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Erzbistum Paderborn
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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Wo ein Wir ist, ist ein Weg

Die Einführung von Dr. Udo Markus Bentz als Erzbischof von Paderborn war ein Fest der Hoffnung und des großen WIR.

Menschen aus Paderborn und Umgebung wissen: Wenn im Hohen Dom Fanfarenklänge ertönen, dann gibt es in der Regel Grund zum Feiern. An diesem 4. Fastensonntag, dem 10. März 2024, war es allerdings nicht der Libori-Tusch, der für Gänsehaut sorgte, sondern die eindrucksvolle Fanfare aus dem Choral „Now thank all we our god“ des britischen Komponisten John Rutter. Sie ertönte, als Dr. Udo Markus Bentz auf der Kathedra Platz nahm, dem Sitz des Erzbischofs im Hohen Dom zu Paderborn. 17 Monate Vakanz endeten in diesem Augenblick. Das Erzbistum Paderborn hatte wieder einen Erzbischof. Ein ganz besonderer Gänsehautmoment also.

Viel Wir-Gefühl

Und der formelle Höhepunkt an einem Tag, der von Freude und Hoffnung erfüllt war und viele kleine und große Höhepunkte hatte. Schon zur Mittagszeit, einige Stunden vor dem Einführungsgottesdienst, war der Domplatz voller Menschen. Ein Grund dafür dürfte das sonnige Wetter gewesen sein, ein anderer aber auch die Einladung des Erzbistums zu Hefegebäck und Getränken sowie zu einem Markt der Möglichkeiten. Auf diesem präsentierten sich katholische Verbände und Einrichtungen mit vielen bunten Angeboten. Auch die Initiative des Erzbistums „1000 gute Gründe“, die das Gute in Kirche und Glaube zur Sprache bringen möchte, war dabei. Zur Feier des Tages gab es sogar ein eigenes Motiv zur Bischofseinführung. Der Titel: „Du. Hier. Wir. Wo ein Wir ist, ist auch ein Weg.“

Das Wir, das Wir-Gefühl und eine daraus resultierende Hoffnung für die Zukunft der Kirche waren tatsächlich überall auf dem Domplatz zu spüren. Für viele war es wie ein großes Familientreffen, bei dem man vielen Bekannten begegnen konnte. „Wir freuen uns total über dieses Fest der Begegnung“, schwärmten Anette Sellmann und Andreas Stillecke, die aus Bad Westernkotten angereist waren und die Atmosphäre auf dem Domplatz genossen. „Das ist ein besonderer Tag mit einem besonderen Wir-Gefühl und für uns ein Zeichen dafür, dass unser neuer Erzbischof Menschen mag. Glaube und Kirche sind heute sichtbar und wir spüren, dass wir nicht allein sind.“

Viele Baustellen, viel Hoffnung

Dass der neue Paderborner Erzbischof Menschen mag, war bei seinem Besuch des Marktes der Möglichkeiten und bei seinem Bummel über den Domplatz deutlich zu spüren. Obwohl der Einführungsgottesdienst zu diesem Zeitpunkt noch vor ihm lag, nahm sich Udo Markus Bentz viel Zeit für Gespräche, schüttelte Hände, stand für Selfie-Fotos zur Verfügung. Tobias Stochl, Referent der Caritas-Konferenzen (CKD) im Erzbistum Paderborn, berichtete davon, dass Erzbischof Dr. Bentz sich an einer aktuellen CKD-Aktion beteiligt und einen Gruß für einsame Menschen formuliert habe. Beim Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) war man sehr erfreut über seine Ankündigung, dass er die im April kommende 72-Stunden-Aktion gerne unterstützen und begleiten werde.

Viele Menschen verbanden mit dem neuen Erzbischof auch große Hoffnung auf einen Aufbruch, zum Beispiel Martina Zeh-Wilmsen aus Dortmund. „Es gibt in der Kirche genug Baustellen, die Glaubensweitergabe zum Beispiel“, sagte sie. „Da müssen wir als Kirche den Mut haben, von den guten Dingen zu sprechen, die wir haben.“ Auch Raimund Neuhaus, Diözesanreferent Ehrenamt bei den Maltesern im Erzbistum Paderborn, sprach von den bekannten Problemen, die die Kirche habe. „An einem solchen Tag blickt man aber positiv gestimmt in die Zukunft“, sagte er.

In Treue und Einheit miteinander verbunden

Die fröhliche Stimmung und das Wir-Gefühl der Mittagsstunden übertrug sich auch auf den Einführungsgottesdienst im Hohen Dom. Der frühere Diözesanadministrator und jetzt – zusammen mit Prälat Thomas Dornseifer – neue Generalvikar Dr. Michael Bredeck, hob in seiner Begrüßungsrede das Zusammenstehen als Erzbistum in der langen Zeit der Vakanz hervor. „Dieses Zusammenstehen ist und bleibt besonders wichtig, weil wir uns als Kirche und Gesellschaft in einer epochalen Transformation befinden, die vieles abverlangt“, sagte er.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz griff in den ersten Worten nach seiner Amtsübernahme die große Freude auf, die er in der ganzen Stadt wahrgenommen habe. Dies sei etwas Besonderes gewesen, „ein großes Fest für UNSER Erzbistum“. Zuvor hatten die verschiedenen pastoralen Berufe und Berufungen im Erzbistum Paderborn, also Klerus, Ordensleute, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten auf unterschiedliche Weise ihre Bereitschaft erklärt, gemeinsam mit dem neuen Erzbischof zusammenarbeiten zu wollen. Für alle anderen Gläubigen im Erzbistum überreichte Familie Wolf dem neuen Erzbischof eine Kerze mit den Worten: „Christus, das Licht der Welt, hat jeden und jede von uns im Sakrament der Taufe erleuchtet. In ihm sind wir alle – Bischof und Gläubige – in Einheit und Treue miteinander verbunden.“

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„Gott wirkt mit“

In seiner ersten Predigt als Erzbischof von Paderborn griff Erzbischof Bentz eine weiteres, fundamentales Wir auf. Er schilderte die Erfahrung, dass ihn das Evangelium bisher in seinem Leben getragen habe und brachte das mit seinem bisherigen bischöflichen Leitwort auf den Punkt: „Gott wirkt mit“. „Mit dieser geistlichen Erfahrung komme ich nun zu Ihnen, hierher nach Paderborn“, sagte er. „Ich möchte meine neue Aufgabe in diesem Vertrauen annehmen: Gott wirkt auch hier mit!“

Dies mache Mut für die Sendung der Kirche im Heute, fuhr Erzbischof Dr. Bentz fort: „Gott hält sich nicht raus! Er geht mit seinem Volk durch Hoch und Tief! Auch wenn wir als Kirche oft genug dahinstolpern und manchmal ungläubig auf der Stelle treten. Aber Angst und Verzagtheit sind keine Gaben des Gottesgeistes! Sie können dem Wirken Gottes sogar im Wege stehen! Vertrauen, Mut, Offenheit, Barmherzigkeit, Freude am Evangelium und eine gute Unterscheidung der Geister werden uns erleben lassen, dass Gott in dem mitwirkt, was wir in seinem Namen wirken!“

Künftige Herausforderung für die Kirche sei es in den kommenden Jahren, Gott in der Gesellschaft wach zu halten, fuhr Erzbischof Dr. Bentz fort. Es gehe darum, Gott so die Ehre zu geben, dass es dem Frieden der Menschen diene. Damit griff er sein neues bischöfliches Leitwort auf: „Gloria Deo – Pax Hominibus“ – „Ehre Gott – Friede den Menschen“. Und führte aus: „Unser Dienst als Kirche muss ein Dienst der Versöhnung sein. Hier hat die christliche Botschaft, hier haben die Kirchen mit ihrer Verkündigung, ihren seelsorglichen und caritativen Diensten, aber auch in ihrem gesellschaftlichen Engagement ein unverzichtbares Potenzial. Dafür sollten wir uns in die Pflicht nehmen lassen. Ein Dienst der Versöhnung, ein Dienst, Menschen zusammenzuführen, ein Dienst der Einheit, ein Dienst der Heilung, des Heils.“

Ein Fest der Begegnung zum Abschluss

Auch nach dem feierlichen Gottesdienst gab es noch eine Möglichkeit, das Wir zur erleben: Der neue Erzbischof hatte zu einem öffentlichen Fest der Begegnung in der Mehrzweckhalle der Schulen St. Michael eingeladen: Bei einem herzhaften Imbiss erwarteten die Gäste unter anderem auch Spezialitäten aus der pfälzischen Heimat des neuen Paderborner Erzbischofs.

Dass mit dem heutigen Tag nicht alles gut ist, das wissen sowohl Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz als auch die vielen Menschen, die beim heutigen Fest der Einführung dabei waren und den Gottesdienst verfolgten. Die Herausforderungen für die Kirche bleiben. Trotzdem stand heute die Hoffnung im Vordergrund, nicht die Angst. Vielleicht weil an einem solchen Tag, der dem Erzbistum einen neuen Erzbischof brachte, dann doch in besonderer Weise spürbar wird, dass die Geschichte der Kirche weitergeht, aller Ungewissheiten zum Trotz. Die Menschen im Erzbistum sind inmitten all der anstehenden, großen Veränderungen nicht allein. Gott wirkt mit. Wo ein Wir ist, ist ein Weg.

Ein Beitrag von:
Redaktion

Dr. Claudia Nieser

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