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10
Februar
2020
10.Februar.2020

„Ehrenamt ist Hobby und Berufung zugleich“

Auf eine Kaffeelänge mit Robert Kesselmeier

In der Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns auf einen Kaffee mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Die einzige Vorgabe der Serie ist: die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Diesmal sprechen wir mit Robert Kesselmeier, Ehrenamts-Koordinator des Malteser Hilfsdienstes e.V. für Ostwestfalen.

Wer das Büro von Robert Kesselmeier in der Dienststelle der Malteser an der Dessauer Straße in Paderborn betritt, spürt gleich die entspannte Atmosphäre, die dort herrscht – und das trotz regnerischem Januar-Wetter.

Erste Hilfe und Katastrophenschutz

Dabei ist der Malteser Hilfsdienst 1953 aus einem weit weniger entspannten Grund heraus gegründet worden. „Um die Bevölkerung in Erster Hilfe auszubilden, um so auf den Katastrophenfall bestmöglich vorbereitet zu sein“, erklärt Kesselmeier. In dem bundesweiten Verband sind mittlerweile fast 50.000 Ehrenamtliche aktiv – davon allein rund 3.500 im Erzbistum Paderborn. Deren Arbeit wird durch hauptamtlichen Strukturen unterstützt. An dieser Stelle ist dann Robert Kesselmeier gefragt. Seine Aufgabe ist es das Ehrenamt nachhaltig zu entwickeln, konkret zu schauen, welche Tätigkeiten dem Ehrenamt gut tun und sich regelmäßig mit der Diözesanschnittstelle auszutauschen. Der Zielgedanke dabei ist: „Das Ehrenamt soll, kann und muss selbstständig arbeiten.“

Kaffeelänge Robert Kesselmeier
Robert Kesselmeier in den Fluren der Diesntstelle der Malteser an der Dessauer Straße in Paderborn. Foto: pdp/Lena Jordan
Robert Kesselmeier in den Fluren der Diesntstelle der Malteser an der Dessauer Straße in Paderborn. Foto: pdp/Lena Jordan

‚Die Hilfe ist im Namen des Herrn‘

Die Bereitschaft für soziales Engagement habe vor allem in den letzten Jahren stark zugenommen. Unter anderem, als ab dem Jahr 2015 viele geflüchtete Menschen nach Deutschland gekommen sind, haben viele Menschen unermüdlichen Einsatz gezeigt. „Doch das Ehrenamtsverständnis ist nicht mehr das gleiche wie früher“, stellt Kesselmeier heraus, der studierter Moraltheologe ist. Die Menschen würden sich heutzutage vermehrt partiell einsetzen wollen und weniger innerhalb von Vereinsstrukturen. „Und da die Motivation sich zu engagieren eine innere, eine intrinsische ist, ist es schwer neue Leute zu motivieren, wenn der innere Anstoß oder ein konkreter Anlass fehlt.“

Zudem komme erschwerend hinzu, dass ein Ehrenamt bei einem kirchlichen Träger manchmal abschrecke. Das gesamte Engagement des Malteser Hilfsdienstes ist mit dem Leitsatz „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ überschrieben. „Er kann aber schlicht und ergreifend mit: ‚Die Hilfe ist im Namen des Herrn‘, auf den Punkt gebracht werden. Das heißt aber nicht, dass wir vor jedem Rettungseinsatz beten“, verdeutlicht Kesselmeier mit einem Zwinkern. „Wir engagieren uns aus einer selbstlosen Haltung heraus, aus Nächstenliebe – einer der zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Für mich ist Ehrenamt daher Hobby und Berufung zugleich.“

Lebenslange Freundschaften und Partner fürs Leben

Oft würde Kesselmeier selbst staunen, wie viel Zeit manche Ehrenamtliche investieren und das neben Vollzeitjob und Familie. Aber wer einmal den Weg zu den Maltesern gefunden hätte, spüre gleich das große Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Haupt- und Ehrenamtlichen und das deutschlandweit: „Ich bin nun seit rund eineinhalb Jahren im Amt und hatte vorher keine Berührungspunkte mit dem Malteser Hilfsdienst. Treffe ich nun Malteser aus anderen Regionen, ist man sich gleich vertraut. Es fühlt sich an wie in einer großen Familie zu arbeiten.“ Nicht selten ergeben sich aus dem ehrenamtlichen Engagement auch Beziehungen, die über das Ehrenamt hinaus reichen, wie Kesselmeier erzählt: „Ich weiß von vielen Freundschaften, die bei den Maltesern entstanden sind und manche haben auch schon den Partner fürs Leben durch den Malteser Hilfsdienst gefunden.“

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