Die Universität Paderborn hat gestern, 12. März 2026, die Ergebnisse zur unabhängigen historischen Untersuchung der sexuellen Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn vorgestellt. Heute, 13. März 2026, hat das Erzbistum Paderborn im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit der Unabhängigen Betroffenenvertretung die Studienergebnisse erstmals öffentlich eingeordnet.
Die Ergebnisse der unabhängigen Aufarbeitungsstudie, welche die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt betreffen, sind gestern durch die Universität Paderborn vorgestellt worden. Die Bistumsleitung hat sich seitdem einen ersten Überblick über die umfangreiche Untersuchung verschafft. Nach erster Sichtung zeige die Studie mit neuer Deutlichkeit die umfassende strukturelle Dimension des institutionellen Versagens, erklärte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz jetzt im Rahmen der Pressekonferenz des Erzbistums. Die Untersuchung richte den Blick auf „einen belastenden Teil unserer Geschichte.“ Er gehöre jedoch zur Wahrheit über dieses Erzbistum, ergänzte Erzbischof Dr. Bentz und betonte: „Die Betroffenen haben ein Recht auf diese Wahrheit.“
Umgang von Verantwortlichen verschlimmerte Leid
Es gehe nicht nur um individuelles Fehlverhalten einzelner Täter, sondern auch um institutionelles Versagen, machte Dr. Bentz deutlich. „Leid wurde verursacht. Der Umgang damit durch die Verantwortlichen hat das Leid verschlimmert“, unterstrich der Paderborner Erzbischof. Die wissenschaftlichen Befunde, so Dr. Bentz, seien keine abstrakten Fälle. „Hinter ihnen befinden sich Menschen, ihre Biografien, ihre Verletzungen und die Erfahrung, allein gelassen worden zu sein. Bis heute“, betonte Erzbischof Dr. Bentz. Es lasse ihn nicht los, dass Priester und andere kirchliche Mitarbeitende Menschen, die ihnen anvertraut waren, so verletzen konnten. „Es treibt mich um, dass Verantwortliche dem vielfach nicht mit Klarheit, Konsequenz und echter Hinwendung zu den Betroffenen begegnet sind“, zeigte sich der Paderborner Erzbischof bewegt.