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In der Krise bestätigt sich Erfüllung im Pflegeberuf

Einblicke in die "Corona-Station" des St. Josef Hospitals in Bad Driburg.
Unser Glaube
30. April 2020

In der Krise bestätigt sich Erfüllung im Pflegeberuf

Einblicke in die "Corona-Station" des St. Josef Hospitals in Bad Driburg.

Einblicke in die “Corona-Station” des St. Josef Hospitals in Bad Driburg

„Absolutes Besuchsverbot“ steht auf einem Hinweisschild am Eingang des St. Josef Hospitals in Bad Driburg. So die Anordnung der Landesregierung zum Schutz der Patienten und Mitarbeitenden in der Corona-Krise. Die Klinik, die zur Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge gehört, hält sich an die Auflagen. Am Eingang kontrollieren Fachkräfte auch ankommende Patienten nach einer Checkliste des Robert-Koch-Instituts, um sie den entsprechenden Abteilungen zuzuordnen. Ganz neu ist die „Corona-Station“, mit der sich das St. Josef Hospital auf die aktuelle Lage eingestellt hat.

Größtmöglicher Schutz für Patienten und Pflegepersonal

„Hier nehmen wir Verdachtsfälle und bestätigte Fälle auf“, erklärt Karin Henke, die bisher Teamleiterin der Chirurgie war, und nun die Leitung der Sonderabteilung übernommen hat.  Innerhalb kürzester Zeit wurde die bisherige Station für Kurzpflege der Chirurgie und HNO-Patienten umgebaut und den Erfordernissen der Pandemie angepasst. Derzeit habe man acht Zimmer, die jeweils noch durch Zwischentüren getrennt seien. „Dadurch ist gewährleistet, dass wir größtmöglichen Schutz für die Patienten und auch das Personal schaffen“, so Karin Henke, die somit auch doppelte Verantwortung trägt.

Seit 27 Jahren ist Karin Henke im St. Josef Hospital beschäftigt. Auch für sie ist die Situation mit der Infektionskrankheit COVID 19 neu. Das Team habe hier gut funktioniert, innerhalb von einem Tag sei die Station vorbereitet gewesen. Das Pflegepersonal ist mit Vollschutz ausgestattet. „Wir müssen erst einmal mit jedem Patienten so umgehen, als sei er positiv. Mit Vollschutz sind wir in jeder Beziehung sicher und konnten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ihre Ängste nehmen“, sagt Karin Henke.

„Angst vor einer Ansteckung habe ich nicht, da wir sehr gute Schutzmaßnahmen ergriffen haben“, bestätigt Karin Beckmann. Seit 1991 arbeitet die 52-Jährige als medizinische Fachangestellte – Arzthelferin – in verschiedenen Abteilungen des St. Josef Hospitals. Sie hat die neue Corona-Station mit aufgebaut. „Da gab es viel zu organisieren und zu kommunizieren. Aber es ist uns gelungen. Ich fühle mich hier wohl. Es gibt einen guten Austausch untereinander“, kommt Karin Beckmann gut über die neuen Anfordernisse hinweg. „Das ist hier mein Job! Nur er fordert jetzt noch mehr Selbstschutz. Das ist ganz wichtig.“

Freiwillig für den Dienst entschieden

Der Arbeitsalltag sei in der Arbeit vergleichbar mit einer „normalen“ Station: Blutdruck messen, Blut abnehmen, Blutgas-Analyse, Atemfrequenz prüfen, Patienten waschen usw. Nur die Schutzmaßnahmen seien verstärkt und Anfangs eine Hürde. „Man ist ja immer in Bewegung, aber dadurch ein wenig eingeschränkt. Wichtig ist, dass man alles dabei hat, bevor man ein Zimmer betritt. Sonst geht die ganze Prozedur des Umziehens von vorne los“, kennt Karin Beckmann den Unterschied.

„Ich habe mich freiwillig für den Dienst auf dieser Station gemeldet, weil ich die Aufgabe interessant und wichtig fand. Die Pandemie betrifft jeden, daher bin ich froh über meine Entscheidung!“ Gesundheits- und Krankenpfleger Uwe Niggemann (32) fühlt sich wohl. Nach der Ausbildung im Krankenhaus Steinheim wechselte er 2012 nach Bad Driburg. In der Gastroenterologie und Kardiologie war er zufrieden, doch die Corona-Station stand von nun an für ihn im Vordergrund. „Wer hätte vorher mit einer solchen Pandemie gerechnet? Es ist eine besondere Situation, die auch besondere Maßnahmen erfordert. Dazu gehören auch eine aufwendige Isolation und Schutzmaßnahmen. Auf dieser Station sind wir interdisziplinär aufgestellt. Das ist die beste Wahl, wenn verschiedene Fachwissen zusammen kommen“, sagt Uwe Niggemann.

Neu sind für ihn die Maßnahmen mit Schutzanzug, Maske und Desinfektion nicht. Eigentlich habe man dieses Vorgehen schon in der Ausbildung gelernt. „Mir fehlt jedoch die Nähe zu den Patienten, weil wir den Schutz wahren müssen“, stimmt ihn die Distanz schon ein wenig wehmütig, die für ihn auch zum Berufsbild dazu gehört.

“Für mich muss die Arbeit Sinn machen”

Er ist dankbar, dass die Bevölkerung bisher die einschneidenden Regelungen der Regierung so gut einhält. Vor allem die Älteren und Immunschwachen müssten geschützt werden. In dieser Krise erfahre jedoch auch der Pflegeberuf viel Aufmerksamkeit und in der Wahrnehmung bei Politik und Gesellschaft sei in der Imagedarstellung einiges nachgeholt worden. Doch für Uwe Niggemann steht diese Meinung gar nicht an erster Stelle: „Ich weiß, wofür und warum ich diesen Beruf mache. Für mich muss die Arbeit Sinn machen.“

Hintergrund

Die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE) ist ein Verbund aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Kreis Höxter (Nordrhein-Westfalen). Dazu gehören das Klinikum Weser-Egge mit vier Standorten, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit sieben Facharztpraxen, fünf Seniorenhäuser und vier Caritas-Pflegestationen für ambulante Pflegedienste. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in einem eigenen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe fort- und ausgebildet. Das Klinikum Weser-Egge hat 863 Betten an insgesamt vier Standorten: in Bad Driburg, Brakel, Steinheim und Höxter. Jährlich werden etwa 30.000 stationäre Patienten versorgt, außerdem etwa 50.000 ambulante Patienten. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen bietet das Klinikum Weser-Egge das Praktische Jahr für Medizinstudenten an. 230 Ärzte und 670 Pflegekräfte arbeiten an den Kliniken.

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