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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Sakramente ermöglichen Beziehung zwischen Gott und Mensch

Karmontag: 180 Geistliche erneuern in Chrisammesse im Paderborner Dom ihr Weiheversprechen / Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz: „Sakramente sind Herzstück kirchlichen Lebens“

Ein beeindruckendes Bild bot sich am Montag der Karwoche im Paderborner Dom: 140 Priester und 40 Ständige Diakone des Erzbistums Paderborn zogen am Nachmittag des 30. März 2026 zur traditionellen Chrisammesse in die Paderborner Bischofskirche ein. Dort erneuerten sie im Gottesdienst vor Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ihr Weiheversprechen. In dem feierlichen Gottesdienst, der im Erzbistum Paderborn immer am Karmontag gefeiert wird, weihte der Paderborner Erzbischof die heiligen Öle für die Spendung der Sakramente im Erzbistum. „Die heiligen Öle verweisen uns auf die kostbarsten Zeichen, die wir als Kirche kennen: die Sakramente“, betonte Erzbischof Dr. Bentz in seiner Predigt. Sie seien „das Herzstück unseres kirchlichen Lebens in aller Veränderung, die wir in der Seelsorge derzeit erfahren.“

Die Chrisammesse ist der Höhepunkt des Priester- und Diakonentages, zu dem sich die Geistlichen am Montag der Karwoche in Paderborn getroffen hatten. Im vergangenen Jahr hatte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz erstmals auch die Ständigen Diakone des Erzbistums Paderborn zum Priestertag eingeladen als Zeichen der Wertschätzung ihres Dienstes – diese Einladung galt auch in diesem Jahr. „Gerade in einer Zeit, in der so vieles in unserem Erzbistum in Bewegung ist, ist dieser gemeinsame Tag keine Selbstverständlichkeit. Für mich ist er ein Geschenk“, betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Begrüßung zum Auftakt des Tages.

Verlässliche Zeichen, verlässliches Handeln

„Sakramente sind verlässliche Zeichen der Nähe eines liebenden Gottes zu den Menschen – und deshalb Herzstück einer Kirche, die diese verlässliche Nähe des liebenden Gottes zu den Menschen als Auftrag in unserer Zeit zu erfüllen hat“, unterstrich Erzbischof Dr. Bentz in seiner Predigt. In den Sakramenten verdichte sich, „was Gott am Menschen wirken will“.

Verlässliche Zeichen würden Verlässlichkeit in der Beziehung voraus – jedoch nicht im Sinne einer Dienstleistung, machte der Paderborner Erzbischof deutlich: „Sakramente sind keine ‚Versorgungsakte‘, sondern ein Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch.“ Menschen müssten sich darauf verlassen können, „dass das, was wir liturgisch vollziehen, von uns auch existenziell ernst genommen wird.“

Nähe als Dreh- und Angelpunkt

Zur Beziehung gehöre Nähe, führte Erzbischof Dr. Bentz weiter aus. „Auch wenn wir nach der Veröffentlichung der Studie zum Missbrauch in unserem Erzbistum wahrgenommen haben, dass Nähe von einigen verletzt und missbraucht worden ist – so darf uns das nicht in falscher Weise verunsichern: Es braucht Mut, Menschen erfahren zu lassen, wie konkret Gott in den Zeichen der Sakramente den Menschen Nähe schenkt“, zeigte sich der Paderborner Erzbischof überzeugt. „Nähe ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt in Gottes Zuwendung zum Menschen und damit auch Dreh- und Angelpunkt unseres seelsorglichen Wirkens als Kirche.“

Sakramente seien immer auch „Zeichen eines neuen Anfangs, der mit Leben gefüllt werden will“, erklärte Erzbischof Dr. Bentz. „Die Zeichen der göttlichen Nähe sagen uns: Gott gibt uns nicht auf. Er traut seiner Kirche mehr zu, als sie aus sich selbst vermag. Das gilt auch für unser Erzbistum in dieser Zeit. Gott bleibt am Werk – auch in brüchigen Gefäßen.“ Priester und Diakone würden eine Verantwortung für die Spendung der Sakramente tragen, unterstrich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz abschließend: „Wir tragen Verantwortung dafür, dass aus der Spendung ein Anfang wird, damit Gottes Gnade und liebende Selbsthingabe an uns wirken kann.“

Im gemeinsamen Dienst gestärkt

Nach der Predigt erneuerten die anwesenden Geistlichen gemeinsam ihr Weiheversprechen. „Ich bin bereit“ – mit diesen Worten antworteten sie mehrfach auf die Fragen nach ihrer Bereitschaft zum priesterlichen und diakonalen Dienst. In der Gemeinschaft der Mitbrüder und in der Bischofskirche des Erzbistums, wo sie in der Regel auch das Weihesakrament empfangen hatten, war dies keine bloße Absichtserklärung, sondern eine echte Stärkung im gemeinsamen Dienst – angesichts einer Fülle von Herausforderungen.

Auf die Erneuerung des Weiheversprechens folgte der Teil der Chrisammesse, nach dem der feierliche Gottesdienst benannt ist: 16 Diakone überreichten Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz vor den Altar die heiligen Öle, mit denen im Erzbistum die Sakramente gespendet werden. Erzbischof Dr. Bentz weihte im Verlauf der Heiligen Messe zunächst das Öl für die Krankensalbung und nach dem Schlusssegen das Katechumenenöl für Taufbewerber sowie das Chrisam.

Die Weihe des Chrisams für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe vollzog der Paderborner Erzbischof in einem besonderen Zeremoniell: Er mischte zunächst Balsam in das Öl für den Chrisam, hauchte über die Ölgefäße und sprach dann das Weihegebet. Als die Gemeinde das Schlusslied sang, wurden die heiligen Öle in einer Prozession in die Marienkapelle des Domes getragen.

Impuls: Der befreiende Dienst Jesu

Zentraler Teil des Priester- und Diakonentages im Erzbistum Paderborn ist ein geistlich-theologischer Impuls in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche: Professor Dr. Jürgen Werbick, emeritierter Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Münster, unterstrich mit seinen Gedanken zum Thema „Jesu befreiender Dienst – Menschen anvertraut“ den Kern des priesterlichen und diakonalen Dienstes. Der Fundamentaltheologe beschreibt Jesu Handeln als befreienden Dienst – im Sinne einer Aufrichtung des Menschen, als Wiedergewinn von Würde sowie als Heilung und Eröffnung von Zukunft. Jesus befreie, indem er Menschen in eine neue Beziehung zu Gott, zu sich selbst und zu anderen stellt. Zugleich werde dieser befreiende Dienst zur Aufgabe: Das Evangelium soll nicht nur verkündet, sondern weitergetragen werden in gelebter Verantwortung.

Im Gottesdienst konzelebrierten neben den Weihbischöfen Matthias König und Josef Holtkotte die Generalvikare Dr. Michael Bredeck und Thomas Dornseifer sowie die drei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands des Priesterrates im Erzbistum: Pfarrer DDr. Markus Jakobs, Pastor Sascha Heinrich und Pastor Thomas Bensmann. Die Diakone Viktor Schefer und Stefan Nagels assistierten. Musikalisch gestaltete die Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkantor Patrick Cellnik und Emanuela Musso die Chrisammesse. Die Sängerinnen brachten Werke von Benjamin Britten und John Ireland zu Gehör. Domorganist Tobias Aehlig begleitete den Gottesdienst an der Domorgel.

Hintergrund: Chrisammesse

Der Name der Chrisammesse stammt von der Weihe der heiligen Öle, die in diesem Gottesdienst vollzogen wird. Die Chrisammesse wird jedes Jahr in der vorösterlichen Bußzeit in der jeweiligen Bischofskirche eines Bistums gefeiert.

In einem festlichen Ritus werden das Katechumenenöl für Taufbewerber, das Chrisam für Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe, aber auch für die Weihe von Altären, Kirchen, Glocken oder Kelchen sowie das Krankenöl für die Krankensalbung geweiht.

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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