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21
Februar
2020
21.Februar.2020

„Der bequeme Weg ist nicht immer der ökologischste”

Themenspecial „Klimawandel“: Verantwortung für die Schöpfung auf dem Jugendbauernhof in Hardehausen lernen

Mal auf einen Baum klettern. Ein Lämmchen auf den Arm nehmen. Ein Ei aus dem Nest holen und spüren, dass es noch warm ist. Es sind Erfahrungen wie diese, die den meisten Menschen verloren gegangen sind. Heinrich Lammers, Leiter des Jugendbauernhofs im Jugendhaus Hardehausen, möchte Kindern diese „Basics“ wieder erleben lassen. Und ihnen so Verantwortung für  die Schöpfung nahebringen.

Wir treffen Lammers zum Interview im Stall des Bauernhofs. Zwei Strohbunde dienen als Sitzfläche, im Hintergrund fressen Rinder und Schafe. Drei Lämmer tapsen umher und trinken bei ihrer Mutter Milch. Im Jahr kommen 30 Schulklassen für eine Woche hier her. Dann erlebt Lammers, wie sehr der Stall und Landwirtschaft allgemein für die Kinder zu einer fremden Welt geworden sind.

Heinrich Lammers
Heinrich Lammers

Vom Acker auf den Tisch

Was bei den Schulklassen mittags auf den Tisch kommt, bereiten die Schüler selbst zu aus den Produkten, die auf dem Hof angebaut werden. „Unser Gemüse musste nicht in Plastik eingepackt und über Hunderte Kilometer transportiert werden“, sagt Lammers. „Das kriegen die Kinder schon mit – und auch, dass das anstrengend und mühselig sein kann.“

Schließlich macht es schon mehr Arbeit, Kartoffeln zu schälen und Möhren zu schrappen, als eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu hauen. Lammers kommentiert: „Der bequeme Weg ist nicht immer der ökologischste“. Und: „Es gilt jeden Tag durchzubuchstabieren, wie ich Umweltschutz leben kann: Muss ich das kaufen? Wie oft esse ich Fleisch? Wie viel bezahle ich für Lebensmittel?“

Der Stall des Jugendbauernhofs im Jugendhaus Hardehausen. Foto: Schulte

Rinder und Schafe im Stall des Jugendbauernhofs im Jugendhaus Hardehausen. Foto: Schulte

Kirche als Klima-Vorreiter

Immer wieder nennt Lammers das Stichwort Schöpfungsverantwortung. Es drängt sich die Frage auf: Erkennt er auch Gott in seiner Arbeit? „Na klar erkenne ich den“, sagt er. „Im Grunde genommen jeden Morgen, wenn ich aufstehe und hier diese wunderbare Landschaft sehe. Der Ort ist Schöpfung pur“. Und auch wenn Kinder im Stall arbeiteten und Spaß daran hätten, erkenne Lammers darin eine Spur Gottes.

Kirche, da ist sich Lammers sicher, müsste in Punkto Nachhaltigkeit und Umweltschutz eigentlich eine Vorreiterrolle einnehmen. Von Solarzellen auf den Dächern der Pfarrhäuser über regionales Essen und umweltschonende Reinigungsmittel in den Häusern. Jeder und jede Einzelne müsse Lust darauf bekommen, ökologischer zu handeln und wissen, dass man damit nicht alleine ist. „Das muss die Kirche vorleben und weitere Antworten finden“, sagt Lammers. „Der Jugendbauernhof ist so eine Antwort, da bin ich fest von überzeugt.“

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