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Erzbistum Paderborn
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Sozialakademie: Acht Seminaristen erhalten Abschlusszertifikate. Teilnehmer kommen aus Polen, Rumänien und Kroatien.© Benjamin Krysmann / Erzbistum Paderborn

Sozialakademie: Acht Seminaristen erhalten Abschlusszertifikate

Teilnehmer kommen aus Polen, Rumänien und Kroatien

Acht Priesteramtskandidaten aus Polen, Rumänien und Kroatien haben am Freitag, 28. Juli 2023, in Paderborn für die erfolgreiche Teilnahme an der 16. Sozialakademie ihre Abschlusszertifikate erhalten. Überreicht wurden die Urkunden von Weihbischof Josef Holtkotte und Prälat Dr. Peter Klasvogt im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum.

Angeboten wird die jährlich stattfindende Sozialakademie seit 2007 von der Kommende Dortmund, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn. Die mehrwöchige Summer School für Seminaristen aus Mittel- und Osteuropa steht unter dem Leitwort „Europa eine Seele geben“. Die Teilnehmer beschäftigen sich unter anderem mit Fragen der katholischen Soziallehre, aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen der Kirche, päpstlichen Lehrschreiben und politischen Herausforderungen. In der Zeit der Sozialakademie besuchen sie verschiedene Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten und begegnen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kirche.

Der im Erzbistum Paderborn für gesellschaftliche und soziale Fragen zuständige Weihbischof Josef Holtkotte gratulierte den acht erfolgreichen Absolventen und betonte, dass „die Kirche in Europa und der Welt Frauen und Männer braucht, die über den eigenen Tellerrand schauen.“ Für die Förderung dieser heute notwendigen Einstellung sei die Solzialakademie die richtige Einrichtung.

„Wer heute in der Zeit epochaler Umbrüche als Priester leben möchte, ist besonders gefordert, die eigene Berufung für die Gemeinschaft und die Sendung der Kirche einzusetzen“, erklärte Weihbischof Holtkotte. Zu viele gesellschaftliche Herausforderungen stünden an, bei denen sich auch die Kirche unbedingt einzubringen habe. Als Beispiele nannte er die zunehmende Individualisierung, den Klimawandel, die Energiekrise, die Flüchtlingsfrage und Krisenherde wie den Krieg in der Ukraine.

Neue Wege zu „echtem Miteinander“ suchen

Gefragt seien Visionen für mehr Menschlichkeit, Geschwisterlichkeit und ein friedliches Zusammenleben. Es gehe um Solidarität und Gerechtigkeit. Veränderungen oder auch Verschiedenheiten seinen auszuhalten und offen zu begegnen. Das gelte auch für die Kirche selbst. „Wir erleben einen rasanten Wandel, mit dem wir umzugehen haben.“ Dabei sei es hilfreich, „neue Wege in synodalen Prozessen und im Diskurs zu suchen“. Diese führten zu einem „echten Miteinander“, sagte Weihbischof Holtkotte.

Im Rahmen der Überreichung der Abschlusszertifikate kamen die Anwesenden miteinander ins Gespräch und tauschten sich aus. Die verbleibende Zeit in Paderborn werden die acht Seminaristen aus Polen, Rumänien und Kroatien mit weiteren Programmpunkten und Begegnungen verbringen. Die Libori-Feierlichkeiten hatten sie bereits miterleben können. Dann machen sie sich auf den Weg zum Weltjugendtag nach Lissabon. Der startet am Dienstag, 1. August 2023, und ist diesmal integraler Bestandteil der Sozialakademie.

Sozialakademie „Europa eine Seele geben“

Seit 2007 bietet die Kommende Dortmund unter dem Motto „Europa eine Seele geben“ eine mehrwöchige Summer School für Seminaristen aus Mittel- und Osteuropa an. Was damals als mutiges Experiment begann, ist heute ein fest implementiertes und stark nachgefragtes Angebot in der Priesterausbildung. Von Beginn an wurde die Sozialakademie vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden unterstützt. Gefördert durch die AKSB und durch das bischöfliche Hilfswerk Renovabis kann die Sozialakademie auf die wissenschaftliche Begleitung der Theologischen Fakultät Paderborn bauen. Die große Wertschätzung für die Sozialakademie belegt das unvermindert breite Interesse an sozialethischen Fragen innerhalb vieler Ortskirchen in Ost- und Mitteleuropa.

Die Summer School unterstützt und befähigt die Teilnehmer, aktiv das politisch-soziale und caritative Engagement ihrer Ortskirchen, die Modernisierung ihrer Länder sowie den europäischen Einigungsprozess mitzugestalten. Das Programm vereint wissenschaftliche und praktische Elemente, wie zum Beispiel die Einführung in die politische Ethik am Beispiel der christlichen Gesellschaftslehre und das Erlernen sozialer Schlüsselqualifikationen zum gesellschaftlichen Engagement. Regelmäßige länderübergreifende Reflexionsgruppen dienen der Ergebnissicherung und dem Transfer in die Situation der Heimatländer.

Sozialakademie mit internationaler Ausstrahlung

Die Sozialakademie ist eine besonders ausstrahlungskräftige international orientierte Einrichtung, welche die Kommende Dortmund weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt macht. Hieraus erwachsen nachhaltige internationale Kontakte mit Politikern, Wissenschaftlern und Kirchenführern im europäischen Kontext. 2017 wurde das Engagement der Kommende Dortmund in Mittel- und Osteuropa mit der Verleihung des Konstanzer Konzilspreises an Prälat Dr. Peter Klasvogt gewürdigt.

Zielsetzung der Sozialakademie ist die Schulung und Ausbildung in der christlichen Sozialethik vor dem Hintergrund des europäischen Einigungsprozesses. So stehen nach Beendigung der Sozialakademie viele Alumni untereinander und mit der Kommende Dortmund weiterhin in Kontakt. Mittlerweile ist daraus ein großes internationales Netzwerk aus über 230 Seminaristen und Priestern entstanden, die sich für die soziale Gestaltung eines vereinigten Europas engagieren. In den vergangenen Jahren fanden dazu in Zusammenarbeit mit dem Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden drei große Alumni-Kongresse statt: 2012 in Ariccia (bei Rom), 2014 in Zakopane (Polen) und 2018 in Brüssel (Belgien).

Unterstützt wird die Sozialakademie des Sozialinstituts Kommende in Dortmund vom Erzbistum Paderborn, von der AKSB-Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e.V., vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis der Katholischen Kirche in Deutschland.

Ein Beitrag von:
© ThF-PB

Benjamin Krysmann

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