logocontainer-upper
Erzbistum Paderborn
logocontainer-lower
© Kirchengemeinde Corvey/Sabine Robrecht

Ordenskonferenz zu Gast im Welterbe

130 Ordensleute beim Ordenstag des Erzbistums Paderborn in der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey

Die Paderborner Ordenskonferenz trifft sich jedes Jahr bei einem Begegnungstag – in diesem Jahr in der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey: Das frühere Weserkloster, dessen Westwerk UNESCO-Weltkulturerbe ist, war im Mittelalter ein Leuchtturm mönchischer Kultur und feiert schon das ganze Jahr über sein 1.200-jähriges Jubiläum. 130 Mitglieder der Paderborner Ordenskonferenz, der Ordensleute aus 21 Ordensgemeinschaften und Instituten des geweihten Lebens im Erzbistum angehören, besuchten diesen besonderen Glaubensort auf Einladung der Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey. Unter dem Leitwort „Gegründet auf Christus in die Zukunft gehen“ blickten sie gemeinsam nach vorn.

© Kirchengemeinde Corvey/Sabine Robrecht
Eine mystische Lichtstimmung erfüllte die ehemalige Abteikirche Corvey während der Eucharistiefeier zu Beginn des Ordenstages.

Der Ordenstag begann mit der Heiligen Messe in der ehemaligen Abteikirche in Corvey. Weihbischof Matthias König, der Beauftragter für Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens ist, feierte den Gottesdienst. „Ordenschristinnen und -christen erleben in ihren Gemeinschaften die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels ebenso wie andernorts in der Kirche“, sagte Weihbischof König. „Aber sie sind und bleiben lebendige Orte der Glaubensweitergabe.“ Geprägt durch das Charisma ihrer jeweiligen Gründerpersönlichkeiten hätten Orden gerade heute Wertvolles an Spiritualität und Glaubenspraxis zu geben. „Wir werden weniger. Aber wir sind noch da – stark und vital“, hatte der Weihbischof die Gäste begrüßt.

Ordensleute würden durch ihre Berufung dazu beitragen, dass Menschen die Fährte des Gottessohnes und seiner frohmachenden Botschaft aufnehmen können, machte Weihbischof König in seiner Predigt in der Eucharistiefeier deutlich. „Durch Ihre Gebetszeiten, Ihre Treue und ihre Hinwendung geben Sie den Menschen eine Ahnung davon, was es heißt, ihr Leben auf Christus zu gründen.“ Leider habe der Nachwuchsmangel dramatische Ausmaße angenommen, so dass es nur mit Mühe möglich sei, den kontemplativen klösterlichen Tagesablauf aufrechtzuerhalten. Hinzu komme die Sorge um die Mehrheit der alten und pflegebedürftigen Mitglieder der Konvente. „Die Überlebensstrategien fordern alle Kraft.“ Weihbischof König ermutigte, Jesus in den entscheidenden Situationen in die Mitte zu holen.

 

Besonderes Glaubenszeugnis

Die anwesenden Ordensleute erkundeten das karolingische Westwerk Corveys, ebenso wie die barocke Abteikirche und die ehemalige Kloster- und heutige Schlossanlage. Der kürzlich neu gewählte Abt Pater Cosmas Hoffmann OSB aus der Benediktinerabtei Königsmünster Meschede fasste seinen Eindruck zusammen: „Die Kirche in Corvey ist bis heute ein wirklich spiritueller und heiliger Ort, dessen ‚Mauern die Engel wie Wächter umgeben‘“, griff der Ordensmann den Text der Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters vor 1.200 Jahren auf, von der eine Kopie die Doppelturmfassade des Westwerks ziert.

Der Vorsitzende der Ordenskonferenz, Pallottinerpater Siegfried Modenbach aus dem Geistlichen Zentrum Kohlhagen im Sauerland, ordnete den Tag als gegenseitige Stärkung im Glauben ein. Dem heiligen Vinzenz Pallotti, Gründer seiner Gemeinschaft, sei es ein Anliegen, „dass wir mit unserem Leben Zeugnis geben von Gott, der jeden Menschen unendlich liebt“. Das solle jeder und jede an seinem Platz und in seiner Lebensform tun. „Lassen wir uns auch darin neu bestärken.“

Im Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen der ehemaligen Benediktinerabtei in Corvey war der Ordenstag ein bewusst gesetzter Höhepunkt. „In dieser Atmosphäre den Ordenstag zu begehen war inspirierend, sowohl für die Ordensleute als auch für Corvey und die vielen Menschen, die die Geschichte dieses besonderen Ortes lebendig halten“, so Weihbischof König.

Corvey und seine Geschichte

Am 25. September 822 gründeten Benediktiner aus dem französischen Corbie das Kloster Corvey an der Weser. Als Kaiser Ludwig der Fromme Privilegien und weiteren Grundbesitz gewährte, entwickelte sich die Reichsabtei zu einem geistigen, wirtschaftlichen und kulturellen Leuchtturm mit großer Ausstrahlung. Die strategisch günstige Lage am Weserufer machen Corvey zudem zu einem der einflussreichsten Klöster im Frankenreich. Durch ihre Klosterbibliothek, ihr Skriptorium und ihre Schule war Corvey eine der bedeutendsten Vermittlerinnen christlicher Kultur im Mittelalter. Die barocke heutige Schlossanlage im Norden der ehemaligen Abteikirche ist die nach dem 30-jährigen Krieg wiederaufgebaute Abtei. Seit 1794 war Corvey Fürstbistum, durch die Säkularisation wurde es weltliches Fürstentum.

Weitere Einträge

© Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung „Für uns lebt die Kirche!“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz besucht Dekanat Paderborn mit einmaligem Projekt des interreligiösen Dialoges
© Isabella Maria Struck / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung „Den Geschmack Gottes unter die Leute bringen“

Die Reise durch das Erzbistum führt in das Dekanat Rietberg-Wiedenbrück: Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz besucht Gläubige in Wiedenbrück, Varensell, Stockkämpen und Rheda.
© Freie Wohlfahrtspflege NRW
„Gehen hier bald die Lichter aus?“, lautet die Frage, die die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtpflege anlässlich der „Black Week“ stellt. Zur Teilnahme an der Aktion sind in dieser Woche Träger und Einrichtungen aufgerufen.

Pressemeldung In Kitas drohen die Lichter auszugehen

Das Erzbistum Paderborn unterstützt Protestaktionen der Freien Wohlfahrtspflege / „Black Week“ rückt existenzielle Notlage der Kitas in den Fokus
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0
Barrierefreiheit