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13
Januar
2020

Von Licht, Gottvertrauen und Elchen

Themenspecial „Große Pläne“: Pauline Meier lebt für zehn Monate in Schweden

Erst gegen neun Uhr am Morgen lässt sie sich allmählich blicken, um Viertel nach drei nachmittags ist sie bereits wieder verschwunden – länger als sechs Stunden am Tag ist die Sonne in Uppsala in Schweden derzeit selten zu sehen. Im Osten Schwedens in der Nähe der Hauptstadt Stockholm lebt Pauline Meier noch bis Juni dieses Jahres. Im vergangenen September ist die Paderbornerin mit dem „Bonifatius Praktikanten-Programm“ in den Norden aufgebrochen. Sie lernt vor Ort das kirchliche Leben in der Diaspora kennen, also dort, wo Katholiken in der extremen Minderheit leben. Insbesondere jetzt im Winter ist es dabei nicht immer leicht mit der dunklen Jahreszeit auszukommen, doch die Entscheidung für zehn Monate Schweden hat Pauline Meier ganz bewusst getroffen.

„Ich fand Schweden immer wunderschön und wollte das Land schon lange einmal sehen. Dass ich aber gleich für zehn Monate hier lebe, hatte ich nicht geplant“, erzählt sie. Als Missionarin auf Zeit nach Afrika zu gehen, das war eigentlich ihr Vorhaben gewesen, nachdem sie 2019 ihr Abitur am Edith-Stein Berufskolleg gemacht hat. Doch dann habe eine Freundin ihrer Mutter vom Praktikum im Norden gelesen und ihr von dem Angebot erzählt. „Nun vor Ort bin froh über meine Entscheidung und fühle mich in Uppsala sehr gut aufgehoben. Jedoch bin ich mittlerweile selbst von mir überrascht, wie unbeschwert ich in diese Abenteuer gegangen bin.“

Pauline Meier
Foto: Alexandra Herger
Foto: Alexandra Herger

„Ich hatte immer ein unbeirrbares Vertrauen in mein Vorhaben, das ich selbst gar nicht genau erklären konnte. Ich war mir einfach irgendwie sicher, dass schon alles klappen wird – mit etwas Vertrauen, auf sich und auf Gott.“

Besondere Licht-Beziehung

Vor Antritt der Reise hätten viele Freunde und Familienmitglieder sie gefragt, ob sie nicht aufgeregt sei, für eine so lange Zeit alleine in einem fremden Land zu leben. So einen großen Plan in so jungen Jahren anzugehen, müsse doch besonders viel Mut abverlangen und sie ungemein nervös machen. „Ich hatte aber immer ein unbeirrbares Vertrauen in mein Vorhaben, das ich selbst gar nicht genau erklären konnte. Ich war mir einfach irgendwie sicher, dass schon alles klappen wird“, verdeutlicht die 19-Jährige. Sie sagt, man könne zwar große Pläne haben und sie in Angriff nehmen, aber es könne dennoch immer etwas Unvorhergesehenes passieren. „Da braucht man etwas Vertrauen, auf sich und auf Gott.“

Vor allem ihre Mutter habe sich Gedanken gemacht, wie Pauline mit den kurzen Phasen an Tageslicht in Schweden zurechtkomme. In Deutschland habe sie die dunklen Jahreszeiten nicht besonders gemocht, wäre oft träge gewesen und habe darunter gelitten. Wenn nun in Schweden die Sonne ab fünfzehn Uhr schon wieder unter geht, hat Pauline Meier bei ihrer Praktikumsstelle teilweise erst zwei Stunden gearbeitet. „So früh dunkel wird es hier schon seit Oktober, da muss man sich erst einmal dran gewöhnen. Aber seitdem habe ich eine ganz besondere Beziehung zum Licht.“

Persönliche Weiterentwicklung

Die Schweden verstünden es die Dunkelheit mit Kerzen und zahlreichen Lichtern zu durchbrechen und so nicht belastend werden zu lassen. Weihnachtsdekoration und unzählbare Lichterketten zierten bereits ab Oktober die Straßen. „Ich glaube, dass ich den nächsten Winter in Deutschland nicht mehr so schlimm finden werde wie die bisherigen.“ Dies sei einer von vielen Gewinnen, die sie in ihrer persönlichen Weiterentwicklung in Schweden bisher erlangt habe. Pauline selbst merke gar nicht, in welcher Weise sie sich verändert habe, aber sie ist sich sicher, dass sie es getan hat. „Ich denke, ich bin allgemein erwachsener und selbstständiger geworden. Mit stressigen Situationen kann ich einfacher umgehen.“

Dennoch freue sich Pauline in der zweiten Hälfte ihres Praktikums ganz besonders darauf, dass es wieder heller wird. Schweden im Frühjahr und Sommer zu erleben sei nochmal etwas ganz anderes. Wanderungen in Nordschweden stehen auf dem Plan, ein Trip nach Norwegen, Mittsommer feiern und einen ganz persönlicher Wunsch hat Pauline auch noch: „Ich möchte unbedingt noch Elche in freier Wildbahn sehen.“

Erfahrungsberichte von Pauline Meier und mehr Details, wie ein typischer Praktikums-Tag von ihr aussieht, finden Sie unter:

Praktikum im Norden

Das Bonifatius Praktikanten-Programm

Das Bonifatiuswerk unterstützt in der Minderheit lebende Katholiken auf vielfältige Weise und fördert auch die Praktika im Norden finanziell. Durch das Projekt ermöglicht das Bonifatiuswerk jährlich bis zu 20 jungen Menschen einen Praktikumsaufenthalt in Nordeuropa oder dem Baltikum. Dadurch erhalten sie direkte und unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben in der Diaspora.

Das „Bonifatius Praktikanten-Programm“, auch bekannt als „Praktikum im Norden“, ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk, dem Newman Institut in Uppsala in Schweden, einer Hochschule für Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften, und den zusammenwirkenden Bistümern und Institutionen. Finanzielle Unterstützung erhält es vom Erzbistum Paderborn.

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