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6
Mai
2020
Paderborn

„Verliebtsein in den Paderborner Dom gehört dazu“

30 Jahre Paderborner Domgilde: Mitglieder geben Einblicke in ihren Dienst / Dompropst Göbel sagt Dank

„Wenn es sie nicht schon gäbe, dann müsste sie spätestens jetzt erfunden werden, gerade in den aktuellen Tagen und Wochen der Corona-Pandemie.“ Das sagt Dompropst Monsignore Joachim Göbel im Hinblick auf das 30-jährige Bestehen der Paderborner Domgilde. Die rund 100 Mitglieder der Gilde bezeichnet der Erste des Paderborner Metropolitankapitels als die „guten Seelen“ im Hohen Dom, die in der Bischofskirche treu einen wertvollen Dienst leisten. Die Paderborner Domgilde wurde auf Anregung von Dompropst Weihbischof Hans Leo Drewes im Jahr 1990 gegründet. Einige Domgildemitglieder berichten exemplarisch von ihren Erfahrungen und Begegnungen im Paderborner Dom.

Die Mitglieder der Domgilde leisten im Paderborner Dom einen wichtigen ehrenamtlichen Dienst. V.l.n.r.: Dompropst Monsignore Joachim Göbel, Domgilde-Vorsitzender Klemens Schäfers, Domgilde-Kaplan Dompastor Dr. Nils Petrat, Vorstandsmitglieder Klaus Meilwes, Antonius Steins und Ferdinand Grabe. Mitgliederversammlung-Archiv-Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Ich bin sehr dankbar, dass die Mitglieder unserer Domgilde auch in dieser besonderen Zeit der Corona-Pandemie treu im Paderborner Dom präsent sind“, lobt Dompropst Göbel das ehrenamtliche Engagement der Gildemitglieder. Durch deren Präsenz- und Aufsichtsdienst sei es auch jetzt möglich, das Gotteshaus täglich viele Stunden für Besucher zu öffnen, die ein Gebet sprechen oder eine Kerze entzünden wollen. Zudem übernehmen die Domgildemitglieder gemeinsam mit den Paderborner Schützen der Maspern Kompanie den Ordnungsdienst bei den jetzt wieder möglichen Gottesdiensten im Dom: Sie achten darauf, dass die besonderen Zutritts- und Abstandsbestimmungen für die Gottesdienstbesucher bei den öffentlichen Heiligen Messen eingehalten werden.

Freundlich, ansprechbar, verbindlich

„Sie sind freundlich, ansprechbar und zugleich verbindlich“, sagt Dompastor Dr. Nils Petrat über die Domgildemitglieder, die in der Paderborner Bischofskirche in einem Schichtsystem im Dienst sind. Als Gildekaplan hat er eine besondere Nähe zu den Domgildemitgliedern, steht ihnen nicht nur als Kontaktperson zum Paderborner Metropolitankapitel und zum Dombüro, vielmehr auch als Seelsorger zur Verfügung. „Ich freue mich, dass die Mitglieder der Domgilde auch so manche kreative Idee im Dom mittragen und aktiv unterstützen. Durch sie können wir unser schönes Gotteshaus den Menschen nahe bringen und sympathisch und zugewandt präsentieren.“

Noch im Februar feierten Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Gildekaplan Dompastor Dr. Nils Petrat in der Krypta des Domes mit den Mitgliedern der Domgilde einen Gottesdienst. Der Jubiläumsgottesdienst zum 30-jährigen Bestehen muss verschoben werden. Archiv-Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Die zahlreichen Besucher der Paderborner Bischofskirche erkennen die diensttuenden Domgildemitglieder aber nicht nur an deren freundlichem und zugleich unaufdringlichem Auftreten, sondern auch an ihrem Dienstausweis, den sie an einem Band mit dem Logo des Paderborner Metropolitankapitels auf der Brust tragen. Sie alle haben ihren eigenen Lieblingsort im Dom – zum Beispiel ein Ort, der ihnen persönlich wichtig ist, oder von dem aus sie das Geschehen im Dom besonders gut im Blick haben.

Verliebt in den Paderborner Dom

Das ehrenamtliche Engagement der Domgildemitglieder sei nicht nur ein fast wöchentlicher Einsatz und Arbeit, sondern auch Freude und Gewinn, ja, auch ein Stück Berufung, sagt Domgilde-Vorsitzender Klemens Schäfers. „Ein gewisses Verliebtsein in den Paderborner Dom gehört dazu.“ Die Gildemitglieder stehen fragenden Besuchern Rede und Antwort, haben selbst viel gelernt über den Dom und bringen sich eben persönlich ein. Die Feier von gemeinsamen Gottesdiensten der Domgildemitglieder gehöre ebenso dazu wie die jährliche Mitgliederversammlung. Ein besonderes Dankeschön für das Engagement sei die jährliche Studienfahrt, bei der die große Gemeinschaft erfahrbar und gestärkt werde.

Klaus Meilwes gehört zu den Gründern der Domgilde. Am liebsten sitzt er in einer Bank im Westchor und schaut von dort in den Dom. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Erinnerungen und Impressionen

Zwei Männer der ersten Stunden der Paderborner Domgilde sind Klaus Meilwes und Xaver Menze. „Ich bin von Anfang an, also seit 1990, in der Domgilde und bin damit wohl einer der Gründer der Domgilde“, sagt der heute 67-jährige Klaus Meilwes. Xaver Menze kennt sogar sein Eintrittsdatum: Es ist der 19. Februar 1990. Menze kann noch mit einem weiteren Datum aufwarten: Er war bis zum 14. Februar 2011 der erste Vorsitzende der Paderborner Domgilde, danach deren Ehrenvorsitzender – bis heute.

„Ein Impulsgeber für die Gründung der Paderborner Domgilde war wohl die ehrenamtliche Gruppe der ‚Domfahnendreher‘“, erinnert sich Menze, der zu dieser Gruppe gehörte und deshalb mit dem Paderborner Domturm bestens vertraut ist. „Seit Libori 1986 hatte unsere Gruppe das Ziel, die in der Regel verhedderten Fahnen am Domturm während der gesamten Liborizeit wieder zum Wehen zu bringen. Dieser Missstand wurde immer wieder im Domkapitel erörtert.“ Mit einer neuen Technik zur Aufhängung der Fahnen ist das den „Domfahnendrehern“ gelungen, und dass jetzt auch die Paderborner Domgilde existiert, kann sicherlich auch als Erfolg gewertet werden.

Lieblingsorte im Dom

Klaus Meilwes und Xaver Menze schätzen es beide, Dombesuchern „unseren Dom“ nahe zu bringen und zu erläutern, ein Stück vom „Geheimnis Dom“ zu vermitteln, wie Menze sagt. Wichtig ist ihnen eine „authentische Präsenz“ im Gotteshaus, die auch eine Aufsicht im Dom zum Ausdruck bringt. Der Lieblingsort im Paderborner Dom von Klaus Meilwes ist eine Bank im Westchor, von der er in seiner Funktion als Domgildemitarbeiter einen freien Blick in den Dom hat. In der Krypta des Domes kann er zur Ruhe kommen und Einkehr halten. Ein bedeutsamer Ort für Xaver Menze ist der Ausgrabungsbereich unterhalb des Domes: „Ich kann die Hand auf die ergrabene Ostmauer des alten Domes legen und werde mir bewusst: 1.200 Jahre Paderborner Kirchengeschichte mit den Höhen und Tiefen werden lebendig. Und das Herz sagt: Ja, Gott, DU bist groß mit und in Deiner Kirche!“

Elisabeth Beierle-Rolf schätzt es, Besucher willkommen zu heißen und ihnen das „Erlebnis Dom“ nahezubringen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Begegnungen: Der schöne Moment bleibt

Elisabeth Beierle-Rolf ist seit Juli 2013 in der Domgilde dabei und im Dom präsent. Sie schätzt es, Besucher willkommen zu heißen und ihnen das „Erlebnis Dom“ nahezubringen. „Neben den Fragen zum Dom, wie zum Beispiel auch zum Hasenfenster, und dem Verkauf im Infostand, komme ich manchmal mit Besuchern in ein intensives, tiefgreifendes Gespräch. Da ist plötzlich zu einem fremden Menschen eine ganz große Nähe da. Dankbar für ein solches Gespräch geht man nach kurzer Zeit auseinander – der schöne Moment bleibt“, sagt Elisabeth Beierle-Rolf.

Fragen der Besucher zur Geschichte des Doms und seiner kunstgeschichtlichen Ausstattung zu beantworten, das schätzt Franz Josef Birkenheuer bei seinem Dienst in der Domgilde. „Am Liebsten gehe ich im Dom umher, um das Geschehen zu verfolgen und als Ansprechpartner für Besucher zur Verfügung zu stehen“, sagt der 77-Jährige. Er weiß auch, dass immer wieder Menschen in den Dom kommen, die sich in einer verzweifelten Lage befinden, um hier ein Gebet zu sprechen und ihre Situation vor Gott zu tragen. Schmunzelnd berichtet Birkenheuer von einem Ehepaar, das unbedingt mit dem Hund den Dom besuchen wollte. „Es war nicht so einfach, das Paar davon abzubringen. Als Lösung habe ich vorgeschlagen: Einer wartet mit dem Hund draußen, während der Andere den Dom besichtigt und umgekehrt.“

Xaver Menze erinnert sich daran, dass ein islamischer Geistlicher, ein Iman, während seines Dienstes den Paderborner Dom besuchte und ihn fragte, ob es im christlichen Gotteshaus etwas gebe, das Islam und Christentum verbinde. „Ja, doch! Wir haben im Dom das große, eindrucksvolle, biblische Abraham-Fenster!“, freut sich Domführer Menze. Auch Muslime kennen die Geschichte vom Urvater der drei Schriftreligionen. „Ein sehr intensives Gespräch folgte.“

„Am Liebsten gehe ich im Dom umher, um das Geschehen zu verfolgen und als Ansprechpartner für Besucher zur Verfügung zu stehen“, sagt der 77-jährige Franz Josef Birkenheuer im Blick auf seinen ehrenamtlichen Dienst in der Paderborner Domgilde. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Paderborner Domgilde – historisch

Die Domgilde wurde auf Anregung von Dompropst Weihbischof Hans Leo Drewes im Jahr 1990 gegründet. Aktuell hat die Paderborner Domgilde 108 Mitglieder, 21 Frauen und 87 Männer. Von den 108 Mitgliedern sind wöchentlich 78 Personen im Hohen Dom im Einsatz. Ehrenamtlich stehen die Mitglieder der Domgilde den Besuchern am Info-Stand der Paderborner Bischofskirche mit Rat und Tat zur Seite, zudem achten sie darauf, dass die Würde des Gotteshauses gewahrt bleibt. Als Domführerinnen und Domführer begleiten sie zahlreiche Interessierte durch den Hohen Dom. Domvikar Dr. Nils Petrat ist Gildekaplan. Die Mitglieder der Domgilde verrichten ehrenamtlich zwei Stunden in der Woche Präsenzdienst im Paderborner Dom.

Jubiläumsgottesdienst

Ursprünglich sollte das 30-jährige Bestehen der Paderborner Domgilde mit einem Jubiläumsgottesdienst am Sonntag, 10. Mai 2020, im Paderborner Dom begangen werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist das nicht möglich. „Wir prüfen, ob wir eine interne Domgilde-Messe zum Jubiläum am traditionellen Libori-Donnerstag-Treffen der Domgilde feiern werden“, sagt Gildekaplan Dompastor Petrat. Aber auch das sei noch nicht sicher.

Ein Beitrag von:

Thomas Throenle
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