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12
Dezember
2019
12.Dezember.2019

„Signalisieren, dass Du gewollt bist“

Themenspecial Innehalten: Am Bahnhof Gott in den anderen Menschen erkennen

Wenn Harald Mallas, ehrenamtlicher Helfer bei der Bahnhofsmission, über den Alltag am Bielefelder Hauptbahnhof spricht, dann verfällt er in Baustellenrhetorik. Der 65-Jährige spricht dann davon, dass der Regionalexpress Ladungen an Menschen „abkippe“. Massen an berufstätigen Pendlern, Schülern und Studenten würden durch den Bahnhofstunnel „durchgeschleust“. Der Bahnhof, wie hier in Bielefeld, scheint kein Ort des Innehaltens zu sein – eher der Hektik und der Anonymität. Doch auch zwischen Bahnsteigen, Zeitschriftengeschäften und Werbetafeln ist Gott. Oder genauer gesagt: mittendrin.

Für die meisten Menschen ist der Bahnhof ein „Durchlauferhitzer“, wie Pensionär Mallas gewohnt technisch ausdrückt. Ein Ort, an dem man möglichst wenig Zeit verbringen möchte. Man will ja von A nach B kommen. Manchmal fast unsichtbar, manchmal offensichtlich, sind da noch die Menschen, die die Mitarbeiter der Bahnhofsmission ihre Gäste nennen: obdachlose und drogenabhängige Menschen, die sich im Umfeld des Bahnhofs aufhalten sowie Reisende, die in Bielefeld gestrandet sind.

Harald Mallas. Foto: Schulte
Harald Mallas. Foto: Schulte

Begegnugnen von Arm und Reich

So wie Harald Mallas engagieren sich rund 30 Ehrenamtliche in der Bahnhofsmission. Josefine Georgi leitet die Station hauptamtlich. Die 30-Jährige findet den Ort Bahnhof so spannend, weil er fast der einzige sei, an dem alle gesellschaftlichen Schichten zusammentreffen. Sie sagt: „ Ich glaube, dass Gott im Miteinander der Menschen ist, im Dialog und der Gemeinschaft.“

Doch gerade am Bahnhof ist eine echte Gemeinschaft zwischen Menschen nur selten zu erkennen. Das gilt auch für Menschen gleicher gesellschaftlicher Schichten – aber noch mehr für finanziell Arme und Reiche, die sich begegnen. Josefine Georgi, gelernte Sozialarbeiterin, findet es wichtig, andere Menschen anzulächeln, sie anzusprechen, und Ärmere danach zu fragen, was sie benötigen. Denn manchmal reicht eine gute Absicht nicht aus, um einem anderen Menschen zu helfen.

Beispielhaft erzählt Georgi die Story von einem Mann, der mit kaputten Schuhen am Bielefelder Hauptbahnhof rumlief. Ein anderer, wohlhabenderer Mann, sah ihn und kaufte ihm ein paar ordentliche Schuhe – doch der Mann wollte sie nicht haben. „Der reichere Mann kam dann auf uns zu und fragte uns, warum er die Hilfe nicht annehmen wollte“, erzählt Georgi.

Josefine Georgi. Foto: Schulte
Josefine Georgi. Foto: Schulte

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