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Erzbistum Paderborn
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© Thomas Throenle/Erzbistum Paderborn

„Unser Bund ist fest“

Juliansfest: Erzbischof Becker bekräftigt in Videogruß Verbundenheit mit Le Mans

Zum Hochfest des heiligen Julian, dem Schutzpatron des französischen Bistums Le Mans, hat Erzbischof Hans-Josef Becker am heutigen Sonntag, 30. Januar 2022, in einem Videogruß die Verbundenheit zwischen dem Erzbistum Paderborn und dessen Partner-Bistum in Frankreich bekräftigt. Die Überführung der Reliquien des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn im Jahr 836 begründete den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den beiden Diözesen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten Erzbischof Becker und Generalvikar Alfons Hardt wie schon im Vorjahr nicht zum Patronatsfest nach Le Mans reisen. Ansonsten fährt traditionell eine große Delegation der „Deutsch-französischen St. Liborius-Fraternität“ und ihrer Jugendabteilung zum Juliansfest.

Pontifikalamt in Le Mans

Bischof Yves Le Saux, der Bischof von Le Mans, konnte am heutigen Sonntag in der Kathedrale seines Bistums wieder ein Pontifikalamt zum Hochfest des Schutzpatrons seiner Diözese feiern – im letzten Jahr fanden die Festlichkeiten zum Juliansfest wegen der damaligen Pandemie-Lage ausschließlich dezentral in den Kirchengemeinden statt. Normalerweise konzelebriert der Paderborner Erzbischof im feierlichen Pontifikalamt und richtet ein Grußwort an die Gläubigen. Aufgrund nach wie vor schwieriger Corona-Bedingungen übermittelte Erzbischof Becker seine Grüße auch in diesem Jahr per Videobotschaft.

Zeitgleich mit dem Pontifikalamt in der Kathedrale in Le Mans am Sonntagvormittag wurden in den Pfarreien des französischen Bistums Gottesdienste zum Juliansfest gefeiert. Am Sonntagnachmittag lädt das Bistum Le Mans zu einem Jugendpilgerweg ein. Bereits am Samstag fand in der Kathedrale von Le Mans eine Gebetswache statt.

„Jesus Christus ist unsere Stärke“

Es mache ihn traurig, beteuert Erzbischof Becker in seinem Grußwort, dass die Corona-Pandemie die Menschen in Le Mans und Paderborn schon seit zwei Jahren trenne. In der aktuellen Situation entstehe die Frage, worauf überhaupt noch vertraut werden könne. „Wir haben nicht alles selbst in der Hand“, sagt Erzbischof Becker, ermutigt jedoch zugleich: „Wir dürfen hoffen, dass der Herr der Geschichte bei uns bleibt: Jesus Christus ist unsere Stärke.“

Jugendarbeit erblüht

Der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ habe die „Katastrophen und Desaster der Geschichte überstanden“, charakterisiert der Paderborner Erzbischof die Verbindung beider Diözesen: „Wie viele Naturkatastrophen und Kriege gab es in dieser Zeit, wie viel Leid und wie viel Hass. Und ohne Unterbrechung ist unser Bund doch immer fest geblieben.“ Besonders dankbar zeigt sich Erzbischof Becker dafür, „dass unsere Jugendarbeit in den letzten Jahren so stark erblühen konnte“.

Wichtige Zeichen der Freundschaft

Eine Ermutigung sei der Besuch einer kleinen Delegation aus Le Mans zum Herbstlibori-Fest 2021 in Paderborn gewesen: „Das war ein wichtiges Zeichen eurer Freundschaft“, dankt Erzbischof Becker den Gläubigen in Le Mans. Beim Juliansfest 2022 bringen Propst Dietmar Röttger aus Soest und Pfarrer Reinhard Bürger aus Dortmund von der St. Liborius-Fraternität stellvertretend die „Wertschätzung und Verbundenheit“ des Erzbistums Paderborn in Le Mans zum Ausdruck. „Das ist gut und wichtig“, unterstreicht der Paderborner Erzbischof und bittet abschließend um gegenseitige Solidarität im Gebet: „Bleiben wir auf die Fürsprache des heiligen Julian und des heiligen Liborius Freundinnen und Freunde.“

Hintergrund: Deutsch-französische St. Liborius-Fraternität

Die „Deutsch-französische St. Liborius-Fraternität“ sorgt mit gegenseitigen Besuchen dafür, dass der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen Le Mans und Paderborn lebendig bleibt. In den letzten Jahren sind eigene, engagierte Jugendabteilungen der Fraternität auf beiden Seiten entstanden. So wird die Verbundenheit beider Diözesen über die Generationen fortgeführt. Jedes Jahr begleitet normalerweise eine große Delegation der Fraternität Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt Ende Januar zum Juliansfest nach Le Mans. Im Sommer kommen zahlreiche Mitglieder der französischen Sektion gemeinsam mit Bischof Yves Le Saux zum Liborifest nach Paderborn.

Für den Besuch des diesjährigen Juliansfestes seien bereits zwei Busse für jeweils rund 50 Erwachsene und Jugendliche aus dem Erzbistum Paderborn ausgebucht gewesen, informiert Propst Dietmar Röttger: „Wir mussten die Reise in der großen Gruppe wegen der aktuellen Entwicklung schweren Herzens wieder absagen.“ Sein und Pfarrer Bürgers Besuch machen jedoch deutlich: Der „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen Le Mans und Paderborn bleibt auch in Pandemie-Zeiten bestehen.

Hintergrund: Heiliger Julian

Der heilige Julian war im 4. Jahrhundert erster Bischof der Diözese Le Mans und damit Vorgänger des heiligen Liborius in diesem Amt. Gedenktag des heiligen Julian ist der 27. Januar. Seine Reliquien wurden im Jahr 835 in die Kathedrale von Le Mans überführt – ein Jahr vor der Übertragung der Liborius-Reliquien nach Paderborn.

Seit dem 12. Jahrhundert wird der heilige Julian als Patron der Kathedrale von Le Mans verehrt. Im Jahr 1243 gelangten Reliquien des heiligen Julian nach Paderborn. Diese werden heute im vorletzten Gelass des Reliquienretabels im Hochchor des Paderborner Domes aufbewahrt. Auf dem Reliquiar befindet sich eine Darstellung des Heiligen.

Weitere Darstellungen des heiligen Julian sind im Chorgestühl und am Paradiesportal des Paderborner Domes zu sehen.

Videobotschaft von Erzbischof Hans-Josef Becker zum Juliansfest 2022

Sehen Sie hier die Videobotschaft von Hans-Josef Becker, mit der er sich zum Juliansfest 2022 an die Gläubigen in Le Mans richtet.

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Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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