Wenn sich Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden durch die erwachende Frühlingslandschaft rund um Giershagen bei Marsberg im Sauerland bewegen, wird eine 300-jährige Geschichte lebendig. Die Giershagener Pferdeprozession – die einzige ihrer Art im Erzbistum Paderborn – ist weit mehr als ein Brauch: Sie ist ein Zeichen gelebten Glaubens, tiefer Verbundenheit zur Heimat und einer über 300 Jahre alten Tradition. Am 19. April 2026 ist es wieder so weit: Nach dem Gottesdienst um 9 Uhr in der Pfarrkirche von Giershagen setzt sich die Prozession um 10 Uhr am Kirchplatz in Bewegung. Im Jubiläumsjahr wird Weihbischof Hubert Berenbrinker die feierliche Pferdeweihe vornehmen. Reiterinnen und Reiter können sich mit ihren Pferden noch zur Teilnahme an der Pferdeprozession anmelden.
Pferdeprozession mit Tradition
Die Wurzeln der Pferdeprozession in Giershagen reichen zurück in eine Zeit großer Not: Der Überlieferung nach legten die Bauern von Giershagen in der Barockzeit ein Gelübde ab, als eine verheerende Pferdeseuche ihre Existenz bedrohte. Aus Dankbarkeit entstand eine Prozessions-Tradition, die bis heute fortlebt.
Über Jahrhunderte hinweg wurde die Tradition lebendig bewahrt, ehe sie in den 1960er-Jahren vorübergehend zum Erliegen kam: Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verschwanden die Pferde aus dem bäuerlichen Alltag und damit auch die Grundlage für die Prozession der Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden.