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6
Februar
2020
6.Februar.2020

„Unser Kreuz hat keine Haken“

Jutta Schlinkmann-Weber, Christian Stockmann und Alexandra Nitschke mit den Plakaten "Unser Kreuz hat keine Haken". (Foto: Ronald Pfaff)
Jutta Schlinkmann-Weber, Christian Stockmann und Alexandra Nitschke mit den Plakaten "Unser Kreuz hat keine Haken". (Foto: Ronald Pfaff)

“Klimawandel” zu verzeichnen

Alexandra Nitschke, die in ihrem Fachbereich an der Basis arbeitet und täglich Probleme der Integration erlebt, hat auch ihre Erfahrungen gesammelt. Bei den Haussammlungen der Caritaskonferenzen hätten sich die Helferinnen Sprüche wie „Wir geben nichts, wenn es für Flüchtlinge ist“, anhören müssen. Auch bei der Möbel-Abgabe gäbe es Unverständnis aus Unwissenheit: „Wenn nichts mehr gebraucht wird, dann sind wohl unsere Sachen nicht gut genug“.

„Leider urteilen oft Menschen, die überhaupt keinen Kontakt zu Fremden haben. Manchmal sind auch Diskussionen überflüssig, weil Menschen die Argumente gar nicht hören wollen. Es sind auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft“, ergänzt Alexandra Nitschke, die ihren Herzenswunsch unterstreicht: „Auf das Thema einfach einen Deckel drauf zu machen, wenn die Zeitzeugen der Nazidiktatur aussterben – das geht gar nicht.“ Dabei könne man Ängsten vor „den Fremden“ nur durch Begegnung entgegentreten, ergänzt Stockmann.

Die Caritas zeigt Flagge. Natürlich gehöre in der heutigen Zeit auch ein wenig Mut dazu, wenn man angefeindet werde. Aber die Sache sei es wert, daher sei man gerne mutig, um ein Zeichen zu setzen. Ecken und Kanten gehörten zum Leben, aber ein Haken auf keinen Fall zum Kreuz, nimmt Christian Stockmann gern ein Zitat auf.

„Wir sind als Bilder Gottes geschaffen“, greift Jutta Schlinkmann-Weber gern eine Bibelstelle aus der Schöpfungs-Geschichte auf. Denn alle Menschen sind gleich. Vor Gott haben alle Menschen die gleiche Würde.

Im Übrigen hat die Caritas Arnsberg-Sundern Frauen und Männer aus 20 Nationalitäten beschäftigt. Derzeit befindet sich eine Muslimin in der Ausbildung zur seelsorgerischen Begleiterin.

Persönliche Erfahrung von Christian Stockmann

„Ich habe von einem 84-jährigen Mann einen sehr berührenden Brief zu unserer Aktion „Unser Kreuz hat keine Haken“ erhalten. Er schreibt, erkennbar mühselig, von seinen schrecklichen Erfahrungen und Erlebnissen „Krieg unterm Hakenkreuz“ aus seiner Kindheit in den Jahren 1936 bis 1944, die bis heute nicht aus seinem Kopf verschwunden sind. Die Ermordung vieler Menschen… . Die Begeisterung von Menschen an dem System. Ich bin sehr gerührt von seinen Zeilen und seinem Wunsch sowie seiner Hoffnung, dass niemals mehr jemand hinter einem „Haken“ herläuft. Er ist sehr traurig darüber, dass sich auch heute junge Menschen, „die nicht wissen, was Bomben angerichtet haben“, wieder negativ beeinflussen lassen. Ich finde es stark, dass er sich – in seinem Alter – als Zeitzeuge äußert! Gleichzeitig macht mich sein Brief traurig. „Für zwei Reichsmark und 0,50 Pfennig bekommt man 1 kg Gas um 1.000 Menschen zu Tode zu vergasen“. Dieses Schreiben hat mich echt persönlich betroffen gemacht.“

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