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4
November
2019

Plötzlich Studentin

Auf eine Kaffeelänge mit Henrike Buschulte

In der Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“. treffen wir uns auf einen Kaffee mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn und sprechen mit ihr über Themen, die den Alltag des jeweiligen Gesprächspartners bewegen. Dabei können die Personen in ganz unterschiedlichen Beziehungen zum Erzbistum stehen oder lediglich ihren Wohnsitz im Bereich des Erzbistums haben. Die einzige Vorgabe der Serie ist: die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Für unser drittes Gespräch haben wir Henrike Buschulte getroffen, Studentin der Religionspädagogik und angehende Gemeindereferentin aus Welver-Illingen im Kreis Soest.

Aufbrechen, einen Neuanfang wagen – mit Mitte 30? Mit Mann, zwei Kindern und eigenem Haus? Henrike Buschulte hat es getan. Vor einem Jahr begann die gelernte Bürokauffrau aus Welver-Illingen, Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO) zu studieren. Mit ihren 37 Jahren ist sie die mit Abstand älteste Präsenzstudentin ihres Jahrgangs.

Wir treffen sie auf eine Kaffeelänge in Paderborn – zwischen Vorlesungen der Sozialethik. An diesem Tag wird sie bis 17:15 Uhr in der Uni sitzen und dann mit Fahrrad, Zug und Auto zurück nach Welver-Illingen fahren. Viertel vor sieben wird sie zurück bei ihrem Mann, Familie und Freunden sein. Während Sie an drei Tagen in der Woche im Hörsaal sitzt, isst ihre Mutter oder Schwiegermutter mit den zwei Töchtern zu Mittag und kümmert sich um die Hausaufgaben. Ihre Kinder müssten für den Neuanfang manchmal etwas zurückstecken, sagt Henrike Buschulte. „Das tut mir zwar im Herzen weh, aber ich bin trotzdem jederzeit für sie da.“

„Es erfüllt mich, wenn ich daran denke, zukünftig Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten. Dass ich als Ansprechpartnerin und Seelsorgerin für die Menschen da bin. Dass ich Menschen für Gott faszinieren kann.”

Henrike Buschulte, Studentin der Religionspädagogik aus Welver-Illingen

Als Henrike Buschulte 12 Jahre alt war – damals ging sie als Messdienerin fast jeden Sonntag zur Kirche – starb ihr Vater. Sie blickt heute darauf zurück, indem sie sagt: „Ich dachte: ‚Stopp. Hier stimmt etwas nicht. Ich bin zwölf Jahre alt, warum wird mir jetzt mein Papa genommen‘?“ Sie dachte, wenn es einen Gott gebe, dann könne er so etwas nicht zulassen. Fortan ging sie kaum noch zur Kirche, besuchte höchstens die Christmette oder Osternacht.

Der Neuanfang in ihrer Beziehung zu Gott war die Geburt ihrer ersten Tochter. „Als Emma geboren wurde,“ sagt sie, „guckte ich ihr in die Augen und wusste: ‚Das ist ein Geschenk Gottes‘.“ Ohne jegliche Zweifel entschied sie sich dazu, ihre Tochter Taufen zu lassen. „Dann ging es peu à peu immer weiter, dass mir Gott wichtiger wurde und ich spürte, dass er da ist.“

Henrike Buschulte beim Gespräch in Paderborn. Foto: Schulte

Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Tilda war Henrike Buschulte bewusst, dass sie nicht mehr wie zuvor als Bürokauffrau arbeiten wollte. Ein sozialer Beruf sollte es sein- also begleitet sie einen Autisten in seinem Schulalltag. Gleichzeitig engagierte sie sich immer mehr ehrenamtlich in der Pfarrei St. Maria Welver und begeisterte sich für den Dienst in der Kirche. Die Lesung lesen, Tauffamilien besuchen, Jungen und Mädchen in der Kinderkirche von Gott erzählen – all diese Aufgaben möchte Henrike Buschulte nun vom Hobby zum Beruf machen.

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