logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Erzbistum Paderborn trauert um Bischof Leo Nowak

Emeritierter Bischof von Magdeburg verstarb am Sonntag / Enge Verbundenheit zwischen den Bistümern Paderborn und Magdeburg / Erzbischof Dr. Bentz würdigt verstorbenen Bischof

Am Sonntag, 12. April 2026, verstarb der emeritierte Bischof der Diözese Magdeburg, Bischof Leopold Nowak, im Alter von 97 Jahren. Bischof Leo Nowak ist der erste Bischof des 1994 neu gegründeten Bistums Magdeburg, das als sogenanntes Suffraganbistum zur Kirchenprovinz des Erzbistums Paderborn gehört. „Die Saat, die Leo Nowak im Auftrag unseres Herrn Jesus Christus seit 1956 als Priester und seit 1990 als Bischof aussäen durfte, hat reiche Frucht gebracht“, würdigt Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den Verstorbenen. Das Erzbistum Paderborn ist mit dem Bistum Magdeburg durch eine gemeinsame Geschichte eng verbunden.

Allein schon durch seine Lebens- und Glaubenserfahrung sei der jetzt verstorbene Bischof Leo Nowak bodenständig, geerdet und verwurzelt gewesen, erklärt Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Die kaufmännische Lehre und sein priesterlicher Dienst in der Pfarrseelsorge hätten den Verstorbenen zu einem Menschen geformt, der nahe bei seinen Mitchristen gewesen sei. Als überzeugter Christ, Priester, Seelsorgeamtsleiter und Bischof habe er die Menschen in seiner Umgebung und im Bistum Magdeburg im Blick gehabt und gekannt, habe sich für sie eingesetzt und zugleich mit ihnen gelebt. „Wir dürfen Gott danken für diesen überzeugenden Seelsorger, der aus seiner Liebe zu Gott und zur Kirche gewirkt hat, den Glauben weitergegeben hat“, unterstreicht der Paderborner Erzbischof.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz würdigt Bischof Leo Nowak für sein überzeugendes Eintreten für die Freiheit der Menschen. Indem Bischof Leo Nowak aus dem christlichen Geist heraus für die Menschen eingetreten sei, habe er sich zugleich gegen Radikalisierungen und menschenverachtende Tendenzen in der Politik eingesetzt. „Gott, Jesus Christus, die Kirche und die Menschen lagen Bischof Leo Nowak sein langes Leben lang besonders am Herzen, für sie hat er gelebt, sie hat er glaubhaft verkündet. Schließen wir den verstorbenen Bischof in unser Gebet ein. Beten wir darum, dass er in Gott Vollendung findet.“

Biografisches zu Bischof Leo Nowak

Leo Nowak wurde am 17. März 1929 in Magdeburg geboren. Er absolvierte eine kaufmännische Lehre und besuchte von 1948 bis 1950 eine Fachschule für Industrie und Handel. Danach studierte er in Paderborn und Erfurt Theologie und wurde am 10. Mai 1956 in Magdeburg zum Priester geweiht.

Nach 20 Jahren in der Gemeindeseelsorge wurde er Leiter des Seelsorgeamtes in Magdeburg. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1990 zum Bischof und Apostolischen Administrator in Magdeburg. Die Bischofsweihe fand am 24. März 1990 in Magdeburg statt. Damit stand Bischof Leo Nowak von 1990 bis 2004 an der Spitze des Magdeburger Kirchengebietes, das 1994 zum Bistum erhoben wurde. Mit der Errichtung des Bistums Magdeburg am 8. Juli 1994 wurde Nowak zum ersten Bischof der Diözese ernannt.

Seit dem 17. März 2004 war Bischof Leo Nowak im Ruhestand. Sein Rücktrittsgesuch, zu dem er gemäß Kirchenrecht mit Erreichen des 75. Geburtstags verpflichtet war, wurde zuvor vom Papst angenommen.

Im Mai 2026 hätte Bischof Leo Nowak sein 70-jähriges Priesterweihejubiläum begehen können.

Bischof Leopold Nowak verstarb am Sonntag, 12. April 2026, im Alter von 97 Jahren.

Geschichte und Gegenwart verbinden

Im Jahr 968 wurde Magdeburg als Erzbistum errichtet, ging aber während der Reformation mitsamt seinen zugeordneten Bistümern unter. Die Folge war eine wechselvolle Geschichte kirchlicher Zuordnung. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Paderborner Fürstbischöfe mit der Sorge für das Magdeburger Gebiet betraut. 1821 regelte das von Papst Pius VII. erlassene Schreiben „De Salute Animarum“ schließlich, dass das „Kommissariat Magdeburg“ dem Bischof von Paderborn zur ständigen Verwaltung übergeben wurde.

Durch die Teilung Deutschlands im Jahr 1949 wurde der Kontakt zwischen dem Ostteil, dem sogenannten Erzbischöflichen Kommissariat, und dem Westteil des Erzbistums Paderborn schwieriger. Ab 1949 wurde ein Weihbischof mit Sitz in Magdeburg ernannt, der den Paderborner Erzbischof im Ostteil vertrat. Bis Mitte der 1950er Jahre gingen Neupriester aus dem Westen in das Kommissariat Magdeburg, um hier ihren priesterlichen Dienst zu tun. 1973 wurde mit Bischof Johannes Braun ein Apostolischer Administrator für das dann neu errichtete Bischöfliche Amt Magdeburg ernannt.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands begann ein neues Kapitel: Kurz nach dem Mauerfall nahm das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn als Vertretung der Laien Kontakt zu den katholischen Laien im „Bischöflichen Amt Magdeburg“ auf. Der nächste Schritt folgte am 8. Juli 1994: Magdeburg wurde ein eigenständiges Bistum und dem Erzbistum Paderborn als Suffraganbistum zugeteilt. Die lange historische Verbundenheit wurde mit einer Partnerschaft offiziell gemacht: Am 30. Oktober 1994 unterzeichneten der Magdeburger Bischof Leo Nowak und der Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt eine Partnerschaftsurkunde.

Lebendige Partnerschaft

Um die Partnerschaft mit Leben zu füllen, wurden konkrete Vereinbarungen getroffen: Die Liborius-Kapelle im Roncalli-Haus in Magdeburg und eine Wandtafel, die im Kreuzgang des Hohen Domes in Paderborn hängt, sind bleibende Zeichen der Verbundenheit. Gegenseitige Einladungen zum Liborifest und zur Wallfahrt des Bistums Magdeburg auf der Huysburg gehören ebenso zur Partnerschaft wie jährliche gemeinsame Sitzungen der Geistlichen Räte beider Bistümer. An den Tagungen der Priesterräte beider Bistümer nimmt jeweils ein Vertreter aus dem Priesterrat des Partnerbistums teil. Ebenso arbeiten die Hauptabteilungen des Erzbischöflichen Generalvikariates Paderborn und des Bischöflichen Ordinariats in Magdeburg, die Diözesan-Caritasverbände sowie die Laiengremien zusammen.

Im Juli 2009 wurde vom Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige und vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker eine aktualisierte Vereinbarung unterzeichnet. Sie stärkte die bestehenden Kooperationen und machte die Pflege der Partnerschaft ganz offiziell zur „Chefsache“, indem sie in die Hände der jeweiligen Generalvikare gelegt wurde.

Ein Beitrag von:
Pressereferent Team Presse

Thomas Throenle

Weitere Einträge

© Archiv-Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Bischof Dieter Stöckler vollendet 90. Lebensjahr

Erzbischof Dr. Bentz und Weihbischof König senden Segenswünsche an den aus dem Erzbistum stammenden Bischof nach Argentinien
© Pfarrgemeinde Giershagen

Pressemeldung Pferdeprozession im 300. Jubiläumsjahr

Einzigartiges Brauchtum wird seit 300 Jahren in Giershagen lebendig gehalten / Weihbischof Hubert Berenbrinker feiert Pontifikalamt am 19. April 2026
© Claudia Schwarz / Kommende Dortmund

Pressemeldung Gerechte Gesellschaft denken und gestalten

Theologische Fakultät Paderborn und Kommende Dortmund planen wegweisende Kooperation zur Profilierung der Sozialethik
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0