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Erzbistum Paderborn
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Kirche hört zu und ist lernbereit

Neue Projektstelle im Erzbistum Paderborn sucht Dialog mit austrittswilligen und ausgetretenen Menschen
© pathdoc/Shutterstock.com
Pressemeldung
22. Juni 2022
Paderborn

Kirche hört zu und ist lernbereit

Neue Projektstelle im Erzbistum Paderborn sucht Dialog mit austrittswilligen und ausgetretenen Menschen

Das Erzbistum Paderborn sucht verstärkt den Dialog mit Menschen, die über einen Kirchenaustritt nachdenken oder ihn bereits vollzogen haben. Seit dem 1. Juni 2022 gibt es in der Abteilung Evangelisierung „Labor E“ eine Projektstelle für den Austausch mit Menschen, die die Kirche nicht mehr als Heimat erleben. „Unser Auftrag ist es, allen Menschen zu zeigen: Wir sind und bleiben für alle da!“, sagt Generalvikar Alfons Hardt. „Austrittswillige und Ausgetretene haben uns als Kirche etwas zu sagen, dabei können wir sehr viel lernen“, ist der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs überzeugt.

Die hohen Austrittszahlen aus der katholischen Kirche dürften auch im Erzbistum Paderborn nicht das letzte Wort haben, erklärt Generalvikar Hardt. Hier helfe Selbstmitleid nicht weiter: „Die vielen Austritte sind eine Herausforderung, der wir uns stellen wollen. Wir wollen aktiv damit umgehen und unsere neue Projektstelle ist dafür ein wichtiger Beitrag“, so Generalvikar Hardt.

Die neue Projektstelle „Dialog mit Ausgetretenen und Austrittswilligen“ ist in der Abteilung Evangelisierung „Labor E“ im Erzbischöflichen Generalvikariat angesiedelt und zunächst auf zwei Jahre befristet. Ruth Nefiodow, die zuvor im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik tätig war, hat die Aufgabe übernommen und freut sich auf die neue Herausforderung: „Wir möchten nicht mehr passiv zusehen, wie Menschen sich von der Kirche abwenden, sondern ihnen aktiv das Angebot machen, uns ihre persönliche Geschichte zu erzählen“, sagt die Theologin. Der Dialog setze bei dem an, was Menschen zu einem Austritt bewegt: Enttäuschung, Entfremdung, Gleichgültigkeit. Es gehe darum, dass ihre Beweggründe gehört werden und sie die Erfahrung machen, dass der Kirche ihr bisheriger und zukünftiger Glaubensweg nicht egal ist. Für viele gehe der Weg mit Gott ja auch nach einem Austritt aus der Kirche weiter.

Von Internet-Portal bis Hotline

Nutzen können Menschen die Angebote der neuen Projektstelle auf verschiedene Weise: Auf Ebene des Erzbistums wird ein Internet-Portal geschaffen und eine Hotline eingerichtet, bei der sich Menschen jederzeit melden können. „Zudem möchten wir eine Vernetzung mit den Kirchengemeinden aufbauen, um den Dialog vor Ort zu fördern und neue Kommunikationsformate mit austrittswilligen Menschen zu finden“, kündigt Nefiodow an. Wenn Kirchengemeinden dazu Beratung suchen, werden sie diese ebenfalls finden.

Für einen Dialog auf Augenhöhe sei ein Kulturwandel nötig. Es reiche nicht mehr aus, Kirchenaustritte nur zu verwalten oder zu tabuisieren, erklärt Nefiodow: „Menschen, die uns verlassen, haben dafür Gründe. Wir erfahren diese aber selten persönlich. Wir möchten das Angebot machen, über diese Gründe sprechen zu können. Bei offenen Fragen können wir Informationen anbieten und Orientierungshilfe geben.“ Der Austausch mit austrittswilligen und ausgetretenen Menschen müsse ein fester Bestandteil der Seelsorge werden. „Unser Auftrag ist es, eine einladende Glaubensgemeinschaft zu sein, der niemand gleichgültig ist. Wir möchten zuhören und sind lernbereit“, fasst Ruth Nefiodow zusammen.

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

 
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