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Erzbistum Paderborn
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© Synodaler Weg / Maximilian von Lachner

Kirche im Aufbruch

Vierte Synodalversammlung des Synodalen Weges beendet

Die vierte Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland ist am 10. September 2022 mit einer Reihe von Beschlüssen zu Ende gegangen. Als zukunftsweisend werteten viele Synodale insbesondere den Beschluss zur Einrichtung eines Synodalen Rates: 93 Prozent der Mitglieder der Synodalversammlung stimmten für einen Synodalen Ausschuss, der den Synodalen Rat für die katholische Kirche in Deutschland vorbereiten soll. Unter den Synodalen stimmten auch 88 Prozent der Bischöfe dafür.

Das Votum, so Synodalität auf Dauer zu stellen, wurde flankiert von weiteren, mit großer Mehrheit beschlossenen Texten. So wurden der Grundtext „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ und die Handlungstexte „Lehramtliche Neubewertung von Homosexualität“ und „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“ in zweiter Lesung mit großer Mehrheit beschlossen. In erster Lesung wurden zur weiteren Bearbeitung die Texte „Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt“, „Enttabuisierung und Normalisierung – Voten zur Situation nicht-heterosexueller Priester“ und „Verkündigung des Evangeliums durch Frauen in Wort und Sakrament“ angenommen.

Projekt darf nicht aufgegeben werden

„Wir brauchen für die Zukunft unserer Kirche die Bereitschaft, wirklich synodal zu entscheiden. Ich bin froh, dass wir bei dieser vorletzten Synodalversammlung ein klares Zeichen in diese Richtung gesetzt haben“, sagte die Präsidentin des Synodalen Weges, Dr. Irme Stetter-Karp. „Wir sind bereit, schwierige Entscheidungen gemeinsam mit den Bischöfen zu treffen. Wir haben uns in Deutschland in diese Synodalität eingeübt. Und wir merken, wie gut sie uns tut. Gemeinsam zu entscheiden, macht alle stärker.“ Sie würdigte, dass die Bischöfe in separaten Sitzungen klären konnten, wie sie die notwendige Zweidrittelmehrheit für Texte in zweiter Lesung sichern konnten. „Für uns im Zentralkomitee der deutschen Katholiken waren diese Aussprachen unter Bischöfen der entscheidende Punkt, um sagen zu können: Wir können hier weitermachen. Wir müssen das Projekt Synodaler Weg nicht aufgeben.“ Damit schloss sie an den Eröffnungs-Donnerstag an: Gleich der erste Text „Leben in gelingenden Beziehungen- Grundlinien einer erneuerten Sexualethik“ hatte nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Bischöfe erhalten. Daraufhin hatte ein Teil der Synodalen unter Protest die Versammlung verlassen, kehrte aber am Folgetag zurück.

Kirche im Aufbruch

Bischof Dr. Georg Bätzing, Präsident des Synodalen Weges, bezeichnete die Synodalversammlung als Begegnung mit Höhen und Tiefen. „Wir haben erlebt, dass Diskurs, Debatte und Dynamik möglich sind. Für mich ist das Wichtigste: Wir sind beisammen geblieben“, so Bischof Bätzing. „Dieses Zusammengebliebensein ist übersetzt: Synodalität. Synodalität ist Ausdruck von verschiedenen Meinungen. Ich bin dankbar, dass diese Meinungen ins Wort gefasst werden konnten.“ Trotz der Enttäuschung darüber, dass der Grundtext „Leben in gelingenden Beziehungen – Grundlinien einer erneuerten Sexualethik“ eine breite Mehrheit, aber bei den Bischöfen keine Zweidrittelmehrheit erhielt, seien wesentliche Weichenstellungen vorgenommen worden: „Frankfurt ist kein Desaster, wie manche Kritikerinnen und Kritiker meinen. Frankfurt zeigt eine Kirche im Aufbruch“, so Bischof Bätzing. Wie Frau Stetter-Karp würdigte er vor allem den Beschluss zum Synodalen Rat, mit dem das synodale Prinzip verstetigt werde. „Es sind noch viele Fragen zu klären, aber ich bin froh, dass wir den wichtigen Schritt jetzt gegangen sind und der Beschluss auch mit einer sehr hohen Zustimmung von uns Bischöfen getroffen wurde. Jetzt liegen weitere Aufgaben vor uns: In der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz werden wir diese Synodalversammlung reflektieren und überlegen, wie wir mit den Texten und Dynamiken weiterarbeiten.“ Viele Blicke richteten sich dann auf den Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom im November 2022. „Das ganze Gepäck der bisherigen Synodalversammlungen nehmen wir mit. Das sind mehrere Koffer mit einigem Gewicht. Aber – das habe ich jetzt in Frankfurt gespürt – wir sind bereit für diesen Transport und ich bin gespannt auf den Austausch in Rom.“

Ein Stück Geschichte

Der Vizepräsident des Synodalen Weges, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, zeigte sich ebenfalls dankbar, dass der erhebliche Rückschlag der Synodalversammlung vom Donnerstag überwunden werden konnte. Mit dem am Freitag verabschiedeten Dokument „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ habe die Versammlung „in voller Fahrt die Kurve gekratzt. Ich bin dankbar für die intensive und differenzierte Debatte“, so Bischof Bode. Er fügte hinzu: „Diese Synodalversammlung hat gezeigt, dass es eine Entwicklung von einer kontroversen zu einer differenzierten Aussprache gab. Und genau das hat sich positiv auf das Frauenpapier ausgewirkt. Ich gehe so weit: Mit der Entscheidung des Frauendokumentes haben wir ein Stück Geschichte geschrieben – der Kirche in unserem Land und der Kirchengeschichte weltweit. Schon jetzt bin ich gespannt, wie das Dokument in anderen Ländern aufgenommen wird.“ Jetzt liege es an den Bischöfen, Laien und Gremien in den Bistümern, sich vom Rückenwind dieses Beschlusses bewegen zu lassen.

Prof. Dr. Thomas Söding, ebenfalls Vizepräsident des Synodalen Weges, erinnerte in der abschließenden Pressekonferenz daran, „dass der Synodale Weg am Donnerstagabend vor dem Scheitern stand“. Nun sei er nicht gescheitert, „sondern ein Erfolg“. Allerdings habe man für diesen Erfolg einen hohen Preis bezahlt: „Der Grundtext zur Sexualethik ist abgelehnt worden, weil drei Stimmen auf der bischöflichen Seite gefehlt haben. Das zeigt die Größe des Problems.“ Er versprach, dass das ZdK das Thema weiterführen wolle. „Wir erwarten auch von der Bischofskonferenz, dass das Thema nicht abgetan wird.“ Dass gut 60 Prozent der Bischöfe zugestimmt hätten, sei ein Hoffnungszeichen.

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