Seelsorgeräume
Was wird sich konkret ändern? In jedem (neuen) Seelsorgeraum wird es ein Pastorales Zentrum geben, das für eine verlässliche Erreichbarkeit des Pastoralteams sowie für ein vollständiges und vielfältiges Angebot an kirchlichem Leben wie Eucharistie und Sakramentenspendung steht. Zudem wird es in jedem Seelsorgeraum weitere lokale oder thematische „verlässliche Orte“ mit hauptberuflich oder ehrenamtlich getragenen Angeboten geben, beispielsweise bestimmte Kirchen, Kindertageseinrichtungen, Schulen, soziale Einrichtungen oder Verbände. Ein bereits vorhandener sogenannter „Bistumsort“ kann zu einem Seelsorgeraum dazu gehören, er hat eine erzbistumsweite Ausstrahlung mit einer spezifischen pastoralen Ausrichtung für bestimmte Zielgruppen.
Im Erzbistum Paderborn wird es zukünftig 21 Seelsorgeräume mit je einem eigenen pastoralen Profil geben. Diese 21 Seelsorgeräume bestehen aus je einer Pfarrei, die Ausnahmen, dass ein Seelsorgeraum aus mehreren Pfarreien besteht, gibt das Erzbistum vor. Im Hinblick auf die aktuell bestehenden 603 Pfarrgemeinden bedeutet dies, dass durch Auflösung und Neuerrichtung sukzessiv Fusionen von Kirchengemeinden erfolgen – auch hier gibt das Erzbistum Ausnahmen von diesem Verfahren vor. Dass ein Seelsorgeraum in der Regel aus einer Pfarrei bestehen wird, hat vor allem rechtliche und organisatorische Gründe: Wenn es innerhalb eines Seelsorgeraums möglichst nur eine Pfarrei gibt, werden Zuständigkeiten klarer, Entscheidungswege einfacher und Verwaltungsstrukturen schlanker.
Das Erzbistum beauftragt für die Seelsorgeräume multiprofessionelle Teams, die aus Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Pastoralen Mitarbeitenden, Verwaltungsleitung sowie weiteren Professionen bestehen. Ein multiprofessionelles Team begleitet und unterstützt die Engagierten. Auf dem Weg zu einer zunehmend ehrenamtlich getragenen Kirche in vielgestaltiger Form setzt das Erzbistum auf eine Vielfalt dezentraler selbstorganisierter Initiativen und Netzwerke, beispielsweise die lokale Kirchenentwicklung, ökumenische und nicht-kirchliche Kooperationen, digitale Formen der Vernetzung, Verkündigung und Gemeinschaft. In einem Seelsorgeraum sollen sich dazu Substrukturen etablieren, die so flexibel wie möglich sind, um die Besonderheiten vor Ort aufgreifen zu können.
Seelsorgeräume konkret
In der Regel wird ein (bisheriges) Dekanat zu einem (neuen) Seelsorgeraum. Das bisherige Dekanat Bielefeld wird zu zwei Seelsorgeräumen: zum Seelsorgeraum Bielefeld und zum Seelsorgeraum Lippe. Auch das bisherige Dekanat Hochsauerland-Ost teilt sich in zwei Seelsorgeräume, den Seelsorgeraum Bigge-Olsberg / Medebach-Hallenberg / Winterberg sowie den Seelsorgeraum Brilon / Marsberg.