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Erzbistum Paderborn
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Hoher Dom zu Paderborn mit Libori-Fahnen© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Grußwort von Erzbischof Hans-Josef Becker zum Liborifest 2022

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie freut sich Erzbischof Hans-Josef Becker das Fest des Patrons des Erzbistums wieder in der Stadt und im Dom feiern zu können. In diesem Jahr können dann endlich die Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum des traditionsreichen Volksfestes nachgeholt werden.

Liebe Schwestern und Brüder,

 

nachdem wir zwei Jahre in Folge die Luft angehalten haben, können wir jetzt förmlich aufatmen: Das Fest des Patrons unseres Bistums, unserer Stadt und unseres Domes soll endlich wieder als bunter Dreiklang aus Kirmes, Kirche und Kultur gefeiert werden. Natürlich bleiben Vorsicht und Rücksichtnahme weiterhin geboten. Aber ich empfinde große Freude und Dankbarkeit – auch dafür, dass die Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum des traditionsreichen Volksfestes endlich nachgeholt werden können.

Unter diesem Eindruck steht auch das Leitwort unseres diesjährigen Liborifestes: „aufatmen“. Dieses so einfache Tätigkeitswort impliziert doch so Vieles: einen Stoßseufzer der Erleichterung nach entbehrungsreichen Monaten der Pandemie mit vielen privaten, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Belastungen. Das Luftholen nach dem beispiellosen Engagement vieler Pflegender und in den medizinischen Berufen Tätiger, das an physische und psychische Grenzen geführt hat. Eine Atempause für diejenigen, die durch die Tornados in den Räumen Paderborn, Lippstadt und Höxter Schaden genommen haben oder die sich in großer Hilfsbereitschaft mit viel Zeit und Kraft in der Nothilfe und am Wiederaufbau engagierten. Die allmähliche Wiederkehr unserer gewohnten Normalität. All das ist ein Grund zum Feiern. Und was könnte dafür besser geeignet sein als unser Liborifest, das für viele Menschen Identität stiftet und ein Anker im Jahresverlauf ist?

Doch vergessen wir dabei nicht die vielen Opfer, die die Pandemie gekostet hat – Verstorbene, deren Verlust ihren Angehörigen noch immer die Luft zum Atmen nimmt. Oder die familiären Konflikte, bei denen durch Home-Schooling und Home-Office vielleicht „dicke Luft“ herrschte. Und unabhängig von Corona: Vergessen wir nicht, welches Leid ein Krieg in Europa angerichtet hat und anrichtet. Vergessen wir das bei aller Festfreude nicht!

Ganz persönlich atme ich zum Liborifest auf, weil das Fundament unserer Feierlichkeiten endlich wieder mit Atem beseelt wird: Als im Jahr 836 das Bistum Le Mans der Kirche von Paderborn den heiligen Liborius zum Geschenk gemacht hat, begründeten die beiden Diözesen den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“. Dieser hat seit fast 1.200 Jahren Bestand – auch durch die von der Pandemie geprägte Zeit, als persönliche Treffen nicht möglich waren. Ich bin froh, dass Bischof Yves Le Saux in diesem Jahr wieder nach Paderborn kommen möchte, um mit uns das Fest seines Vorgängers auf dem Bischofsstuhl von Le Mans zu feiern.

Gott hat durch Liborius der Freundschaft unserer Diözesen Geist und Leben eingehaucht. Als Brückenbauer ist der heilige Liborius ein Sinnbild für den weltkirchlichen Charakter des Festes, das wir zu seinen Ehren begehen. Nach zwei Jahren Unterbrechung können wir neben Bischof Le Saux wieder erste Gäste aus der Weltkirche begrüßen, darunter auch den Exarchen der katholischen Ukrainer in Deutschland. So zeigen uns in diesem Jahr auch wieder die „Gesichter der Weltkirche“, wie vielfältig Kirche in der Welt Gutes bewirkt.

Kirchlich folgt das Liborifest 2022 dem vertrauten Ablauf: Beginnend mit der festlichen Erhebung der Reliquien unseres Bistumspatrons zu den erhebenden Klängen des Libori-Tusches sind die weiteren Tage wie gewohnt den Frauen, dem Landvolk, der älteren Generation und auch den Familien gewidmet. Viele Gottesdienste werden im Livestream übertragen – die Möglichkeit, unser Patronatsfest weltweit mitfeiern zu können, hat sich in den letzten Jahren bewährt und soll unsere Festgemeinde auch weiterhin stärken.

Ich freue mich auf ein Liborifest, bei dem die Normalität langsam zurückkehrt: Das Programm wird wieder vielfältiger. Es sind wieder Begegnungen möglich und Initiativen bringen sich wieder mit Veranstaltungen und Aktionen ein, die Sie alle in diesem Begleiter finden. Gespannt dürfen wir auf ein besonderes Angebot der Stadt Paderborn sein: einen historischen Markt am Dom mit mittelalterlichen Handwerksständen, Kleinkunst und Musik. Er erinnert an den Magdalenenmarkt, mit dem 1521 das Markt- und Kirmesgeschehen zu Libori seinen Anfang nahm.

Ich wünsche Ihnen segensreiche Tage beim Liborifest 2022. Feiern Sie mit und atmen Sie auf. Möge Gottes Segen und die Fürsprache des heiligen Liborius mit uns allen sein!

 

Ihr Erzbischof

 

Hans-Josef Becker

 
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