktuellen Jahr.

© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Der Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn besuchte am Samstag, 9. Mai 2026, mit der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey am Weserbogen bei Höxter das UNESCO-Weltkulturerbe Corvey.

Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek begrüßte als Leiter des Pastoralen Raumes Pastoralverbund Corvey gemeinsam mit Marcus Beverungen als Verwaltungsleiter im Pastoralen Raum und Geschäftsführer des Welterbe karolingisches Westwerk und Abteikirche Corvey sowie Bürgermeister Daniel Hartmann die Frauen und Männer des Kirchensteuerrates. Die Führungen für die Kirchensteuerratsmitglieder durch die Welterbestätte übernahmen Annika Pröbe vom Erzbischöflichen Diözesanmusuem Paderborn als Standortleitung für das Weltkulturerbe karolingisches Westwerk und Abteikirche Corvey sowie Josef Kowalski als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus im Hinblick auf den kirchlichen Teil der Welterbestätte.

Welterbe Corvey

Das karolingische Westwerk und der im Boden erhaltene mittelalterliche Klosterbezirk, die Civitas, sind seit 2014 Welterbe. Damit gehört die 822 gegründete ehemalige Benediktinerabtei Corvey am Weserbogen bei Höxter zu den Erinnerungsstätten dieser Erde. Die katholische Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey ist Eigentümerin des karolingischen Westwerks sowie der barocken Kirche. Durch pastorale Angebote und multimediale Werkzeuge erschließt die Kirchengemeinde den Besucherinnen und Besuchern die Erinnerungsstätte. Ihre Verantwortung ist es zudem, die mehr als 1.000 Jahre alte Bausubstanz konservatorisch zu sichern.

Klostergeschichte erleben

Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus hat das Welterbe Westwerk Corvey museumsdidaktisch ins digitale Zeitalter geführt. Gäste erleben multimedial die Klostergeschichte dieses bedeutenden Glaubens- und Erinnerungsortes im Erzbistum Paderborn. In der Erdgeschosshalle des Bauwerks erwartet die Besucherinnen und Besucher eine filmische Zeitreise ins Jahrtausend der Mönche. Auf einer 40 Quadratmeter großen Glaswand zwischen Westwerk und barocker Abteikirche erleben geführte Gruppen die monastische Geschichte Corveys, tauchen ein in das Leben der Benediktiner, sind dabei, wenn mit dem Bau des Westwerks begonnen wird (873), werden Teil der künstlerischen Produktivität im mittelalterlichen Skriptorium des Klosters und begegnen dem heiligen Mönch Ansgar, dem Apostel des Nordens, bei seinen Missionsreisen im neunten Jahrhundert.

Im Johanneschor – der Herzkammer der Welterbestätte – findet die Zeitreise der Besucherinnen und Besucher ins Corvey der Karolingerzeit ihre Fortsetzung. Die bedeutende Emporenkirche im Obergeschoss des Westwerks erscheint neu in ihrer ursprünglichen Ausgestaltung auf dem Bildschirm eines Tablets, das die Teilnehmenden erhalten. An authentischer Stelle wird durch „Augmented Reality“ (erweiterte Realität) das sichtbar, was die Führerinnen und Führer den Gästen mit Worten beschreiben: wie Architektur und Malerei im Johanneschor früher ausgesehen haben. Digital rekonstruiert bekommen erhaltene Akanthusranken in den Arkadenbögen ihre Leuchtkraft zurück, geometrische Formen erscheinen auf dem Bildschirm. Vor der berühmten Odysseus-Szene unter der Westempore können Gäste mit einem Fingerstreich auf dem Touchscreen verblasste Konturen der figürlichen Darstellungen „nachzeichnen“ und sich eigens hinterlegte Bildvorlagen aus der Entstehungszeit anschauen. Und wo das menschliche Auge vor der Rückwand der Orgel im Kirchenraum Halt macht, eröffnet sich auf dem Tablet ein atemberaubender Blick in den rekonstruierten ersten Kirchbau von 844 – so wie ihn die Könige und Kaiser erlebt haben, die in der Blütezeit des Klosters vom 9. bis ins 12. Jahrhundert nachweislich in Corvey Hof hielten.

Heute liegt hinter dem 1150 Jahre alten Westwerk die barocke Abteikirche, die nach dem 30-jährigen Krieg – mit der gesamten Anlage dort – neu errichtet wurde. Sie ist den Heiligen Stephanus und Vitus geweiht, die reiche barocke Innenausstattung lässt einen barocken „Festsaal des Evangeliums“ entstehen, dessen Ausstattung seinen Höhepunkt im Altarraum findet: Der Hochaltar und die Seitenaltäre bilden den Rahmen für den Chorbereich, in dem sich früher Mönche zum Chorgebet versammelt haben. Heiligenfiguren und Engel-Darstellungen ergänzen die Ausstattung, schmücken auch die Springladenorgel an der Rückwand der Kirche. Die ehemalige Abteikirche ist heute Pfarrkirche für die Corveyer Kirchengemeinde.

Corvey und seine Geschichte

Als Kaiser Ludwig der Fromme dem 822 gegründeten Benediktinerkloster „Nova Corbeia“ Privilegien und weiteren Grundbesitz gewährte, entwickelte sich die Abtei schnell zu einem geistigen, wirtschaftlichen und kulturellen Leuchtturm mit großer Ausstrahlung. Die strategisch günstige Lage am Ufer der Weser trug zudem dazu bei, dass Corvey zu einem der einflussreichsten Klöster im Frankenreich gehörte. Durch die Klosterbibliothek, das Skriptorium und die Schule war die Abtei Corvey ein bedeutender Vermittler christlicher Kultur im Mittelalter. Die große Schlossanlage im Norden der ehemaligen Abteikirche ist die nach dem 30-jährigen Krieg wiederaufgebaute Abtei. Seit 1794 war Corvey Fürstbistum, im Zuge der Säkularisation wurde es dann ein weltliches Fürstentum. Im 19. Jahrhundert wurde Corvey Privatbesitz der Herzöge von Ratibor und Fürsten von Corvey und erhielt eine zeitgemäße Innenausstattung und seine Fürstliche Bibliothek.

Beratungen und Beschlüsse des Kirchensteuerrates

Bevor die Frauen und Männer des Kirchensteuerrates die Welterbestätte Corvey mit dem karolingischen Westwerk und der barocken Pfarrkirche besichtigten, tagte das Finanzgremium des Erzbistums Paderborn unter der Leitung von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Petra Brinkmann als stellvertretender Leiterin des Gremiums. Ergebnisse einer externen Evaluation der im November 2025 durchgeführten Online-Wahlen zu den Pastoralen Gremien und Kirchenvorständen wurden den Kirchensteuerratsmitgliedern vorgestellt, ebenso wurde über den aktuellen Stand des Bistumsprozess mit dem Leitwort „Glauben.Gemeinsam.Gestalten“ informiert, der die Transformation sowohl der Pastoral als auch der Verwaltung vorsieht.

Nach einem Situationsbericht zur aktuellen Finanzlage wurde im Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn über die finanziellen Zuschüsse für die Kirchengemeinden im Erzbistum beraten und beschlossen, diese zu erhöhen: Der Punktwert der Schlüsselzuweisung für die Kirchengemeinden wird im Jahr 2027 um 2,3 Prozent auf 2,52 Euro erhöht. Zudem wurde beschlossen, den für die Kirchengemeinden vorgesehenen pauschalierten Bauzuschuss je betriebsnotwendigem Gebäude in Höhe von 4.000 Euro unverändert beizubehalten.

Schlüsselzuweisung – Finanzmittel für die Kirchengemeinden

Jede Kirchengemeinde im Erzbistum erhält ihre finanziellen Mittel durch entsprechende Zuweisungen von der Diözesanebene. Durch die Erhöhung des Punktwertes der Schlüsselzuweisungen um 2,3 Prozent von 2,46 Euro (2026) auf 2,52 Euro (2027) verbessert sich die finanzielle Situation der Kirchengemeinden. Zusätzliche finanzielle Mittel kommen so direkt an die Basis und erhöhen die Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort.

Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn

Der Kirchensteuerrat ist ein Gremium für die Wahrnehmung der Mitverantwortung im Erzbistum Paderborn. Dem Kirchensteuerrat gehören 19 gewählte und berufene Mitglieder (17 Laien und zwei Priester) an. Vorsitzender des Kirchensteuerrates ist Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Stellvertretende Vorsitzende ist Petra Brinkmann aus Paderborn. Der Paderborner Erzbischof nimmt wie die beiden Generalvikare, der Diözesan-Ökonomen und der Diözesan-Justiziar mit beratender Stimme an den Sitzungen teil.

Aufgaben

Der Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn hat auf der Grundlage seiner Satzung weitgehende Beschluss- und Entscheidungsfunktionen. Er legt den Kirchensteuer-Hebesatz fest, stellt Richtlinien für die Verteilung der Kirchensteuer auf und entscheidet über den Erlass beziehungsweise die Stundung von Kirchensteuern. Weiterhin berät das Gremium über den Haushalt der Erzdiözese und legt diesen dem Erzbischof zur Inkraftsetzung vor. Das Finanzgremium beschließt die Jahresabschlüsse des Erzbistums Paderborn und entscheidet über die Entlastung der Verwaltung für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Schließlich wählt der Kirchensteuerrat den Abschlussprüfer aus und schlägt dem Erzbischof die nach den Statuten des Diözesan-Vermögensverwaltungsrates aus seinen Reihen zu entsendenden Mitglieder vor.

Durch den Kirchensteuerrat des Erzbistums Paderborn wurden in den letzten vier Jahrzehnten über die satzungsmäßigen Aufgaben hinaus viele Initiativen angestoßen, wie zum Beispiel Maßnahmen zur Familienförderung, die Einrichtung eines Katastrophenfonds, Hilfen zum Schutz des ungeborenen Lebens, Arbeitslosen- und Spätaussiedler-Hilfsmaßnahmen, eine Anlaufförderung für Hospize und Hilfen für Kriegsopfer in Krisengebieten und für Flüchtlinge. Sonderfonds, Unterstützungsmaßnahmen zur Verwirklichung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn wurden initiiert und Mittel für innovative Projekte freigegeben.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

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