logocontainer-upper
Erzbistum Paderborn
logocontainer-lower
© Fabian Junge / Shutterstock.com

Die karolingische Klosterkirche Corvey

Elfteilige Reihe zum Jubiläum endet mit Vortrag über Baugeschichte und Architektur der karolingischen Klosterkirche

Der Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, Dr. Holger Kempkens, beschließt die „Zeitreise“ in die monastische Geschichte Corveys mit einem Vortrag am Donnerstag, 19. Oktober. Der Kunsthistoriker beleuchtet die Baugeschichte und Architektur der karolingischen Klosterkirche.

Die hochkarätige Vortragsreihe ist Glanzlicht des Programms der Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus zum 1200-jährigen Bestehen der ehemaligen Benediktinerabtei und heutigen Welterbestätte Corvey. Renommierte Wissenschaftler haben das Weserkloster und seine Bedeutung aus den Kontexten ihres Fachgebiets heraus impulsgebend beleuchtet. Corveys Rolle in der Buchproduktion und Buchkultur des Mittelalters, die Position des Klosters als Erfolgsmodell benediktinischen Lebens im Hochmittelalter, die christliche Mission im alten Sachsen und die theologische Auslegung der Architektur und Ausgestaltung des Westwerks entfalteten sich ebenso lehrreich wie die „Sachsengeschichte“ des frühen „Whistleblowers“ Widukind von Corvey und Zeit und Geschichte in Wilhelm Raabes Erzählung „Höxter und Corvey“.

Facettenreiches Spektrum des großen Weserklosters

Archäologische Erkenntnisse großer Grabungskampagnen in Corvey rundeten die „Zeitreise“ ab. Die Reihe richtete den Blick aber auch in die Gegenwart: Restauratorische Erfordernisse und attraktive Angebote zur multimedialen Entdeckungsreise ins Corvey der Karolingerzeit vermittelten Einblicke in die herausfordernde Aufgabenstellung des Erhalts und der zeitgemäßen didaktischen Erschließung eines Weltdenkmals. Die „Zeitreise“ öffnete auch Fenster in zwei große bevorstehende Ausstellungen: die rundum erneuerte Dauerausstellung „Das Jahrtausend der Mönche – Von der Gründung Corveys bis zum Goldenen Zeitalter“ in den Räumen des Schlosses, die zur Saison 2024 an den Start geht, und die Sonderschau „Corvey und das Erbe der Antike“ ab Herbst 2024 im Diözesanmuseum Paderborn.

Über das durchweg große Interesse und die vielen „Stammgäste“ unter den Zuhörenden freuen sich der Ideengeber der Reihe, Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka, Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek, Kirchenvorstand Josef Kowalski und Professor Dr. Christoph Stiegemann. Der renommierte Kunsthistoriker, Ausstellungsmacher und Leiter des wissenschaftlichen Corvey-Kompetenzteams der Kirchengemeinde hat das Programm federführend zusammengestellt. Sein Anliegen war, wie er zu Beginn betonte, „ein facettenreiches Spektrum des großen Weserklosters, seiner Geschichte, seiner geistig-geistlichen Bedeutung, seiner Architektur, Kunst und Kultur, aber auch seiner Wirksamkeit und Ausstrahlung bis in die Gegenwart“ zu entwerfen.

Baugeschichte und Architektur

Zum Gesamteindruck der Gäste, dass dieses Ziel erreicht worden ist, trugen auch die ansprechenden Musikbeiträge des beteiligten Netzwerks Klosterlandschaft OWL bei. Projektleiter Hans-Hermann Jansen hatte hier die Federführung. Live oder in ansprechenden Filmbeiträgen ließ die Musik an den „Zeitreise“-Abenden das gesprochene Wort der Referenten nachklingen. Beim Glas Wein bestand schließlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

So wird es auch bei der elften und letzten „Zeitreise“-Etappe am Donnerstag, 19. Oktober, sein. Dr. Holger Kempkens erläutert „Die karolingische Klosterkirche Corvey – Baugeschichte und Architektur“. Kempkens studierte Kunstgeschichte, Historische Geographie und Denkmalpflege/Bauforschung in Bonn und Bamberg und promovierte im Fach Kunstgeschichte.  2007 bis 2010 war er Ausstellungskurator einer Sonderausstellung bei der „Stiftung Kloster Dalheim – LWL-Landesmuseum für Klosterkultur“ und verantwortete als wissenschaftlicher Referent die Grundkonzeption eines der drei Hauptteile der Dauerausstellung zur Kulturgeschichte des christlichen Mönchtums von den Anfängen um 300 bis 1800. Von 2010 bis 2012 war Kempkens Ausstellungskurator beim Bistum Münster. 2012 bis 2020 leitete er das Diözesanmuseum Bamberg und trat im Oktober 2020 die Nachfolge Christoph Stiegemanns als Direktor des Diözesanmuseums Paderborn und Leiter der „Fachstelle Kunst“ im Erzbistum Paderborn an.

Der Abend beginnt wie immer um 19 Uhr in der ehemaligen Abteikirche. Die Gäste können ohne Anmeldung teilnehmen. Der Eintritt ist frei.

Zeitreise in die Geschichte eines großen Klosters

Hochkarätige Vortragsreihe bildet Glanzlicht im Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen der Benediktinerabtei Corvey

Die Benediktinerabtei Corvey hat in ihrer großen monastischen Geschichte nicht nur als Ort des Glaubens, sondern auch als Zentrum des Wissens und der Bildung eine weit über die Region ausstrahlende Wirkung entfaltet. Auf diese geistige Komponente der Bedeutung des Weserklosters richtet sich der Scheinwerfer, wenn am 23. April die „Zeitreise“ – eine elfteilige Vortragsreihe mit hochkarätigen Referenten – beginnt.

Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey hat die Reihe in Kooperation mit dem Netzwerk Klosterlandschaft OWL anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der ehemaligen Benediktinerabtei initiiert. Die „Zeitreise“ ist, so Professor Dr. Christoph Stiegemann, ein bedeutendes Highlight des Jubiläumsjahres. Der renommierte Kunsthistoriker hat das Programm federführend zusammengestellt. Hans-Werner Gorzolka, Kreisheimatpfleger und Kirchenvorstand in Ovenhausen, hatte die Vortragsreihe als Mitglied der Steuerungsgruppe für das Corvey-Jubiläum schon gleich zu Beginn der Planungen angeregt. Sie stehe in guter benediktinischer Tradition, sagt Professor Stiegemann, denn: „Ora et labora et lege! – Bete, arbeite und lies!“ – könnte gleichsam das Motto des benediktinischen Erfolgsmodells sein.

Dieses Erfolgsmodell bringen uns bedeutende Referentinnen und Referenten in der Zeit von April bis Oktober auf gut verständliche und anschauliche Art und Weise nahe. Die Vortragenden entwerfen, wie Stiegemann skizziert, „ein facettenreiches Spektrum des großen Weserklosters, seiner Geschichte, seiner geistig-geistlichen Bedeutung, seiner Architektur, Kunst und Kultur, aber auch seiner Wirksamkeit und Ausstrahlung bis in die Gegenwart“.

Musikalische Untermalung

Inhaltlich spannt die Reihe den Bogen von der berühmten „Sachsengeschichte“ des Widukind von Corvey (um 925 bis nach 973) über die großartige Buchkultur in Skriptorium und Bibliothek bis zum Klosterleben nach der Regel des heiligen Benedikt. „Sie zeichnet ein Bild der frühen Mission, behandelt die Baugeschichte und Architektur des karolingischen Klosters aus Sicht von Archäologie und Kunstgeschichte, deutet das Kloster theologisch als Himmelsstadt, lässt das Erbe der Antike vor unseren Augen erstehen, behandelt Zeit und Geschichte in Wilhelm Raabes Erzählung ‚Höxter und Corvey‘ und thematisiert die neuen Technologien, mit denen das Welterbe heute bewahrt und vermittelt wird“, weckt Professor Stiegemann mit einem Themenüberblick eine große Erwartungsfreude.

Dabei werden alle Sinne angesprochen. „Es erklingt Musik der jeweiligen Zeit live oder in kleinen Film-Porträts. Im Anschluss wird – auch das in guter benediktinischer Tradition – der vorzügliche Corveyer Jubiläumswein verkostet.“

Den Rahmen der Vortragsabende bildet die prachtvolle ehemalige Abteikirche. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Den musikalischen Part gestaltet Hans-Hermann Jansen, der Corvey Jahr für Jahr in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Klosterlandschaft OWL als Ort der Kirchenmusik erblühen lässt. Ermöglicht wird die „Zeitreise“, so Professor Stiegemann, durch die großzügige Förderung der Bank für Kirche und Caritas. Sie ist Teil des vom Land geförderten „Regionalen Kultur Programms NRW“.

Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0
Barrierefreiheit