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Liborius in der Welt

Installation zu weltkirchlichen Bezügen während des Liborifestes 2020

Zum Liborifest gehören in jedem Jahr weltkirchliche Begegnungen. Gäste aus verschiedenen Ländern der Welt kommen nach Paderborn, nehmen an Veranstaltungen teil und sind bei den Feiern präsent. So hat das Paderborner Fest eine Wirkung über Grenzen von Ländern und Kontinenten hinweg. Aber nicht nur das Fest auch der Heilige selbst ist an verschiedenen Orten der Welt präsent. Kirchen, Heime, Bildungshäuser, Brücken und Schulen sind nach ihm benannt.

Was kann man erzählen von den Orten, an denen Liborius eine Rolle spielt? Welche Orte sind es? Was geschieht dort?

Mit der Installation werden einige Orte exemplarisch vorgestellt. So wie jeder Heilige einen Aspekt von Gottes Wirklichkeit in der Welt durchscheinen lässt, so kann an den Orten ein Aspekt entdeckt werden, was christliches Leben heute bedeuten kann. Es werden Geschichten erzählt von Menschen und Einrichtungen, die Liborius in der Welt sichtbar werden lassen.

Frankreich

Das junge Bistum Paderborn hat im Jahr 836 aus Le Mans die Reliquien des Heiligen Liborius erhalten. Damit war ein Kontakt zur „alten Kirche“ hergestellt. Die Freundschaft zwischen den beiden Bistümern besteht seit dieser Zeit. Es gab viele Kontakte über die Jahrhunderte und gegenseitige Unterstützung in schwierigen Zeiten. Junge Leute aus den beiden Bistümern beleben in den letzten Jahren die Fraternität.

Autorin und Sprecherin: Caroline Breit

Belgien

In Antwerpen gibt es schon seit 1677 eine Reliquie des heiligen Liborius. Sie wurde – gemeinsam mit den anderen Gebeinen des Heiligen – im Dreißigjährigen Krieg durch Christian von Braunschweig aus Paderborn geraubt. Nach jahrzehntelangen Irrwegen fand sie ihren neuen Platz in der Keizerskapel in Antwerpen, wo sie noch heute ein beliebtes Ziel für Wallfahrten ist.

Aber nicht nur der heilige Liborius verbindet Paderborn und Antwerpen. Es ist auch der künstlerische Einfluss der Scheldestadt, der Westfalen nachhaltig prägte. Die Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ im Diözesanmuseum Paderborn geht dieser Verbindung nach. Die Schau führt über die Barockisierung des Paderborner Doms durch Antwerpener Künstler zum Meister des flämischen Barock höchstpersönlich: Peter Paul Rubens.

Autoren: Britta Schwemke, Professor Christoph Stiegemann
Sprecher: Professor Christoph Stiegemann

Malta

Es gibt eine lange Tradition der Verehrung des Heiligen Liborius auf Malta. Vermutlich haben französischen Malteserritter Reliquien des Heiligen nach Malta mitgebracht. Heute, so berichtet es uns die Gemeinde, nimmt der Schutz der Flüchtlinge einen wichtigen Platz in der Gemeindearbeit ein. Vor allem Mütter mit ihren Kindern werden versorgt. In Valetta wird auch besonders des Schiffsbruchs von Paulus gedacht. Als Gefangener wurde er nach Rom gebracht und hatte auf Malta drei Monate Zwangspause.

Autor und Sprecher: Domkapitular Dr. Thomas Witt

Tschechien

Während der langen Zeit kommunistischer Kirchenverfolgung (1950 – 1989) entstand eine kleine Gemeinschaft von jungen Frauen in Brno, die unter der Leitung der Franziskaner im Geheimen nach der Regel der hl. Klara lebten. Nach der „samten Revolution“ gingen die Frauen ins Klarissenkloster Paderborn und begannen die Ordensausbildung. Weitere Frauen schlossen sich an und sie kehrten 1994 nach Brno zurück. 1997 zogen sie in ein neues Kloster in Brno-Soběšice.

„Die Reliquie des hl. Liborius in der Kirche erinnert an die Wurzeln, an die ersten Jahre im Klarissenkloster Paderborn. Sie verbindet uns über Paderborn hinaus mit Le Mans in Frankreich und hat so das Charisma, Menschen und Nationen zu versöhnen. Liborius mahnt, dass unser Gebet und unser Herz nicht in den engen Grenzen des Ethnischen und Nationalen bleiben dürfen, sondern in Christus universal werden sollen.“

Autor: Ulrich Klauke
Sprecherin: Jule Rehermann

Tansania

Pater Walter Lütkewille, Afrikamissionar aus Verl, hat für die Diözese Sumbawanga das Liborius-Pastoral-Center errichtet. Es ist ein wichtiges Tagungshaus für die Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese.

Autor: Ulrich Klauke
Sprecherin: Jule Rehermann

Brasilien

Die Fazenda da Esperanza, der Hof der Hoffnung in Guaratinguetà, ist ein Ort für hoffnungslose Fälle. 1983 entstand dieser erste Hof durch die Begegnung von einem Gemeindemitglied mit Drogenabhängigen. Es funktioniert in einfacher Weise: Gemeinschaft, Arbeit und eine christliche Spiritualität, die aus dem Evangelium kommt. 12 Monate sind die jungen Leute auf der Fazenda um sich zu finden, zu entdecken, wer sie sind. Geliebte Töchter und Söhne Gottes. Inzwischen gibt es 150 diese Orte der Hoffnung in vielen Ländern der Welt. Die Fazenda in den Bergen von Guaratinguetà ist nach dem Heiligen Liborius benannt.

Autor und Sprecher: Pastor Christian Heim

Panama

Im Priesterseminar San Liborio in Santiago de Veraquas leben 28 Seminaristen. Neben dem Studium, dem Gebet und sportlichen Aktivitäten gehört die Hausarbeit wesentlich zum Zusammenleben dazu. Die Figur des Heiligen Liborius spielt als Vorbild für ein christliches Leben im Laufe der Ausbildung eine wichtige Rolle. Er steht für ein friedliches, sanftmütiges und zugleich mutiges Eintreten für das Evangelium.

Autor: Ulrich Klauke
Sprecherin: Jule Rehermann

Australien

Auf den Viktorianischen Goldfeldern war Heinrich Backhaus aus Paderborn der erste Seelsorger. Er kümmerte sich um die vielen Menschen, die als Goldschürfer ihr Glück suchten. Die Kirche in Eaglehawk wurde vor 150 Jahren gebaut und dem Heiligen Liborius geweiht.

Autor und Sprecher: Christopher Müller

Impressionen aus den Projekten

Auf der Fazenda San Liborio in Guaratinguetà, Brasilien, steht diese Figur.
Auf der Fazenda San Liborio in Guaratinguetà, Brasilien, steht diese Figur.
150 Jahre alt ist die Liboriuskirche in Eaglehawk, Australien.
150 Jahre alt ist die Liboriuskirche in Eaglehawk, Australien.
Die Liboriusbüste befindet sich in der Annakapelle Antwerpen, Belgien.
Die Liboriusbüste befindet sich in der Annakapelle Antwerpen, Belgien.
Der Wirkungsort des Heiligen Liborius, die Kathedrale Le Mans in Frankreich.
Der Wirkungsort des Heiligen Liborius, die Kathedrale Le Mans in Frankreich.
Die Klarissen leben als Gemeinschaft im Gebet in Brno, Tschechien.
Die Klarissen leben als Gemeinschaft im Gebet in Brno, Tschechien.
In Tusca Pozo, Argentinien, begrüßt die Gemeinde die Pilger mit dem Bild des Heiligen.
In Tusca Pozo, Argentinien, begrüßt die Gemeinde die Pilger mit dem Bild des Heiligen.
Versammlung der Schulgemeinde des Liboriusgymnasiums in Dessau, Deutschland.
Versammlung der Schulgemeinde des Liboriusgymnasiums in Dessau, Deutschland.
Die Liboriuskapelle steht in der Nähe der Liboriusbrücke in Santo Domingo, Ecuador.
Die Liboriuskapelle steht in der Nähe der Liboriusbrücke in Santo Domingo, Ecuador.
Menschen mit Handicap versammeln sich vor der Liboriuskapelle in Ashadeep, Indien.
Menschen mit Handicap versammeln sich vor der Liboriuskapelle in Ashadeep, Indien.
Die moderne Fassade der Liboriuskirche in Rom, Italien.
Die moderne Fassade der Liboriuskirche in Rom, Italien.
In Malta gibt es verschiedene Bildnisse des Heiligen, hier aus der Kirche in Valetta.
In Malta gibt es verschiedene Bildnisse des Heiligen, hier aus der Kirche in Valetta.
Im Priesterseminar in Santiago de Veraquas, Panama, wird jedes Jahr des Heiligen gedacht.
Im Priesterseminar in Santiago de Veraquas, Panama, wird jedes Jahr des Heiligen gedacht.
In der Kathedrale von Kavieng, Papua-Neuguinea, steht dieses Reliquiar.
In der Kathedrale von Kavieng, Papua-Neuguinea, steht dieses Reliquiar.
Bilder vom Jugendtreffen in Krasnodar, Russland.
Bilder vom Jugendtreffen in Krasnodar, Russland.
Ein Bild des Heiligen vor dem Eingang des Liboricenters in Sumbawanga, Tansania.
Ein Bild des Heiligen vor dem Eingang des Liboricenters in Sumbawanga, Tansania.
Liboriuskirche im Township Parkdene, Südafrika.
Liboriuskirche im Township Parkdene, Südafrika.
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