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Von „Exodus“ kann keine Rede sein

Katholische Altenhilfe im Erzbistum Paderborn zur Impflicht in der Pflege

Angesichts der ab 15. März 2022 geltenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht für Pflegekräfte rechnen die Träger der katholischen Altenhilfe im Erzbistum Paderborn nicht mit einem „Exodus“ von Beschäftigten in ihren Altenheimen und Sozialstationen. Entsprechende Meldungen und auch Zahlen kursieren zurzeit in den Medien. „Solche Zahlen sind nicht seriös und basieren nur auf Vermutungen“, erklärt Tobias Berghoff, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dienste und Einrichtungen der katholischen Altenhilfe im Erzbistum Paderborn, die rund 230 Altenheime und Tagespflegen sowie 110 Sozialstationen mit insgesamt über 13.000 Beschäftigten vertritt. Auch den katholischen Trägern lägen keine gesicherten Daten über den Impfstatus ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, dennoch: „Die Impfquote ist sehr hoch, in vielen Einrichtungen liegt sie bei über 95 Prozent“, erklärt Berghoff, der zugleich als Vorstand im Caritasverband Dortmund tätig ist.

So gering der Anteil der Beschäftigten, die sich auf keinen Fall impfen lassen wollen, auch sei, so gravierend könne sich dies gerade in kleineren Diensten auswirken, etwa in Sozialstationen, wo Ausfälle schlecht zu kompensieren seien. Tatsächlich versuchten gerade bundesweit Pflegekräfte, die sich ausdrücklich als ungeimpft bezeichnen, auf digitalen Plattformen ihre Dienste auf dem privaten Markt der häuslichen Pflege anzubieten. Berghoff: „So etwas ist für mich nicht nachvollziehbar. Wer die eigene Freiheit höher bewertet als das Leben und die Gesundheit der ihm anvertrauten Menschen, muss sich fragen, ob er für diesen Beruf geeignet ist.“

Bedauerlich sei es, dass die gegenwärtigen Diskussionen das Image des Pflegeberufes beschädigten. „Ganz ehrlich, wir haben diesen tollen Beruf doch aus anderen Motiven gewählt und sollten jetzt nicht anfangen, diesen vom Impfstatus abhängig zu machen“, betont Berghoff, der selbst gelernte Pflegefachkraft ist. „Es ist dringend notwendig diesen wundervollen Beruf ins richtige Licht zu rücken. Diskussionen der eigenen Berufsgruppe, die sich an der Impfpflicht zerreiben und gar mit Ausstieg drohen, helfen da wirklich nicht weiter.“

Dennoch hofft Tobias Berghoff, dass das Beispiel der überwältigenden Mehrheit der geimpften Pflegekräfte viele noch Zögernde überzeugen wird. „Wir werden nicht alle erreichen und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren, aber zu einem Zusammenbruch der Pflege wird dies auf keinen Fall führen.“

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