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Erzbistum Paderborn
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© Andrii Yalanskyi/Shutterstock.com

Ein wertvolles Stück Beteiligung

Mehr als 1.800 Menschen im Erzbistum Paderborn priorisieren bei Online-Voting Themen für den weltsynodalen Prozess

Anliegen per Mausklick in den weltweiten Synodalprozess einbringen konnten die Menschen im Erzbistum Paderborn jetzt für drei Wochen in einer Online-Umfrage. Bei einem vorherigen Online-Austausch hatten Katholikinnen und Katholiken aus dem Erzbistum zehn drängende „Probleme und Fragestellungen“ benannt. 1.848 Teilnehmende haben diese Themen dann im anonymisierten Voting priorisiert – wie es der Vatikan allen Ortskirchen als aktuelle Aufgabe für die derzeitige kontinentale Etappe des Prozesses mitgegeben hat. Bei der Umfrage im Erzbistum landete mit 89,1 Prozent auf einem deutlichen ersten Platz das Anliegen, Missbrauch zu begegnen. Auf Platz zwei und drei folgen Kirche auf Augenhöhe mit den Menschen zu sein (70,3 Prozent) und die Stellung der Frau in der Kirche (69,8 Prozent). Die Ergebnisse wurden zum 15. Januar an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet.

Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ sei, habe sie „ein wertvolles Stück Beteiligung ermöglicht“, erklärt Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck. Der Prozess der Weltsynode umfasse die gesamte Weltkirche, mit allen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden. „Ich finde es großartig, wenn sich Menschen über niedrigschwellige Angebote in diesen Prozess einbringen und ihre Anliegen in diesem großen Kontext deutlich machen können.“ Zudem sei er sicher, dass die Umfrage-Ergebnisse „wichtige Rückmeldungen auch für den Zielbildprozess in unserem Erzbistum“ seien.

60,1 Prozent der Teilnehmenden waren weiblich, 35,8 Prozent männlich, 1,3 Prozent divers – auch die Auswahl „keine Angabe“ war bei allen Fragen möglich. Mit Blick auf die Altersgruppen waren 57,3 Prozent zwischen 50 und 80 Jahren alt, 28,7 Prozent zwischen 30 und 50, 9,7 Prozent zwischen 20 und 30 und 1,8 Prozent unter 20 Jahre alt. 64 Prozent der Teilnehmenden haben ein kirchliches Engagement angegeben.

So sehen die Ergebnisse aus

Wie haben die Menschen im Erzbistum abgestimmt und priorisiert? Welche Themen sind ihnen sehr wichtig? Die Tabelle gibt einen Überblick zu den zehn Themen zu ihrer Wichtigkeit – die Prozentzahlen geben die Einschätzung als „sehr wichtig“ wieder:

  1. Missbrauch konsequent begegnen: 89,1% (1648 Stimmen)
  2. Kirche auf Augenhöhe mit den Menschen sein:  70,3% (1299)
  3. Stellung der Frau in der Kirche: 69,8% (1290)
  4. Vielfalt zulassen: 53,1% (983)
  5. Schöpfungsverantwortung und Klimagerechtigkeit: 50,5% (934)
  6. Entkoppelung der Leitungsgewalt von der Weihegewalt: 44,6% (826)
  7. Taufberufung aller konsequent ernst nehmen:  42,2% (780)
  8. Interreligiöser Dialog und Ökumene: 40,3% (745)
  9. Liturgische Vielfalt ermöglichen: 33,4% (617)
  10. Mach den Raum Deines Zeltes weit: 22,4% (415)

Synodalität wird ernst genommen

Die Themen aus dem Erzbistum Paderborn seien natürlich im Gesamtprozess nicht allein ausschlaggebend, unterstreicht Diözesanadministrator Msgr. Dr. Bredeck. Ganz unterschiedliche Anliegen aus Ortskirchen aller Welt würden in den weiteren Prozess einfließen. Aber in einem großen weltkirchlichen Dialog ortskirchliche Resonanzschleifen einzubauen, zeige für ihn ganz klar, „dass Synodalität als Aufeinander-Hören bei diesem Prozess ernst genommen wird“, betont Msgr. Dr. Bredeck.

Dass so kurzfristig in der Adventszeit zwei Online-Foren stattfinden konnten und das Online-Voting über die Feiertage 1.848 Eingaben eingebracht hat, mache deutlich, „dass es ein waches Interesse an Beteiligung im Erzbistum gibt“, erklärt Andrea Jansen. Sie ist Leiterin der Abteilung Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn und Bischöfliche Beauftragte für den Weltweiten Synodalen Prozess im Erzbistum. „Die inhaltliche Auseinandersetzung in den Online-Foren hat gezeigt, dass es, bei allen unterschiedlichen Erfahrungen im Erleben von und mit Kirche, einen hohen Bedarf gibt, im Gespräch zu bleiben und gehört zu werden“, so Jansen.

Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck dankt den motivierten und hilfsbereiten Kolleginnen und Kollegen im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn und dem Liborianum für ihre „energische und kurzfristige Unterstützung“ sowie allen Teilnehmenden des Votings, die diese Paderborner Priorisierungen möglich gemacht haben.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Überlegungen aus den einzelnen (Erz-)Diözesen werden durch die Deutsche Bischofskonferenz für die Kontinentalversammlung vom 5. bis 12. Februar 2023 in Prag zusammengefasst. In der Kontinentalversammlung werden diese Überlegungen in einem Schlussdokument gebündelt und bis zum 31. März 2023 beim Synodensekretariat eingereicht. Auf der Grundlage der Schlussdokumente aller sieben Kontinentalversammlungen wird bis Juni 2023 ein Instrumentum laboris für die Synodenversammlung im Oktober 2023 erstellt.

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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