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Erzbistum Paderborn
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Menschen in Krisensituationen begleiten

Jahresbericht 2023 der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum Paderborn gibt Einblicke in Arbeit

Auch bei der EFL heißt es: Zahlen sprechen für sich. „Der Jahresbericht 2023 der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn spiegelt die gesellschaftliche und kirchliche Relevanz der Arbeit mit Paaren, Familien und Einzelpersonen in Krisen“, betont Eheberater und Theologe Niels Christensen. „Er präsentiert Zahlen, die für Menschen, ihr Leben und Schicksal stehen“, ergänzt der Leiter der EFL im Erzbistum Paderborn und der EFL-Beratungsstellen in Dortmund, Herne und Castrop-Rauxel. Im EFL-Jahresbericht 2023 werden die Themen „Arbeit mit Alleinerziehenden“, „Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt“ sowie „Arbeit mit pädagogischen Fachkräften in Krisen“ in eigenen Beiträgen erörtert. Eine Zahl findet sich allerdings nicht im Jahresbericht, gesteht EFL-Leiter Niels Christensen: „700 Personen warten zurzeit auf einen Termin – und das bei Vollbelegung der Terminkalender der Kolleginnen und Kollegen“.

„Offen zu sein für Menschen in Krisensituationen ist zentrales Anliegen der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn. Der Mensch steht im Mittelpunkt“, unterstreicht Niels Christensen. Dabei sei die Nachfrage nach Beratung in den letzten Jahren gestiegen, was sich in langen Wartezeiten widerspiegele, erläutert der Leiter der EFL-Beratung im Erzbistum Paderborn. Es gebe Beratungsstellen, bei denen Ratsuchende bis zu neun Monate auf eine Beratung warten müssten. Dabei werde immer versucht, Familien in akuten Krisen zeitnah einen ersten Fachkontakt anzubieten.

Gesellschaftliche Bedeutung der EFL

„Als EFL sind wir präsent und begleiten individuelle Wege, wir unterstützen Menschen dabei, Konflikt- und Krisensituationen zu bewältigen“, erklärt Christensen stellvertretend für die 60  Mitarbeitenden, die im Erzbistum Paderborn in 22 Beratungsstellen – von Herne bis Höxter und von Bad Oeynhausen bis Siegen – für Ratsuchende ansprechbar sind. Die Arbeit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung habe eine hohe gesellschaftliche Bedeutung und wirke sich auf zahlreiche Bereiche aus: „Dysfunktionale Familiensysteme und Scheidungen führen nachweislich zu einer Belastung der Gesundheit, der Arbeitssituation, der Wohnungssituation, der finanziellen und sozialen Situation der Betroffenen“, führt Christensen aus.

Statistik-Zahlen, die für Menschen stehen

Beim Blick auf die Statistik fällt auf – die Nachfrage nach Beratung steigt an: 3.597 Menschen wurden im Jahr 2023 innerhalb von 17.454 Stunden begleitet. Von den Mitarbeitenden der Beratungsstellen wurden 7.940 Einzelgespräche, 8.931 Paargespräche, 339 Gruppengespräche und 272 Familiengespräche geführt. Im Vorjahr nahmen 3.514 Menschen das Beratungsangebot wahr, während 17.153 Beratungsstunden (7.739 Einzelgespräche, 8.772 Paargespräche, 375 Gruppengespräche, 267 Familiengespräche) durchgeführt wurden. Nahmen im Jahr 2023 insgesamt 2.132 Frauen und 1.463 Männer das Beratungs- und Begleitungsangebot der EFL im Erzbistum Paderborn an, so waren es im Jahr 2022 2.113 Frauen und 1.401 Männer.

Auch über die Kinderzahl der Beratungssuchenden gibt der Jahresbericht 2023 Auskunft: 754 Klienten haben keine Kinder, 776 haben ein Kind, 1.399 zwei Kinder, 512 haben drei Kinder und 156 haben mehr als vier Kinder. 692 der Ratsuchenden waren ledig, 2.080 verheiratet, 281 getrennt, 319 geschieden, 94 verwitwet und 131 wieder verheiratet. 1.889 der Klienten waren römisch-katholisch, 898 evangelisch, 153 gehörten einer anderen, 565 gehörten keiner Religionsgemeinschaft an, bei 68 Menschen war die Religionszugehörigkeit unbekannt.

Im 36 Seiten starken Jahresbericht 2023 stellen sich zudem die Beratungsstellen mit ihrem Angebot und die dort tätigen Beraterinnen und Berater vor. Er kann heruntergeladen werden als PDF-Datei.

Katholische Ehe,- Familien- und Lebensberatung

Die Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) ist eine Einrichtung des Erzbistums Paderborn, die in 22 Beratungsstellen im ganzen Erzbistum Rat suchenden Menschen nahe ist. Die EFL versteht sich als pastoraler Dienst der Kirche und bietet als psychologischer Fachdienst Unterstützung für alle Familienformen. Sie steht allen Menschen offen, die sich in einer persönlichen und familiären Krise befinden. Aus dieser Perspektive ergibt sich eine enge Vernetzung mit den vielfältigen Einrichtungen der Seelsorge und der Pastoral im Erzbistum Paderborn.

Die ersten Beratungsstellen wurden 1954 in Paderborn, 1957 in Dortmund, 1965 in Hagen, 1971 in Meschede und Hamm und 1972 in Siegen gegründet. Ein erster Weiterbildungskurs startete 1966. Seit 1974 beschäftigt das Erzbistum Paderborn speziell ausgebildete hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Beratungsaufgabe, die zuvor von Pfarrern und Ehrenamtlichen getragen wurde. Das Erzbistum Paderborn finanziert mehr als zwei Drittel der Kosten, das Land NRW unterstützt die Beratungsarbeit ebenso wie einige Kommunen.

1.000 gute Gründe

„Im Leben und in der Liebe läuft nicht alles glatt. Menschen erhalten bei der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn professionelle Unterstützung. Wir fragen nicht, wo Du herkommst, sondern was Du brauchst“, erklärt Berater und Theologe Niels Christensen frei nach dem Motiv zum Grund Nr. 22 aus der Mitmachaktion „1000 gute Gründe“ des Erzbistums Paderborns.

Ein Beitrag von:
Team Presse

Thomas Throenle

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© Archiv-Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
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